APPETITLICH

 

APPETITLICH


Mädel -, bist du appetitlich !
Wär’ es möglich, wär es schicklich,
wollte ich dich derart preisen,
flugs mit Haut und Haar verspeisen.

Seh’ ich deine zarten Glieder,
deine Haut wie weißen Flieder,
deine Lippen rot wie Rosen,
drängt’s mich deinen Leib zu kosen.

Doch das reicht nicht, ich will mehr,
ohne dich fühl’ ich mich leer,
lieb’ dich bis auf deinen Kern,
  hab' dich wie zum Fressen gern !

Schau’ ich dich mit Hochgenuss,
fühl’ ich schon den Speichelfluss,
kann den Appetit ertappen,
dich zu seh’n als leck’ren Happen.

Von den Enden bis zur Mitte,
scheinst du mir als Sahneschnitte;
nichts wär’ lieber meinen Lippen,
als an deinem Bauch zu nippen.

Glücklich schätzte sich der Gaumen,
mehr als wie bei Kuchen-Pflaumen,
wenn ich deinen Leib genösse -,
dazu ein süßes Sößlein flösse.

Schon am Morgen bin ich süchtig,
richtig hungrig, nicht nur flüchtig -;
sitze ich am Frühstückstisch,
seh’ ich ganz allein nur dich !

Auf dem Toast die Marmelade -,
Erdbeerfrüchte am Gestade -,
erscheint mir gleich dein schönes Bild,
dass die Sehnsucht mächtig schwillt.

Schmeck’ ich Süßes auf der Zunge,
bebt der Puls mir und die Lunge -;
meine ich doch dich zu schmecken -,
genieß’ mein eignes Lippenlecken.

Der Schöpfergott hat mit Bedacht,
die Frau’n anziehend süß gemacht,
zwar schuf er sie liebreizend traulich,
doch letztlich aber unverdaulich !

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