DER TINTENFISCH

 

DER TINTENFISCH

Es war einmal ein Tintenfisch,
der krümmte und der streckte sich,
wie’s alle seine Brüder tun,
um nachher davon auszuruh’n.

Und als er gerade sich so streckte,
er eine hübsche Maid entdeckte,
die schwamm nicht anders, wie auch er,
nur so ein bisschen hin und her.

Er sah das Weib zuerst von fern -
er mocht’ die Mädels gar zu gern -
darum schwamm näher er heran,
damit er besser sehen kann.

Und was er sah hat ihn geschockt,
sein tintenschwarzes Herz frohlockt’,
die Dame war ganz pudelnackt,
nur ihre Nägel war’n gelackt.

Als Kenner sah er drüber hin,
aus tief gefühlten Schönheitssinn;
besonders gut gefiel ein Stellchen,
mit einem dunkelbraunen Fellchen.

Der Tintenfisch war tief gerührt,
er hätt’ die Dame gern verführt;
weil das nicht ohne Weiteres geht,
hat er nach einer List gespäht.

Er war ein Kerl von strammer Art,
er bot sich an als Bodyguard.
Er sagte ihr, er könnt’ ihr nützen,
vor Tintenfischen sie beschützen.

So ist der Männer alter Brauch,
nicht nur bei Wasserwesen auch;
gerad' so treibt es, ist er wacker,
ein jeder kluge Menschen-Macker.

Und welcher Trick wäre da besser,
als jener der Schutzgeld-Erpresser ?!
Den Lohn für fairen Männerschutz,
gibt gern die Dame ohne Trutz.

Nie ist ein Abschirmdienst versteckt,
dicht muss er ran an sein Objekt;
der beste Schutz wird stets gelingen,
kann’s der Dienstmann fest umschlingen.

Die Logik ist nicht schwer zu greifen,
auch tät der Krake sich versteifen,
auf dieses günstige Angebot,
es sei korrekt in Norm und Lot.

So funktioniert doch jede Symbiose,
ob sittenstrenge, oder sittenlose;
wenn beide Seiten profitieren,
sollt’ man die Zweisamkeit probieren.

Das sah auch so die Schwimmerin,
extrem geschützt schwamm sie dahin;
ihr tat so mancher Saugnapf gut,
auch ein Tentakel an der Nut.

Was wär’ auch wahrhaft grandioser,
gar welcher Liebhaber famoser,
der mit acht Armen seine Liebste hüllt
und hundert Saugern ihre Lust erfüllt ?!

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