DER DELPHIN

 

DER DELPHIN

Die Rita sucht' am Meeresgrund
den jüngst verlorenen Schlüsselbund;
ein Höschen hat' sie heut' nicht an,
damit sie leichter suchen kann.

Sie muss sich dabei konzentrieren,
ein Hemdchen könnte sie genieren;
es ist bekannt, dass jeder Dress
erheblich stört beim Denkprozess.

Sie sucht' schon lange hin und her,
da kam von fern und ungefähr,
ein stattlicher Delphin geschwommen,
hat' sich der Rita angenommen.

Das Mädchen beugte sich beim Bücken,
und bog beachtlich seinen Rücken,
das schien dem Tierchen zu behagen,
deshalb verlor es jedes Zagen.

Mit einen schlauen Kennerblick
besah er Ritas Zuckerstück;
die wusste kaum wie ihr geschah,
denn der Delphin war frech und nah.

Sie spürte schon die Atemblase,
aus des erregten Fisches Nase,
da hat es blitzschnell sich bedacht
und beide Beinchen dicht gemacht

Doch da ging das Dilemma los,
man kann zwar paddeln ohne Hos',
doch ohne forsches Beine-Breiten,
konnt' Rita nicht von dannen gleiten.

Was tat sie da aus purer Not ?
Sie dachte: „Lieber den, als tot !“
Der Herr Delphin war sehr beglückt,
auch war er wirklich gut bestückt.

Mit einem herrlichen Charakter,
auf jeden Fall sehr viel kompakter,
als man es hätte je erwartet -;
der Fisch war keinesfalls entartet !

Anschließend, sogar ohne Fluchen,
half er bei Ritas Schlüsselsuchen -,
gestand auch dann, er hätt' geneckt
und das Gesuchte selbst versteckt.

Schließlich verschwand er ohne Eile;
und wir erseh'n aus jeder Zeile,
wie falsch sind doch die Vorurteile,
Delphine seien Schweine -, geile.

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