FAHRT AUF LINDISFARNE

 
 
 
FAHRT AUF LINDISFARNE
 
Thor segne Schwert und Ruderblatt,
flieg, Hugin, uns voran,
wir brechen auf vom Kattegat,
im Drachenboot-Gespann.
 
Finbogi stößt ins Auer-Horn,
weit hallt der Schall im Fjord,
Jarl Ragnar steht am Steven vorn,
wir sinnen Raub und Mord.
 
Das ist der Rache gutes Recht,
nach Schottland geht die Reis‘,
zur Loki-Brut von Lindisfarn‘,
die sei der Raben Speis‘ !
 
Der Kloster-Säcke fette Brut,
samt ihrem Bücher-Wahn,
zerstoßen wir mit Odins Wut,
in Blut und Flammen-Tran.
 
Die Hetzer aus dem Morgenland,
schmäh’n unser Heim und Heil,
sie metzelten am Aller-Strand
Vieltausend‘ mit dem Beil.
 
Der böse Karl, der Römer-Wicht,
verstellt der Freiheit Furt,
er spie in uns‘res Nordens Licht,
er gleicht dem Thursen Surd.
 
Hej auf, wir reiten jetzt geschwind,
nach Westen geht der Törn,
Langschwerter, Eisenhelm und Schild,
am Ruder wacht der Björn.
 
Weh‘ euch, ihr Pfaffen allesamt,
wenn unser Zorn erwacht,
Odin hat euern Trug verdammt,
den Kerl am Kreuz verlacht.
 
 
 
Lindisfarne war ein um 635 gegründetes Kloster auf der Insel Lindisfarne in der nordöstlichen britischen Grafschaft Northumberland. Die Abtei wurde ein Zentrum der intoleranten Christenreligion mit ihrer tückischen, aggressiven Klosterkultur. Von der Insel aus trieben die fanatisierten Mönche mit List und Tücke die Christianisierung Englands und des Festlandes voran. Im Jahre 782 hatte der fränkischer Heidenschlächter-König Karl bei Verden an der Aller 4.500 der edelsten Freiheitskämpfer hinmetzeln lassen. Am 8. Juni 793 wurde Lindisfarne von heidnischen Wikingern angegriffen, um diese christliche Wut-Zentrale auszuräuchern.
 

 

Bild: Albert Sebile

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