DEUTSCHER LEBENSLAUF

 
 
 
DEUTSCHER LEBENSLAUF
 
Jung und dumm und Kommunist,
„gute“ deutsche Regel ist !
Denn ein jugendlicher Tor
stellt die Welt banal sich vor.
 
Er beschaut das Welt-Gekröse,
meint, er sähe Gut und Böse,
will das Böse dann bekriegen,
meint, am Kapital wird‘s liegen.
 
Er brüllt mit der „Antifa“,
bleibt so blöd‘ als wie er war,
wird missbraucht und ferngelenkt,
denkt, dass er so selber denkt.
 
Irgendwie kommt er an Zaster,
liebt den Luxus, liebt das Laster,
liebt den Fluss der Lebenssäfte,
macht auch dreckige Geschäfte.
 
Später auf der Lebensreise,
wird er alt, doch wenig weise,
glaubt, es müsse mehr noch geben,
als das bisschen Erdenleben.
 
Alt und dumm, da wird er Christ,
„gute“ deutsche Regel ist !
Bald darauf, als toter Tor,
auch nicht klüger als zuvor.
 
Immer, nicht nur dann und wann,
war der Narr ein Hampelmann,
den die dunkle Macht betrog
ihn an seinem Faden zog.

 

Bild: „Michel und seine Kappe“ - leicht ergänzt - (Eulenspiegel Nr. 13, 24.3.1849, S. 51)

 

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