IGEL-GESTÄNDNIS

 

IGEL-GESTÄNDNIS

Wohlbekannt ist mein Gelüste,
von den Bergen bis zur Küste,
mach’ ich mich als Igel-Mann,
allzu gern an Schnecken ran.

Such’ sie stets in allen Ecken,
Schnecken können nie erschrecken,
mag sie beißen, lutschen, lecken,
wollen alle Tag mir schmecken.

Wenn sie ihre Äuglein recken,
aus den Wiesen, aus den Hecken -;
rote Schnecken, schwarze Schnecken,
muss ich mir ins Mäulchen stecken.

Ich kenn’ manchen süßen Seim,
nichts geht über Schneckenschleim,
mein Genießer-Herzchen klopft,
wenn er aus der Schnecke tropft.

Wie ein Honig zieht er Fäden,
ach, was soll ich drüber reden -,
wenn ich nur darüber sinne,
beißt mich jäh die Wahnsinns-Spinne.

Ich liebe diese Schneckenleiber,
gerad’ wie meine Igel-Weiber -,
tragen die am stillen Fleckchen,
eben auch ein Zucker-Schneckchen.

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