2./26. RUNE dagaz - Tag/Tagvater/Schöpfergott, lat. Diespiter (der polare Demiurg)

 
Germanische Schmiede
 
ZEITRAUM DER RUNE
 
 
Das Yin hat das Yang hervorgebracht,
aus Mutters Nacht ist der TAG erwacht.
Der nächtigen Erdenfrau erster Ertrag
war die Erwirkung von Himmel und Tag.
Aus Gaia-Rheia-Hera, dem Ur-Weltweib,
erwuchs der sich wölbende Himmelsleib;
der Lichtleib des Uranos-Chronos-Zeus,
erfüllend erhält er das Himmelsgehäus‘.
Auch aus der Edda ward gleiches gehört,
denn DAGR-Thor spross aus Nott und Jörd.
Jupiter - DIES-piter, der „Tages-Vater“,
galt als Erschaffung der Terra Mater.
 
Die Erde lässt sprießen jegliches Ding,
das achtet der himmlische Herre gering;
er misst die Wesen nach seinen Maßen,
er ebnet dem Hohen die Siegesstraßen;
er bauet der Ordnung erhabene Burg,
Zeus-Jupiter-Thor -Donar, der Demiurg.
Er schlägt die der Urwelt Verwandten,
die im Wirrwarr wohnenden Giganten,
die Chaos-Kinder, die rasenden, rohen,
die Gottes Wirken und Walten bedrohen.
Die Riesen rafft er mit Riesenmacht,
er hat die Titanen zu Fall gebracht.
Seine wirksamste Waffe ist Feuer-Licht,
sein weiter Wurf die Würger zerbricht;
es regieren Himmel, Länder und Meere,
die Blitzgeschosse und Strahlenspeere.
Fernhin wirbelt sein trefflicher Hammer,
den Trollen und Joten zu herbem Jammer.
Die Finsterlinge, er findet sie immer,
es tötet die Gnome sein Gottesschimmer.
Das helle Heil, der himmlische Brand
ist des Segensherschers Siege-Garant.
 
Die gute Ordnung, die Gott begründet‘,
die er mit seinen Werken verkündet,
erraten wir richtig als Regel-Schwur
in der Wirklichkeit der dualen Natur;
zwei gegen-gerichtete Grundgedanken,
die sich erhalten im ewigen Schwanken,
Kräfte, welche sich streiten und stützen,
im Pendelschlage schaden und schützen.
Den Gegensatz hat Gott-Vater bestellt,
der TAG schuf die Polarität der Welt;
lebendigen Wohlklanges bleibender Takt,
der doppelphasige Rhythmus, - ein Fakt !
 
Als das Tageslicht in die Runde trat,
begann sich zu drehen das Weltenrad,
weifenden Weges Verglimmen und Gluten,
Erwachen - Ermüden, Ebben und Fluten.
Hinauf und hinab geht der gültige Gang,
nach oben und unten führt aller Drang;
gemächlichste Bahn oder heißes Gehetz‘,
jeder Lauf unterliegt dem Wellengesetz.
Das Plus oder Minus, Weniger und Mehr
ist stetigen Fortganges beste Gewähr.
 
Göttlicher Zwielauf, - Gott ist die Zwei,
der Herr zwang ein Lebenssystem herbei,
wild-wirres Wachstum war vor ihm schon;
er schuf uns‘rer Ordnung planvolle Fron.
Er regelt Bewegung zwischen den Polen,
Zwiespalt und Spannung hat er befohlen.
Denn ist jeder Lichtleib Gottes Organ,
auch den Gegenpol umklammert sein Plan !
 
Auch den Finsternissen wurde er Vater,
der rastlose, alles umringende Rater.
Bewegung zu wahren, bewähren sich Wellen,
des Lebens nimmer versiegende Quellen.
Ist Gottheit gebahnte Lebendigkeit,
umspannt sie des Daseins innersten Streit,
umfasst sie der Wellen Wurzel wie Wipfel,
der Weltenwerdung Urgründe und Gipfel.
Ein Wille durchwaltet das Höhengefunkel,
bis hin zu des Tartaros tiefestem Dunkel.
Licht erhebt sich aus grausen Schächten,
die Tage verblassen in hüllenden Nächten.
Grab-Ruhe der Erde, - des Donners Getöse,
das Steigende - Fallende, Gute und Böse.
Gütlicher Friede erstarrte im Krampf,
Gottes Gesetz ist die Fehde, der Kampf !
 
 

Gemälde von Mårten Eskil Winge

 
Was würde das Licht ohne Dunkel taugen,
Licht wie auch Dunkel sind Gottes Augen.
Augen des Himmels, - die Sonne, der Mond;
der Himmel verfolgt, der Himmel verschont,
er versengt mit glühenden Sonnenstrahlen,
Leiber lässt er verschmachten in Qualen,
doch mag auch des Mondes milder Schein
Seelen-Stimmung verklären zum Seligsein.
Vom Mond-Auge träufelt Tau und Regen,
himmlisches Wasser hilft Heilen und Hegen.
Die sonnigen Tage, die mondhellen Nächte,
einer ist Schirmherr der Strahlen-Mächte.
Licht-Luft galt als der Gottheit „Leib“;
am Himmel hat Helligkeit ihren Verbleib.
Die Kuppel gleicht einem Giganten-Haupt,
als dessen Augen Mond und Sonne geglaubt,
der „herrlichen“ Lichter gar hohes Gemach:
des göttlichen Selbstopfers Schädeldach.
Ist das ganze Welthaus ein „Gottesschädel“,
wär‘ alles darinnen, - dämonisch ob edel,
die schönen, guten und hässlichen Ranken
nur glimpfliche - grässliche Gottesgedanken.
 
Es klingt Gewissheit schmerzhaft schrill:
Es kann nicht sein, was Gott nicht will !
Warum muss oft Hohes dem Niederen weichen,
warum soll liebliche Schönheit erbleichen,
warum nur ist Liebe mit Laster gemischt,
wie lang‘ siegt die Lüge über das Licht ?
Eine Lösung leuchtet uns früh oder später;
eine Antwort fanden die Mütter, die Väter:
Die Gottheit gestattet das Böse und Gute,
es liegt ihr in Händen als Lohn oder Rute,
sie wollte der Welt ihren Maßstab geben,
eines zu meiden, nach anderem zu streben.
 
Schönes scheint schön, Gerechtes gerecht,
ein Leitstern lenkt das Menschengeschlecht.
Ohne göttliche Regel in jedermanns Brust,
wie hätte das Wähnen und Wollen gewusst,
woher wär‘ Empfinden und Fühlen beschenkt,
hätte Gott nicht Gewissen uns eingesenkt ?!
Er wollte die Welt mit Bösem beschweren,
im Ringen nur kann sich Rechtes bewähren;
im Widerstand kann sich das Gute erzeigen,
so wird ihm im Kampfe der Kosmos zu eigen.
 
Es handelt der Herrgott mit beiden Händen,
seine Rechte reicht er, um Segen zu spenden,
seine linke Hand leistet Lügen und Leiden;
der Mensch ist gerufen, sich zu entscheiden.
Die weihenden - würgenden Mächte winken,
sie rufen zur rechten, - locken zur linken.
Doch göttliche Gunst liegt auf dem Guten,
dem Frei-Frank-Frommen, dem Frohgemuten.
Mit Helligkeit herrschet des Höchsten Huld,
schädliche Schatten erkennt er als Schuld.
Sind Menschen verkörperte Gottes-Gedanken,
zwei Gruppen, welche sich ziehen und zanken,
zwei Hände, die gegeneinander ringen,
im Ringen den Ring des Lebens erzwingen,
zwei Söhne im ständigen Streite stehend,
wechselnd von Sieg zu Verlust sich drehend ?
Wär‘ der finstere Bruder einst überwunden,
wäre Frieden im einigen „Nichts“ gefunden.
Dann wäre Gott gänzlich mit sich allein,
dann läge nur Licht im streitlosen Sein.
Gottes gute Gedanken, die rechten Kinder,
werden kommenden Ewigkeiten die Künder,
vom höchsten Triumph, von göttlichster Tat,
da die Urkraft ihr Urselbst geläutert hat.
Dann zieht wohl ein lichter Wind so kaum,
und wieder ziert‘ Ruhe den zeitlosen Raum.
 
Dereinstiges Glück der gediegenen Geister,
jener mustergültig vollendeten Meister,
galt als erreichbar vor Ablauf der Zeiten
im Wohnsitz der Guten, der Körperbefreiten.
Bis sie wieder tauchen ins Weltengetümmel,
da tagen sie traulich im heiligen Himmel;
nicht ohne den Streit, doch ohne das Leid,
das friedvolle Welt-Ziel liegt ja noch weit.
 
Stätten der festlichen, göttlichen Freude,
gleichnishaft glitzernde, gold‘ne Gebäude,
auf kosmischem Kegel von schierem Kristall,
die Halle der Helden, die hehre Walhall.
Rundum „Glasisvellirs“ schimmernder Rain
und „Glasislundr“ – „Glasir“, der glänzende Hain.
Gladsheimes strahlend - glückseliger Saal,
frommer Absichten Sehnsucht wohl allzumal.
Und keiner, der nicht für immer da bliebe,
in „Wingolf“, dem weihenden Haus hoher Liebe.
Heime der Freundschaft auf Glanzes-Gefilden,
darin die Gefährten in glücklichen Gilden.
Doch „Gimle“, untilgbar durch Feuersbrunst,
ist der Dritte Himmel und Gipfel der Gunst,
jener Garten getreulichster Gottes-Minne,
der Gupf des Guten, die verzückende Zinne.
Dahin soll‘n sich sonder Säumen empfehlen
all die makellosen, vollkommenen Seelen,
wenn sie sich wenden vom weltlichen Spiel
zu Zone und Zustand dem zeitlosen Ziel,
wo die Allerwahrhaftigsten sich bewahren,
wohin sämtliche seligen Geistwesen fahren,
wenn sich das Ragnarök richtend erfüllt,
das Schicksal der guten Schöpfung enthüllt.
Ein geläutertes Licht nimmt endliche Rache,
tot sind Schlange und Wolf und Toten-Drache;
der Zwiespalt göttlicher Werdung zerbricht,
über glückhaften Gauen liegt nur noch Licht.
 
Wir errieten der Urgottheit Rune, das „D“,
wir wissen, als Zeichen für TIU galt „T“.
Wer trachtet, TIWAZ von THUNAER zu trennen,
derselbe Ursprung ist nicht zu verkennen.
Wie wurde der Lichtgott im Liedgut genannt ?
Den TUISTO besang das germanische Land !
DUISCO, der Doppelte, lautet sein Namen,
er gab der Menschheit den zwiefachen Samen.
Zwar lässt er die Dunklen, Unholden gewähren,
doch er lohnt ganz allein das gute Gebären.
Aus der Urmutter Erde galt er entsprossen,
hellhaarig, helläugig sind seine Genossen.
Er ist Vater des Tages und aller Teutonen.
Wo Kinder mit Haaren wie Goldfäden wohnen,
ist das Land seiner Liebe mit Segen betaut,
geht sein Hauch über himmelsluftweiße Haut.
Dort spiegelt sein Blau sich in aller Augen,
damit seine Söhne als Lichtkämpfer taugen.
Und seine Töchter, licht-schimmernde Disen,
seien als himmlischste Schöpfung gepriesen.
So schien er sichtbar, der Ahnherr der Ahnen,
dies war der Glaube der rechten Germanen.
 
Ein höchster Trumpf-Stab im Runen-Strauß
war Würfelnden einst der zwei-äugige DAUS,
der Himmels-Herrscher mit feurigen Augen,
die Seelenmächte hinsenden und -saugen.
Ihn umdachten Druiden im Eichen(duir)-Hag,
DYAUS, DEVA, DIES-Piter, den „Vater TAG“,
der DAIMON, DAGDA, THOR-DONAR, der Datte,
Ge-Gerdas, der Erden-Frau, deftiger Gatte.
Ihr zum Danke erhält er sein Himmelsdach,
seine Licht-Augen wandern wählig und wach.
DYAUS-ZEUS-JIJPITER-DONAR-TIu sind einer,
„Alugod“ - Allvater, - allsonst ist keiner !
 
Für DINGIR, die göttliche Himmels-Vision,
stand der Acht-Stern in Altsumers Religion.
Auch zur Ehrung des Zeus-Jupiter-Jahweh
bewahrt‘ sich die gleiche Zahl-Wert-Idee.
In China erschien sie als männliches Maß,
während der Sieben weibliches Wesen einsaß.
 
Im „Buche der Wandlung“, der Weisheitsamme,
des Daseins Verdichtungen acht Diagramme;
von acht Kosmos-Körpern der Upanishaden
zu Buddhas acht Bildern und Gottesgnaden;
der ägyptischen Urzeit „urgöttliche Acht“;
Ahura-Mazdas Emblem achtstrahliger Pracht.
 
Wir glauben der Gleichung im Völkerkreis,
der Gottes-Bewahrung im gleichen Geleis‘.
Aus dem Geiste der Runen ist zu erkennen,
mit „D“ und „T“ war der Herrgott zu nennen;
die sind in THEOS - DEUS - TIU - DAG dabei,
seine Zahlzeichen aber sind Acht und Zwei.
 
Theos - Deos - Tiu heißt „Bringer des TAGES“.
Er ist Stifter des ersten Stundenschlages.
Was die indogermanischen Begriffe meinen:
dei-, diu ist das Schimmern und Scheinen.
Der leuchtende TAG und des Himmels Glanz,
vom Wortstamm die gleiche höchste Instanz,
aus der Wurzel dheguh, hell sein, brennen;
so war dago- von daga- niemals zu trennen.
Keltisch dago- = gut; der gute Gott DAGDA,
urnordisch daga = DAG; der Gottheit so nah.
Der Urwortsinn gibt uns wahren Bescheid,
Gott und Güte, Tag, Himmel und Helligkeit
sind zusammengefasst zur freudigsten Fülle,
früher Gott-Erkenntnis erhabenste Hülle.
 
DONAR, der Himmelsherr mit dem Hammer,
in eddischer Spätzeit der bärige Rammer,
zeigt er ein polterndes, derbes Gepräge,
mit Mjollnir führt er zermalmende Schläge.
Er schleudert die Waffe, den weißen Blitz,
doch wo blieb des Himmels weiser Witz ?
Wo blieb des Vaters Weisheit im Walten,
wie könnte nur Kraft den Kosmos erhalten ?
Sein echteres Bild erhellt manches Lied,
einst war er der wissende Weltenschmied.
Den Hammer trägt er seit urfernen Tagen,
wie es die schwedischen Felsbilder sagen.
Wie die vielen Funde der Vorzeit verraten,
die wir erlangten durch „Lehre vom Spaten“.
Eine ununterbroch’ne Überlieferungsdauer
beweist die Bedeutung bald dem Beschauer.
Aus Urquellen strömt uns‘re Brauchtumsflut,
auch die um den Hammer, dem Herrn-Attribut:
Die Axt schützt noch heute vor Blitzgefahr,
so wie es vor Tausenden Jahren schon war.
Der Hammer weiß auch jetzt noch zu weihen,
er fördert des Neubeginns gutes Gedeihen.
So gebührt ihm im Runenkreis nur ein Ort,
wo die Zeiten beginnen, ganz allein dort !
Auch erfordert den herrlichen Hammersegen
das Freien, als Fortgang auf frischen Wegen.
Eine göttliche Waffe muss lohnen und rügen,
der Hammer, die Axt, zerfetzen und fügen.
Kein anderes Rüstzeug, kein zweites Gerät
ist so zwingend von deutlichster Polarität.
 
Der Hammer kann hadern - helfen und heilen,
zusammenfügen kann er und auch zerteilen.
So wurde er himmlischen Herrgotts Symbol,
in ihm pulsiert Spannung von Pol zu Pol.
Des Weltherrn Werkzeug: Hammer, Axt, Beil
schmiedet Tod oder Leben, - Hass oder Heil.
Kaum verändert erkennbare Sinnbilder ragen
bis in unsere Stirn aus den Steinzeittagen.
Auch heute noch bitten ja brünstige Beter
Thorr-Donars entartete Stellvertreter.
Ihr Beil, überdauernd, den Unhold bedroht,
und ebenso hilft es bei Krankheit und Not.
„Sankt Olaf“, der nordische „Ahnenspross“,
ein Nachfahre Thors, - aller Guten Genoss,
hält wie „Sankt Wolfgang“ die Axt in Händen,
um damit die Leiden der Frommen zu wenden.
Wolfgangs Name ist wahrlich beziehungsvoll,
wer wagt den Holmgang mit wölfischem Troll ?
Wer lebt dort wie hier in neuer Gestalt ?
Unser Gott, der als Held und als Heiler galt !
 
Zweiseitig sind Himmel, Herr und Hammer,
gleich kleinster kosmischer Zellenkammer.
Das winzigste Haus ist zum „Himmel“ erhöht,
in den Herzen sogar wohnen Baldur und Höd.
Zwei Seiten sind beide des Tag-Gottes Teil,
als Wahrbild vertritt ihn das DOPPELBEIL.
Zweiteilige Werdung, sie ist sein Werk,
der DOPPELHAMMER galt als Gottes-Gemerk.
In steingrauer Urzeit, den Ahnen zu eigen;
als zweites Zeichen im runischen Reigen;
selbst in des Weistumes spätester Frist,
nie hat man den Heiligen Hammer vermisst.
Des zweieinigen Schöpfers Sternen-Fanal ‚
aller weltlichen Zwienatur würdiges Mal.
 
Der Runenschöpfer zeigte gar zweifelsfrei,
zum Himmel-Hammer-Tag-Gott gehört die Zwei.
Doch der Meister hat tiefer darüber gedacht,
dem Tag- und Zeitgott gebührt auch die Acht.
Alle Achtung sei ihm, dem Ordner des Alls,
nicht wär‘ wohl Welt-Wahrung widrigenfalls.
Der Herrscher erhält mit dem Hammerschlag,
wie der Zeit-Pendel hin- und herziehen mag.
Doch wie immer er wandert, ob her oder hin,
Gottes Sinn ist in ganzer Strecke darin.
So zeigt Tag-Vaters runische Zeiten-Uhr
das Geheimnis der göttlichen Zahlen-Natur.
Dreizehn heißt Tod, - dreizehn heißt Leben,
dreizehn mal zwei muss Gesamtheit ergeben.
Die Sechsundzwanzig preist Gottes Pracht,
sie wächst aus der Zwei und wird zur Acht.
Die Acht tragen beide, der Tag-Gott und Tyr,
deshalb gilt beiden die gleiche Gebühr.
Ihre göttliche Acht tut sich dreimal kund
im sich ringenden runischen Kosmos-Rund.
 
Tiwaz/Tiu/Ziu und auch Thunaer/Donar/Thor,
aus beiden schaut der eine Ur-Gott hervor.
Ihn zeichnet die Acht seit uralten Zeiten,
es unterstehen ihm alle acht Himmelsweiten.
 
Es waltet sein Willen im wildesten Wetter,
er wirft seine Waffe - und wehe dem Spötter.
In den hohen Himmeln schien er zu hausen,
von Höhen herab klang sein Sturmesbrausen.
Seine Faust sendet Feuer, die Augen brennen,
wer könnte den Herrn und Herrscher erkennen ?
Zwiespältig sein Wesen, verleitet zur List,
zwingendes Weltgesetz lehrt uns den Zwist.
Licht löst die Rätsel der ringenden Rater,
im huldvollen Höhenglanz wird er uns Vater.
Im Schimmern der Flammen ist er zu schauen,
er zündet die Tage aus grämlichem Grauen.
Dunkelheit schließt er in tiefe Schlünde,
schleudert die Gegner in schaurige Gründe.
Dann lodert er lieblich mit farbigen Düften,
ist er doch fassbar in flimmernden Lüften.
Gott ist Licht und Luft und Raum und Schall,
das allgegenwärtige Ding im gesamten All.
Trotz sicherstem Sinnen, Hören und Sehen,
göttliche Vielfalt ist nicht zu verstehen.
So bleibt nur das Bild einer namlosen Kraft,
die sämtliche Sachen erschuf und erschafft,
die die Dinge regelt, der es rüstig gelingt,
dass die Welt in erhaltender Weise sich ringt.
 
Jahr bedeutet „Gang“, der Sonnenrad-Lauf,
aus der Winterwende wandert die Sonne herauf.
Jedoch auch der Mond ist des Jahres Ermesser,
„Jahr“ meint den Weg des Lichtes wohl besser.
Licht ward geboren zum Anfang der Welten,
von Mutter gezündet in nachtschwarzen Zelten.
Die Licht-Geburtsstunde kehrt jährlich wieder,
zur Wendenacht kommt die Lichtmutter nieder.
Aus Schwarzmond-vertarntem, dräuende m Dunkel
springt flutendes, steigendes Strahlengefunkel.
Welcher Macht ist der erste Jahr-Mond geweiht ?
Dem Vater des Tages, Beherrscher der Zeit !
Allgöttlichem AION war der Anfang zu eigen,
von gleicher Art muss Gott JANUS sich zeigen.
Ob Zeus, Chronos, Zurvan, der gleiche Betrag,
sind ja alles nur Namen für Lichtvater TAG.
Im Anfangs-Monat schließt er den Himmel auf,
als Himmelspförtner beginnt er des Jahres Lauf.
Als Himmels- / Zeitenherr trägt er zwei Köpfe,
der Pantokrator, der Allgott aller Geschöpfe.
janusköpfig die Zeiten, gleich zweier Rivalen;
der Waage des Schicksals wippen zwei Schalen.
Für Kosmos-Gott ZERVAN regieren zwei Söhne;
der Schöpfungen gibt es schlechte und schöne.
Im Monat der Frühe, wenn Schöpfung erwacht,
hat man allzeit der höchsten Gottheit gedacht.
Im Mond nach der Winter- und jahreswende,
im Monat der Licht- und der Lebensspende,
wenn der Mond ins mächtigste Rund erblüht,
erster Vollmond des Jahres am Himmel glüht,
dann feiert die Gottheit ihr heiliges Fest,
„DREIKONIG“ ist nur ein kläglicher Rest.
 
Einer Mär nach kamen drei Magier gezogen,
die Legende ward listenreich umgelogen.
Jener persischen Priester unsich‘re Zahl,
man hörte von zwei, vier, von sechs einmal,
auf „Drei Könige“ ward sie zurechtgedichtet,
auf die altgläub‘ge Andacht hin zugerichtet.
Da sollten aus Sternkennern Könige werden,
aus Himmels-Erkundern Herrscher auf Erden.
 
Wer war‘n die DREI KÖNIGE in alten Tagen ?
Warum wurde verfremdet ihr Fest übertragen ?
Wenn zu rollen begann einst der Jahresring,
dann tagte der Gottheit Versammlungsthing,
zu des Wetterherrn Wohnung fanden sich ein
bei Gottvaters Behausung im trauten Verein,
die Götter, sie hielten im festlichen Saal
ein die jährliche Schöpfung weihendes Mahl.
Gottes Teilwesenheiten, sie traten zusammen,
da doch alle der einen Urkraft entstammen;
drei Götter, drei Herren in einem Verbund,
dreimal lebt der Regent im runischen Rund !
Drei KOSMISCHE KÖNIGE erkannten die Ahnen,
gleich ob Inder, Iraner, Kelten, Germanen.
Grundkräfte des Weltalls waren zu scheiden;
drei vereinigte Götter verehrten die Heiden !
Die Trimurti von Brahma, Vishnu und Shiva;
Hindus hofften auf Shiva, Vishnu und Krishna;
Mächte der Werdung, Erhaltung, Zerstörung,
der göttlichen Ordnung und wilden Empörung.
Auch Mithras war ein dreigleicher Meister,
auf einem Körper drei Köpfe, drei Geister.
 
Einst die urdeutschen Scharen des Ariovist,
sie trauten der Dreiheit, die sichtbar ist;
jene Wirkungskräfte in Sonne, Mond, Feuer
erschienen wohl göttlich, hehr und geheuer.
Drei Abbilder hatten die Alemannen erhoben,
im goldenen Gleichnis die Gottheit zu loben.
Auf ein höchstes Dreigestirn wurde gebaut,
Thunaer, Woden, Saxnot war Sachsen vertraut.
Für Schweden thronte Gottes Dreieinigkeit
in der Tempelbilder kunstvoller Wesenheit.
Es gewährten Erhörung die hohen Geweihten;
Thor stand mit Odin und Freyr zu den Seiten:
Gott-Vater, Gott-Geist und erlösender Sohn,
der Gottheit vermenschlichte Inkarnation.
Ihre Wahrzeichen sind fromme Fingerzeige,
die Axt, der Speer und das grüne Gezweige.
Die Attribute und die drei Heilsgestalten,
in den HEILIGEN KÖNIGEN sind sie erhalten,
Thor-Donar der Vater, Odin-Wodan der Geist,
und der junge Freyr-Fro, der erlösend reist.
Wo der uralte Glaube am längsten verblieb,
sind dem Volke Knut, Olof und Erik so lieb.
Und ob im Bewusstsein die Götter erstarben,
sie geistern lebendig in ihren drei Farben:
Das Schwarz birgt Wodans unsichtbares Licht,
mit dem Rot der Vater und Feuerherr spricht.
Und was uns Herr Fro, der Heilbringer, zollt,
das ist Reichtum, Geschmeide und Ährengold.
 
Drei Fürsten - drei Farben - ein Fahnentuch,
das Gesamte zu fassen, ein schöner Versuch;
sinnschwerer Einklang symbolischer Streifen,
in drei Aspekten die Allheit begreifen,
der Vollkommenheit Teile zu sehen, zu zeigen,
heißt, vor dem Dreifachen Gott sich verneigen.
 
Dreimahlig, so mahnt selbst des Mondes Rund;
vielgründig verrät sich der gründlichste Grund.
Drei sonnige Augen steh‘n gleißend und glau
als ein himmlischen Halo im nordischen Blau.
 
Die ersten drei Zahlen - ersten drei Zeichen,
den Runen des Aufganges müssen sie gleichen.
Die ersten drei Stäbe, sie stellen es dar,
wie die Gottheit der Runen beschaffen war.
Denn der Meister malte die Macht-Majestät
mit Bildern und Tönen der „Runen-Trinität“.
Die EINS meint‘ immer den „Urmutter-Schoß“,
dem die Formen entquillen, - verfassungslos.
ZWEI gehört dem herrisch-regelnden Planer,
dem ratenden, richtenden moralischen Mahner.
Und DREI als Vollendung des Göttlich-Guten
zeugt von des „Kindes“ glückgebenden Gluten.
 
Weil ungleich die Weisen der Wissenden sind,
steht EINS für Frea oder Wodan, den Wind.
Lauscht nur den Lehren, - den alten Liedern,
Gesamt-Gottheit lebt in drei Gottes-Gliedern.
Zwei Haupt-Lehren waren in Vorzeiten schon:
Die eine meint‘ Mutter, Gottvater und Sohn.
Hier sind Isis, Osiris und Horus, der Held,
zum System der Erlösung zusammengestellt.
And‘re nannten, woraus sich Göttliches speist,
nicht „Urmutter“, sondern „Urgottes Geist“.
 
Was Urgründen entgrünt, sinkt in sie zurück,
also lautet der Lehrweisen leitenden Stück.
Was dem Weitweib entwächst, es welket dahin,
so geht das Gewordene zu Grund und Beginn.
Und endlich fällt jegliche Flut oder Fülle,
jede Form einer Faser und schützenden Hülle,
zurück auf des Erzgeistes Geister-Gesinde,
in die Welt der Ideen, der göttlichen Winde.
In das ewige Wehen geht Fels und Gemäuer,
in Winde hinein fließen Lichter wie Feuer.
Sie zernagen die Berge und bauen sie wieder;
der Wind singt die urwelt-göttlichen Lieder.
Er wurde ein Gleichnis für Mutter und Vater,
jener alles durchdringende Wotan, der Water.
Er, die EINS, der Urgeist, dem alles entstammt,
hat mit ZWEI den Vater des Tages entflammt
und die DREI zum Heilen und Helfen gesandt.
 
Zahlreiches Zeugnis zeigt zweifelsbefreit
den dreieinigen Gott in urvölkischer Zeit.
Wir fragen nach Funden, fernen, verstreuten;
Denkmäler dauern, - wohl sind sie zu deuten.
 
Was ein vorkeltischer Stein erweisen will,
jener dreigesichtige Kopf von Corleck-Hill,
dass in früher nordischer Kulturkreis-Dauer
schon die irischen Großsteingräber-Erbauer
im uralten Glauben, - dem niemals versehrten,
eine dreiwesig-einzige Gottheit verehrten.
Deren Bild zierte besser als mögliche Worte
die Gedenktafel der IV. gallischen Kohorte.
Einen Dreikopf barg das Moor von Himmerland,
auch der von Glejbjerg/Ribe wurde bekannt.
Aus dem Fundhorizont ist nicht zu sondern
das goldene Runenhorn von Gallehus/Tondern.
Wir können es uns nicht deutlicher denken,
das Runenhorn mag die Bestätigung schenken,
da steht er so sichtbar, der Glaubensstock,
der Dreihäuptige mit Hammer und Haberbock.
Der Segenshammer und Steinbock der Sterne
sind dem jahresweihenden Donar nicht ferne.
Nicht zu fassen wär‘ die Fülle der Funde hier,
wir erwähnen nur Metz, Mons, Reims und Trier.
Einst erregten die Pommern unredlichen Spott,
sie schworen bei Triglav, dem Dreikopf-Gott.
Über den vermag ahnungsvermittelnd zu reden
jener Bildwebteppich von Skog aus Schweden.
Da stehen drei Götter und Dreikopf zusammen,
die gründiglich gleichen Gedanken entstammen.
Es trugen die Friesen, um Gefahren zu hemmen,
als Amulette Dreigötter-, die Alsengemmen.
Sie zeigen Figürchen mit Zweigen in Händen,
die Götter selbdritt, den Segen zu spenden.
Woher kam dieser Kult mit den Weihezweigen ?
Schon nordischer Bronzezeit war er zu eigen.
Ist nicht auch in dieser Urzeit, der grauen,
die dreimächtige - eine Gottheit zu schauen ?
Aus bebilderten Felsen blickt der Befund:
Dreigestalt stehen Götter im einenden Bund.
 
Wenn das Jahr seinen ersten Vollmond erhebt,
zu den Sternen die silberne Kugel hinstrebt,
aus nachtschwarzen Bergen der Ferne springt
und sich ein in den Reigen des Himmels ringt,
dann feiert die Gottheit ein artiges Feiern,
bald wird sie wieder die Sonne entschleiern.
Ein Fest der Drei Götter sowie der Fru Gode,
für die Weisen verwoben zum waltenden Wode.
Der schimmert im Mond, der die Seelen wiegt,
und der wandert im Wind, der die Weiden biegt.
Über frostharte Felder stiebt er den Schnee,
er tanzt mit den Flocken auf eisstarrem See.
Er wimmert und wirbelt in wildesten Weisen,
so will er die Große Rau-Nacht durchreisen.
 
Diese Nacht möchte Gott seine Guten besuchen,
in den Kammern duften die Kerzen und Kuchen.
Vor den Katen lärmen die Knaben, die Knechte,
sie üben des Brauchtums gedeihlichen Rechte.
Mit knall enden Peitschen, schlagenden Glocken,-
von Licht und Lärm lässt sich Leben anlocken.
Drei Götter, drei Brände, drei Kerzenflammen,
lasst hinüber uns springen dreimal zusammen.
 
Es reinigt das Feuer, es entlasten die Lohen,
es entsühnen die Kräfte der herrlichen Hohen.
Ihre fügliche Ladung wird festlich verkündet,
bis zum Morgen bleiben die Lichter gezündet.
Der Allmutter weiß sich die Muhme verpflichtet,
sie hat für Frau Berchta den Bissen gerichtet,
vom Fensterbord locken die dampfenden Kräpfel,
aus den Berchtelboschen äugen die Äpfel.
Heute dürfen wir heimliche Wünsche enthüllen,
die möchte uns die nahende Gottheit erfüllen.
Und dem Vieh steht bis hin zum Hahnenschrei
auch das Reden nach menschlicher Weise frei.
 
Die Hausfrau bricht Heilbrot aus Honigteig,
auf den Tischen liegt segnendes Eibengezweig.
Bei der Esse der Urahn raunt weihende Worte,
da pocht es im Dreiklang an Läden und Pforte.
Alle schwärmenden, lärmenden Nachbarsbuben,
die dringen verbutzt in Stallung und Stuben.
Sie vertreten sichtbar die heimlichen Holden,
sie soll‘n des Gehöftes Gedeihen vergolden.
Die Schläge der hölzernen Hämmerchen hallen,
und Würfe von prasselnden Erbsen erschallen.
Sinnzeichen Gottes in zaub‘rischen Zeiten,
sie vermögen, die magischen Mächte zu leiten.
Die Zotteln, die blanken, sie zepfeln, sie zieren,
auf langen Stecken springen die Schieren.
Der Schellenrührer schwingt jach sein Gerölle,
mit Rumpelglocken verjagt man die Trölle.
 
Wieder senkt sich die Stille heimelig sacht
auf die heilige Perchten-, Dreikönigsnacht.
Der Klöpfelinsabend ist klangvoll verklungen,
auf dem Herd zittern zaudernde Flammenzungen.
Der Bauer bringt Brand in die Räucherpfanne,
legt Bocksbart, Wacholder, Rossspan und Tanne
über gleißende Glut zum glückhaften Glimmen,
Gesundheit und Segen dem Heim zu bestimmen.
Nun ranken durch Räume die rauchigen Ringe,
nun wabert das weihende Schwadengeschlinge.
Es windet sich Weihrauch in Winkel und Ecken,
wo wollten sich Wichte des Übels verstecken ?
Und spät, nach des Rauchganges letztem Stapf,
stellt die Mutter dem Kobold den nährenden Napf.
 
Der Ohm schürt am Ofen obsorgend das Feuer,
schon hecheln die Scheite erhellend, geheuer.
Gesinde und Sippschaft, gelagert im Kreise,
sie zechen den Würzwein nach Altväterweise.
Es kommen in Pelzen von frostkalten Pfaden
die Genossen und Gäste zum Umtrunk geladen.
Sie läuten und lachen und wollen sich laben,
sie lieben der Trinkhörner leibliche Gaben.
 
Das Haus ist gereinigt, gesegnet die Stätte.
Es beginnt des Jahrkreises festliche Kette;
mit den Kosmos-Königen, dem göttlich Guten,
ihrer Dreiheit entfließen die Segensfluten.
Zum Gipfel hinan ist der Glanzmond gegangen,
jetzt wird er mit frommem Frohmut empfangen.
Hochneujahr ist da, - die Trinkhörner kreisen,
alle Mächte von Himmel und Erde zu preisen.
 
Und der erzweise Ehwart tritt aus der Runde,
der Großbauer bat ihn zur festlichen Stunde;
mit dem Daumen vermischt er Asche und Fett,
drei Macht-Runen malt er auf‘s Pfortenbrett.
Die Zeichen der Dreiheit als ziemliche Zier,
das heißt, die Drei Hohen weilten auch hier.
 
Wie ist dieser Zeitpunkt im Jahrlauf zu sehen,
wie der Berchten-/Dreikönigstag zu verstehen ?
Vielwurzelig hat sich ein Festknäuel verwoben,
zwei Hauptfeste sind hier zusammengeschoben.
Bedingt durch Verschiebung der Winterwende
und den Eingriff kalenderreformender Hände,
wurde Brauchtum der jährlichen Mutternacht
auf mehrere Nächte der Jul-Zeit verbracht.
Vier Nächte und Tage sind eng verwandt:
Es steht Lucina als Eleithyia bekannt,
doch gerad‘ in der Wendenacht (der alten),
wie Berchta und Hulle, die Muttergestalten.
Galt ja Perchta als Prunkende, Prächtige,
als lichtbringend Mutternacht -Mächtige;
als längste Jahrnacht ist sie die Sehrende,
doch als „Barchta“ die Sonnen-Gebärende.
Mit dem Ersten Tag, den die Göttin gebar,
entsteigt der Neumond-, Wendenacht das Jahr.
Jeder Jahresbeginn liegt in Mutters Zeit,
drum trägt er mit Recht ihres Namens Kleid.
 
Doch des folgenden ersten Vollmondes Glanz
umschimmert des Lichtherrn dreiwesigen Kranz.
In den Tagen der jahr-ersten Mondlichtflut
hob der Lichtherr den Hammer, sein Attribut,
der Himmelskönig, ein einz‘ger in Dreien,
des Jahres gedeihlichen Fortgang zu weihen.
Wenn die Lichtgottheit ersten Segen gesendet,
ward ihr sicher ein Dankopfer zugewendet,-
im Gottesdienst mochten sich Ahnen befleißen:
Thunaersblostar / Thorrsblot müsste es heißen.
Im isländ‘schen Thorrablot blieb es bewahrt,
wenn auch in entartet-verkümmerter Art.
Die Winterwende ist die bedeutsamste Statt
auf der Weltzeituhr runischem Zifferblatt.
Die längsten Nächte, die kürzesten Tage,
das „Licht“ wird zum Steinbock in dieser Lage.
Nun gilt es zu klimmen den Nordberg hinan,
mit dem Kletterer fängt der Tiu-Kreis an.
 
Die Heiligen Drei Könige sind Wodan-Wili-We,
die in Gestalten geschiedene Ewigkeits-Idee.
Denn Gott war, er ist und wird immer währen,
drei und sechs woll’n den Zeitkreis erklären.
Die kosmischen Könige: Geist, Vater und Sohn,
steh‘n vereint zur unlösbaren Gottesunion.
Drei Götter, drei Fürsten, drei Lebensschritte,
das sind der Hohe, Gleichhohe und der Dritte.
Hoch im Norden „Har-Jafnhar-Thridhi“ genannt,
ihr Symbol ward zu jeglichem Schutze verwandt.
Ober jedem Hoftor prangt‘ hütend ihr Zeichen,
da mussten die Schrate und Nachtmahre weichen.
Und so stehen auch über dem Eingang der Zeit
drei Runen der Gottheit als Jahresgeleit.
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