WIKINGERZEITLICH-RUNENKUNDLICHES

Wikingerzeitlich-Runenkundliches

 

„Maes Howe“ / „Maeshowe“ ist auf Mainland eine mehr als 5.000 Jahre alte „chambered cairn“ bzw. Begräbnisstätte der westschottischen Orkney-Inseln. Die neuere Forschung vermutet als Ursprung für den Namen „Maeshowe“ eine „Old Norse“ Form des Namens, der soviel bedeutet wie der „Frauen- oder Mädchenhügel“ und stellt den Maeshowe in eine auch anderweitig belegte Tradition eines in den Details in Vergessenheit geratenen Frauenkults. Der Hügel wurde von Wikinger-Jungs im 12. Jh. aufgegraben und geplündert. Die fröhliche Bande hinterließ eine sehr große Sammlung von Runeninschriften. Es war eine typische Gruppe abenteuernder männlicher Jugendlicher, die  herumalberte und Geschichten über Schätze und ihre eigene sexuelle Leistungsfähigkeiten schrieb. Man findet heute einen unscheinbaren Grabhügel vor. Nur im Rahmen von Führungen kann man ihn auch von innen besichtigen. Die Hauptkammer wird durch einen 12 Meter langen, sehr engen und niedrigen Tunnel geduckt erreicht. Der Besuch lohnt sich. Die Grabkammer, die Nebenkammern und vor allem auch die Runeninschriften sind sehr interessant und amüsant.

„Diese Runen wurden geritzt von dem runengelehrtesten Mann des westlichen Ozeans“, prahlt der Verfasser dieses Textes (s. Abb. 2 + 3). Der erfahrenste Runenschreiber der westlichen See gab weiter an, jene Axt benutzt zu haben, die einst „Gaukr Trandilsson“ aus Island gehörte. Die Richtigkeit seiner Behauptung belegte der Schreiber dadurch, dass er gleich drei verschiedene Schreibstile benutzte. Die Inschrift besteht sowohl aus verschlüsselten als auch normalen Runen. Neben dem Kapitän seines Schiffes, stammten einige Männer aus Rognvalds „Kreuzfahrertruppe aus Island“, von denen sich auch weitere auf dieser Wand verewigt haben. Auch eine Wikingerfrau war dabei, die Schreiberin Lifolf. Die Köchin des Earls, war kein Heimchen am Herd, sondern Kreuzfahrerin, des Schreibens kundig und in alle Geheimnisse der sie umgebenden Männerclique eingeweiht. Hier kommt die gleichberechtigte Rolle der Frau bei den Wikingern zum Ausdruck. Es heißt, dass die Frau Lifolf als vollwertiges Mitglied der Kreuzfahrertruppe mitreiste. An den Wänden stehen so menschlich anrührende Sätze wie: „Ingeborg [Ingigerðr] ist die schönste Frau der Welt“.

 

Die Kreuzfahrer ließen keinen Spaß aus, auch dieser allzumenschliche Satz ist hier zu lesen: „Þorný vögelt [und] Helgi schreibt”.

 

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Ein Runenstab der am Kai in Bergen / Norwegen gefunden wurde bezeugt den schelmischen Gebrauch von Runen. Die Linien in den Bärten der Männer stellen eine verschlüsselte Nachricht in Runen dar.

 

Die kodierte Nachricht ist ziemlich unverblümt: „Küss mich“, ist auf ein Stück Knochen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert geritzt, das im schwedischen Sigtuna gefunden wurde.

 

Zwei Männer, Sigurd und Lavrans, ritzten im 12./13. Jh. ihre Namen in standartrunischer und in einer codierten Kurzrunen-Schrift in diesen Stock, welcher bei der norwegischen Stadt Bergen entdeckt wurde. Dieser Fund half dem Runenforscher Jonas Nordby den sogenannten Jötunvillur-Geheimcode zu knacken. In Skandinavien sind viele solcher beschrifteter Stöcke ausgegraben worden. Sie stammten aus dem 11./12. Jahrhundert und nur wenige Inschriften darauf verwendeten Codes - und noch weniger den Jötunvillur-Code. Dieser sei nur aus neun Inschriften bekannt, wie man hört, welche man verschiedenen Orten Skandinaviens fand.

J. Nordby ist der Auffassung, dass die Wikinger die Codes nicht allein benutzten, um Botschaften zu verschlüsseln. Sie hätten sie vielmehr zu Bildungszwecken genutzt. Es gab zu dieser Zeit weder staatliche noch private Schulen, in denen das Runen-Alphabet dem Nachwuchs gelehrt werden konnte. Aber indem man es über Spiele, Gedichte und Codes weitergab, brachte man es der nächsten Generation spielerisch bei, erklärt der Runen-Experte. Die Wikinger hätten sich jedoch oft Botschaften auf Stöckchen zukommen lassen, erklärte der Wissenschaftler im „Guardian“. „Sie benutzten sie wie mittelalterliche SMS“. - (Photo: Aslak Liestøl / Museum of Cultural History, University of Oslo)

 

GERMANEN-HETZE
 
Es wird geschwätzt, es wird gehetzt,
stets gegen unsere Ahnen:
„Barbaren war’n Germanen !“
 
Sie wären dumm, im Geiste krumm,
sie hockten zwischen Eiben
und konnten nicht mal schreiben.
 
Sie wären blöd’ -, Germanien öd’ -,
nur Säufer, Sumpf und Wälder,
mit blutiger Schlachten Felder.
 
Die Presse rügt -, die Zeitung lügt,
sie sind vom Feind erfunden -,
man muss sich selbst erkunden !
 
Der Ahnen Geistesblitz und Witz
ersann Schrift und Kalender,
war mancher Weisheit Spender !
 
In Schwert und Beil allein das Heil
sah nie ein deutscher Ahne,
kein Wikinger, kein Germane !
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