HLEWAGAST

 

HLEWAGAST

Wer gesandt sich fühlt aus dem Sternensaal,
wen senget und sehret der Sehnsucht Qual,
wen geißelt des Gottsuchers glühendes Mal -,
der fühlt sich als Fremdling im irdischen Tal.
Ihm steh'n alle Zeichen zum höheren Zweck,
zum eigenen, fernen, jenseitigen

EK !

 

Solch ein Rufer rang einst ohne Rast und Ruh‘,
seiner Seelenheimat - den Sternen - zu,
er drängte in Treue zum göttlichen Du,
er schuf sich des Sturmes geflügelten Schuh -;
es löste des Leibes beschwerliche Last,
der ratweise, rühmliche

HLEWAGAST !

 

Die Zukunft lag düster - Dunkelheit dräute,
es grämte der Gottfeinde Glockengeläute,
wüst hauste der Hunnen unmenschliche Meute.
Wird Braves und Blankes zur wölfischen Beute ?
Gar nach Sonne und Mond griff die arge Gefahr:
Wüsste Heil zu erhalten, der

HOLTIJAR ?

 

Kein Gode galt so mit der Gottheit vertraut,
sein wallendes Haupthaar war würdig ergraut,
er riet gegen Siechtum mit Runkraft und Kraut,
wie meisterlich hat er gebildet, gebaut -,
zwei Goldhörner goss er, wie‘s keiner je sah,
zwei Gebete um Hilfe und Hulde -,

HORNA !

 

Er bat Gott mit Galster und Geist um Gunst,
schuf ein Zeugnis der Runen- und Zahlenkunst,
durchbrandet von heil’ger, sternseliger Brunst,
dass nimmer obsiege der Finsternis Dunst.
Gelobt sei die Schöpfung, das A wie das O,
Raum - Zeit und die Od-Kraft -

TAWIDO !

 

 

DIE OSTERFEST-KATASTROPHE VOM 16. April 413

Hlewagast ist der Name des Goden (altgläubiger Priester), welcher sich als Schöpfer der beiden goldenen Kulthörner aus dem Anfang 5.Jh. (anlässlich der totalen Sonnenfinsternis am Mittwoch, dem 16.04.413) zu erkennen gab, die man in Nord­schleswig bei Tondern bzw. Rosengaard-Gallehus fand.

Die beiden Hörner müssen im Kultzusammenhang mit dem germanischen Haupt-Frühlings­fest, dem Sigrblot/Ostern, in den Neumondnächten des April vom Jahre 413 gestanden haben. Sigrblot wurde gehalten zur 5. Jahres-Neumondphase (vom wintersonnwendlichen Jahres­anfangs-Neumond aus gerechnet), als höchste Frühlings-Opferfeier, unter dem Motto: til sigr - at sumri, wie es in altnordischen Quellen heißt - sie läutete den Sommer ein -, vergleichbar mit dem späteren christlichen Ostern/Pascha. Prof. Hartner fand im Bildwerk des runenlosen Hornes die Darstellung der Gestirnkonstellation, die während der totalen Sonnenfinsternis am Wotanstag/Mittwoch, dem 16.04.413 um 14.15 Uhr, im Raum Rosengaard/Tondern sichtbar wurde. Ausgerechnet während der Kultfeierlichkeiten des Sonnensieges musste die von weit herbeigeströmte Feiergemeinschaft erlebten, wie sich das „Siege-Gestirn“ so machtlos-unfähig erwies, dass es sein eigenes Verschlungenwerden durch die Finsternismächte nicht abzuwehren vermochte. In den letzten 21 Jahren waren nicht weniger als 19 Mondfinsternisse vorausgegangen - eine totale nur ein halbes Jahr zuvor, am 4.11.412. Welche religiöse Erschütterung aus solchen Erlebnissen entstehen musste, lässt sich denken. Die Frage stand im Raum, ob es sich möglicherweise um Vorankündigungen des Weltunterganges, des Rag­narök, handeln könnte. Diese große Herzensnot seiner Gemeinde, die allgemeine Zukunfts­angst, von der er selbst, trotz all seines Wissens, nicht unberührt geblieben sein dürfte, wird die dramatische Hauptveranlassung für das Meisterwerk des Hlewagast-Holtijar gewesen sein. Der stärkste Runenzauber sollte helfen und die Notwende erzwingen - eine grandiose Bitte um Aufschub der Katastrophe wurde den göttlichen Mächten entgegengesandt.

Die Inschrift des Runenhornes lautet: „EK HLEWAGAST HOLTIJAR HORNA TAWIDO“ (Ich, der Holsteiner/Waldpriester, machte das Horn). Ein Bild des kleinwüchsigen Hlewagast ist auf dem Horn eingraviert. Die Inschrift ist ein gematrisch-mathematisches Weltwunder und singt ein zauberisches Beschwörungslied für die 13. Rune, die hl. Jahres- bzw. Raum- u. Zeitrune im runischen O.D.iNG-System (runensystematisches A-B-C) --, denn Gott ist das Raum-Zeit-Kontinuum ! -- Siehe dazu auch: Prof. Heinz Klingenberg: „Runenschrift – Schriftdenken – Runeninschriften“, Carl Winter, Heidelberg 1973. ISBN 3-533-02181-5

 

Pin It