DAS ODING-RUNEN-WUNDER

 
Das endlose Kalender-Zeitenrad der Oding-Runen
 
DAS ODING-RUNEN-WUNDER
 
Seit vierzig Jahren Zeitenlauf,
steht die Wahrheit wieder auf !
Runen-Wahrheit, seit 2.000 Jahren,
zeige ich, wollt Ihr sie erfahren ?
 
Die heilige Sechs ist Wodans Zahl,
sie hieß „Erlösung“ anno dazumal.
Die große Hoffnung ihrer Würde,
war einst der Runen heilige Bürde.
 
Es dreht der Runen Jahres-Kreis
sich unendlich in solcher Weis‘:
in fernster Zukunft Ewigkeiten
und rückwärts in Vergangenheiten.
 
Die Sechs fügt sich aus Drei x Zwei,
Erdgeist und Himmel sind dabei:
„Fuða“, aufgereiht zum Schreiben,
„Oding“ will zum Beten treiben.
 
Erstes ist endlich, wie Irdisches ist,
die Buchstabenreihe lebt kurze Frist.
Zweites kreist im endlosen Kreisen,
im Zeitenrad, so wissen die Weisen.
 
Was dieser ODING-Kreis erweist,
mit dem die Zeit zur Zukunft reist:
Erilari waren Zahlenenthusiasten,
vor denen alle ABC‘s verblassten.
 
Grunderkenntnis zum Oding-Fuðark
 
Die deutsch-germanische Buchstabenreihe der 24 Runen, mit der jedes deutsche Wort problemlos geschrieben werden kann und in der zusätzlich der wahre deutsch-religiöse Volks- und Sprachsinn lebt, weil aus ihm heraus das runische System geordnet wurde, nennt sich Oding-Fuðark. Im Gegensatz zum ABC, mit seinen 26 lateinischen Buchstaben, die ohne höheren Sinn, allein zur Wiedergabe von Wörtern erdacht sind, tragen die Runen die ganze Fülle der deutsch-germanischen Weltsicht in ihrem Gepäck. Ihre gnostische bzw. zahlenmythologische Kernaussage ist das Loblied der 3 und der 6, denn aller guten Dinge sind 3 und die 6 gilt als „Vereinigung der Gegensätze“, „Kosmos-Symbol“ sowie als Zahl der theosophischen „Erlösung“. Es war ganz selbstverständlich, dass mit dem Erstarken des gewalttätigen karolingisch-römischen Kirchenchristentums, im 6. bis 8. Jahrhundert, die Runen als Schreibmedium dem staatlichen Verbot anheim fielen und somit aus dem Gedächtnis des Volkes entfernt worden sind. Die Deutschen sollten ihre Identität verlieren, um ganz im katholisch-internationalistischen Völkerbrei aufzugehen. Eine zweite Attacke gleicher Couleur vollzog sich nach Weltkrieg II., als die fremden Machthaber die Runologie aus der Germanistik-Wissenschaft entfernten, um sie der Skandinavistik einzuordnen, damit sich ein Germanistik-Student nicht mehr automatisch mit diesem germanistischen Grundobjekt befassen sollte. Die ungeliebte Runologie machte trotzdem gute Fortschritte, weil starke Geister, allen Behinderungen trotzend, sich um unser germanisches Ahnenerbe liebevoll verdient machten. Dazu, neben etlichen anderen, gehören Wolfgang Krause (1895-1970) u. Herbert Jankuhn, mit dem Werk „Runeninschriften im älteren Futhark“, 1966. Auch Karl Hauck (1916-2007) der in seinem Werk „Goldbrakteaten aus Sievern“, 1970, die germanisch-mittelalterlichen Goldamulette zu lesen lehrte. Sowie der geniale Heinz Klingenberg (1934-2018), welcher mit seinem Werk „Runenschrift - Schriftdenken - Runeninschriften“, 1973, den gematrisch-pythagoreischen Aspekt der Runeninschriften aufzeigen konnte.
 
Nach meiner Erkenntnis, die ich seit 1981 vortrage, auch mit dem Buch „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, 1993, ist die Ur-Runenreihe rechtsbeginnend-linksläufig zu verstehen, so dass ihr Titel, nach den ersten drei Runenbuchstaben, als „o.d.ing“ zu lesen ist. Dergestalt hat sie ihr Schöpfer konzipiert, was daran zu erkennen ist, weil die mythologischen Zahlen-Zuordnungen nur dann einen Sinn ergeben, indem sie die mythologischen Runen-Namen bestätigen. Es wird so sein, dass der Runenerfinder die rechtsbeginnende Oding-Leseweise als religiösen Kerbstock und als Kultkalender für die Erilar-Adepten erschuf, während er die linksbeginnende-rechtsläufige Fuða-Leseweise als profanes Schreibmedium lehrte. Die beiden Titelbegriffe der links- und der rechtsläufigen Verständnisweisen der 24er Runenreihe sprechen für sich: Oding heißt germ. „Od-Kind/Geist-Produkt und Fuða heißt germ. „Hintern/Fuß bis Hüfte“. Wo der ursprüngliche Beginn der Lesung zu suchen ist, dürfte damit geklärt sein. Dass hohes Menschentum mit der Geist-Seele und nicht mit dem Hintern-Fuß seinen Anfang nimmt ist unstrittig.
 
Wir müssen davon ausgehen, dass die Angaben der „Gesta Hludowici“, zutreffen, wo sie über König Ludwig I. „der Fromme“ (778-840) mitteilen, dass er, Sohn des Franken-Königs Karl, den die Christenkirche zum „Großen“ kürte, die runischen Zeugnisse  unserer Vorfahren vernichten ließ. Es heißt in Kap. 19: „Die heidnischen Liedwerke [„carmina“], die er in seiner Jugend gelernt hatte, verachtete er und wollte sie weder lesen noch hören noch lehren.“ Sein Vater Karl hatte die Texte, laut Einhards „Vita Karoli Magni“, Kap. 29, noch sorgsam sammeln lassen. „Ludwig der Fromme“ war unbestreitbar in einem verblendeten Fanatismus befangen der die „Verchristlichung“ des Frankenreiches gegen alle Widerstände vorantrieb. Diese Tatsache wird auch dadurch dokumentiert, dass er während der Synode von Mainz, im Jahr 813, auf die dem Volksgott Wotan gewidmete Woche ab Herbstbeginn, das Fest des Erzengels Michaels, dem „Fürst der Synagoge“, als deutschen Festtag zum 29. September verfügte. Der deutsche Gott wurde gegen eine jüdische Mythengestalt ausgetauscht. Wegen solchen königlich-kirchlichen Vernichtungsaktionen sind in die Jetztzeit nur ganz wenige runische Texte gelangt. Wir ahnen welche Fülle germanischer Spiritualität und Intellektualität verloren gegangen ist, da die beiden einzigen runischen Langzeilen, nämlich die Runenreihe von 24 Zeichen und die Hlewagst-Goldhorn-Reihe von 32 Zeichen, diese grandiosen Geheimnisse bergen wie sie im Folgenden besprochen werden sollen. 
 
Vom Wesen der Zeit und der Zahl
 
 
Der französische Mathematiker Blaise Pascal (1623-1662) war zwar ein Apologet der unheilvollen judäochristlichen Überspanntheiten und sein Werk sollte der anachronistischen Bekehrung von Atheisten oder Zweiflern dienen, doch das tut der Richtigkeit mancher seiner Erkenntnisse keinen Abbruch. Was er zum Wesen der Zahlen ausführte, hat seine Richtigkeit behalten: „Wie groß eine Zahl auch sein mag, man kann eine größere denken, und wieder eine, welche die letztere noch übersteigt; und so ins Unendliche, ohne zu einer zu gelangen, die nicht noch vergrößert werden könnte. Und umgekehrt, wie klein auch eine Zahl sein mag, wie der hundertste Teil, man kann noch eine kleinere denken und immer ins Unendliche weiter ohne zu Null oder Nichts zu gelangen (Ein Gleiches beschreibt er für den Raum und die Zeit)“. Voltaire (François-Marie Arouet 1694-1778), der Aufklärer über die realen und geistigen damaligen Missstände war weltanschaulich der bessere Berater. Auch J.-Wolfgang von Goethe nahm Abstand zur Person Pascals: „Wir müssen es einmal sagen: Voltaire, Hume, La Mettrie, Helvetius, Rousseau und ihre ganze Schule, haben der Moralität und der Religion lange nicht so viel geschadet, als der strenge, kranke Pascal und seine Schule.“ Was aber Pascal zum Charakter der Zahlen schrieb ist frei von seinen theologischen Manien. Der große deutsche Mathematiker Hermann Weyl (1885-1955) brachte es auf den Punkt: „Was ist die Mathematik für eine Wissenschaft ? Es ist die Wissenschaft vom Unendlichen.“ Der grandiose Baseler Mathematiker Jakob I Bernoulli (1654-1705), aus einer niederländisch-protestantischen Familie, stellte fest: „Jede Wissenschaft bedarf der Mathematik, die Mathematik bedarf keiner.“ Das ist das Einzigartige an der Mathematik. Wir kommen mit dem Zählen nie an ein Ende und ebenso wenig bei der Betrachtung von Raum und Zeit. Und damit wird die Zahl ein Mittel zur Beschreibung des Göttlichen, geradeso wie es schon der Altmeister der Zahlenrealität wie der Zahlenmystik verstand und lehrte, nämlich Pythagoras (570-510 v.0). Was war über die Pythagoreer bekannt ? „Aber was die Pythagoreer von allen anderen unterscheidet, ist die Art, wie sie sich die Erhebung der Seele und die Vereinigung mit Gott vorstellen, nämlich durch die Mathematik. Mathematik war ein Teil ihrer Religion. Gott hat den Kosmos nach Zahlen geordnet, so lehren sie. Gott ist die Einheit, die Welt ist Vielheit und besteht aus Gegensätzen. Was Einheit in die Gegensätze bringt und sie zu einem Kosmos [Ordnung] vereinigt, ist die Harmonie. Die Harmonie ist göttlich und besteht in Zahlenverhältnissen. Wer diese göttlichen Zahlenharmonien ergründen lernt, wird selbst göttlich und unsterblich…“ (B.L. van der Waerden, „Erwachende Wissenschaft“, 1956, S. 154) Von pythagoreischen Schulen ließen sich die germanischen und gallogermanischen Jünger der Runen, die Erilari, anregen, die seit Jahrtausenden des Nordens, aus steinzeitlichen und bronzezeitlichen Tagen, die Himmelsberechnungen kannten und beherrschten. Das Sonnenobservatorium von Goseck, nahe Naumburg (Sachsen-Anhalt), ist das mit Abstand älteste bekannte Kalender-Rondell, rund 2.000 Jahre älter als Stonehenge. Es demonstriert, dass in Mitteleuropa astronomische und mathematische Kenntnisse schon sehr früh vorhanden waren. Schon der bronzezeitliche Sonnendiskus vom Sonnenwagen von Trundholm (um 1.400 v.0), aus einem Moor bei Kopenhagen geborgen, führt ein ornamental-kryptisches Rechenwerk des luni-solaren Jahres vor -, ebenso diverse bronzezeitlichen Noppenamphoren. Das ca. 3.000 Jahre alte Brandenburger Hügelgrab vom sagenhaften König Hinz/Heinz, bei Seddin, gilt als bedeutendste Grabanlage im nördlichen Mitteleuropa. Seine Bronzeamphore mit den Bestattungsresten eines Mannes, ist „geziert“ mit umlaufenden Buckelreihen. Vor ihrer letzten Verwendung als Urne diente sie als prunkvolles Mischgefäß für kultische Rauschgetränke bei rituellen Zusammenkünften. Dabei konnten sich die Gäste dem Himmel ganz nahe fühlen, weil das Dekor der Amphore einen luni-solarer Kalender darstellt. Das „Gegenstück“ zur Seddiner Amphore wurde im Jahre 1991 nur 70 km östlich von Seddin bei Herzberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin entdeckt. Aber Pythagoras, mit seinem gigantischen Wissen, wurde so etwas wie ein Übervater für alle mathematisch Interessierten, er wurde zum „Pontifex Maximus“ (lat. Oberster Brückenbauer), zum Oberdruiden und der Spruch seiner Schüler: „Er hat gesagt“, galt als unumstößliches Wahrheitssiegel.
 
Wie ist die Zeit zu fassen, wo ist die Zeit, was ist die Zeit ? Die Zeit ist im Himmel, im Sternenhimmel, egal was auf der Erde passiert. Die Priester wussten wo sie die Zeit ablesen konnten, sie erkundigten sich am Himmel, der lieferte die Ordnung. Der griechische Begriff „Kosmos“ meint Ordnung ! Das Jahr eines Erdenumlaufs um die Sonne besteht aus 12 Monaten und 12 Tagen. Die Zeit wurde also abgelesen am Himmel mit seinen vermeintlichen Sternbildern und deren sichtbaren Kreisbewegungen, sowie denen der Wandelsterne (Planeten). 24 Mondstände - Schwarzmonde und Vollmonde - machen ein Sonnenjahr aus, bei nur 11 Tagen Differenz. Deshalb erblickten griechische und germanische Denker in ihren 24 Buchstaben die Bezüge zum Jahr, also der Zeit. Ein Gleiches gilt für die Summierung der 24, also der Zahl 6, die mathematisch als vollkommene Zahl gilt, weil sie als einzige Zahl sowohl Produkt als auch Summe ihrer Bestandteile bzw. Teiler 1+2+3 ist, und mythologisch als „Zahl der Erlösung“ galt, weil sie als versöhnliches Modell der Vereinigung von Weltgegensätzen angesehen wurde. Man rechnete: 1 (Ursache) +2 (weiblich) +3 (männlich) = 6. Addiert man zur Ursache 1 die erste Materiezahl 2 und die erste Geistzahl 3 ergibt das 6. Zum gleichen Ergebnis gelangt man bei Außerachtlassung der 1, also 2+3=5. Deshalb bedeuten 5 (Pentagramm) wie 6 (Hexagramm) gleichermaßen das polar gegliederte All, wie die alchimistischen Werke des Mittelalters die Vereinigung der Weltgegensätze symbolisch vorführen. Da die 5 bei Aufsummierung ohnehin zur 6 hinführt (1+2+3+4+5=15=1+5=6) konnte man keinen Widerspruch und keine Konkurrenz zwischen 5 und 6 erblicken. Die Zahlen führen ins Unendliche hinein, aber keine Zahl ist unendlich. Wir kommen mit dem Zählen nie an ein Ende und ebenso wenig bei der Betrachtung von Raum und Zeit. Es lassen sich ein immer noch größerer Raum und eine immer noch längere Zeit vorstellen. Das Unendliche ist somit ein entscheidendes Charakteristikum des Göttlichen. Wie der Runenmeister und Hainpriester Hlewagast, in der Zeitwende zum 5. Jh., das Göttlich-Unendliche darstellte, sehen wir auf seinem Werk des goldenen Runenhorns von Rosengaard-Gallehus bei Mögeltondern, im südjütländischen Nordschleswig. Dazu empfiehlt sich das Werk von Prof. Dr. Heinz Klingenberg, „Runenschrift - Schriftdenken - Runeninschriften“, 1973
 
Erilar Hlewagast beschwört „das gute Jahr“ (die Zeit)
 
Der germanische Runenmeister gestaltete folgenden Runensatz rund um den Trinkhornrand: ek hlewagastiR holtijaR horna tawido; übersetzt: „Ich Ruhmesgast Holtijar [Sohn des Holt, das] Horn an­fer­tigte“. Es scheint sich um das Signum eines Werkmeisters zu han­deln, in stabgereimter Form; dreimal erscheint der h-Anlaut. Es ist aber viel, viel mehr ! Das sind 32 Runen, 2+3=5. Im Urzustand des Runen­horns sind 13 Goldreifen anzunehmen die über den Goldkern gezogen waren, ebenso wie sich das zweite unbeschädigte Goldhorn darstellt. Der Satz wurde mittels 13 verschiedenen Runen ge­schrieben. Die 13. Oding-Rune ist „j - jera“, das Jahres-Zeichen. Ein Spruch vom „Jahrbaum“ läuft durch die germanische Sprachfamilie, im Altfaröischen lautet das Rätsel zum 13-Monats-Jahr so: „Ich weiß einen Baum höchst auf dem Berge mit 13 Ästen, 4 Nester auf jedem Ast, 6 Vögel in jedem Nest, der 7. trägst eine goldene Feder“. Im Norwegischen heißt es: „Es steht ein Baum im Osterland mit 52 Ästen…“, denn „4 Nester auf 13 Ästen“ ergeben die 52 Jahreswochen oder 13 Vierwochen-Monate und 52 Wochen von 7 Tagen ergeben das Sonnen-Jahr von 364 Tagen. 7 Wandelsterne sieht man mit bloßem Auge, nach denen unsere Wochentage benannt sind. Und 7x52 Wochen ergibt wieder die Sonnenjahrestageszahl: 364. 7x13 Monate ergibt 91 und 91x4 Kardinalunkte des Jahres (S.-Wenden und S.-Gleichen) führt auch zur Zahl 364.
 
Das germanische Lunisolarjahr, wie es Beda Venerabilis (672-735) von seinen angelsächsischen Ahnen, im Werk „De temporibus“, Kap. 13, darstellte, musste das Mondjahr von 354,36 Tagen (12 synodische Monde von 29,53 Tagen) mit den Sonnenjahreszeiten in Einklang bringen. Das gelingt durch das zusätzliche Einfügen von einem 13. Monat, einem Schaltmonat, je nach Bedarf. Beda beschreibt die Einfügung eines dritten Lida-Monats zwischen Lida I. und Lida II. (Juni, Juli). Er nennt dieses Schaltmonatsjahr: „Drei-Lida-Jahr“. Dieses Vorgehen muss sein, damit die Frühlingsfeste im Frühjahr und die Herbstfeste im Herbst etwa stehen bleiben.
 
Den Pythagoreern galt das Pentagramm (Fünfstern) als heilig, es war das Erkennungszeichen unter den Ordensbrüdern. Aus pythagoreischer Schule stammt die Lehre, dass die Schönheit und Vollkommenheit der Schöpfung durch mathematische Formen erklär­bar wären. Diejenigen Dinge, an denen Figuren von mathematisch höchster Vollkommenheit zu finden sind, spiegeln danach am reinsten die durch Gott gesetzte Ordnung und Schönheit im Weltall. Der „Goldene Schnitt“ verkörpert ein derartiges Schönheitsgesetz. In seinem Sinne heißt eine Strecke dann ideal geteilt, wenn ihre klei­nere Teilstrecke zur größeren in demselben Verhältnis steht wie die größere Teil­strecke zur ganzen Strecke. Da das Ver­hältnis des „Goldenen Schnitts“ an das regelmäßige Fünfeck gebunden ist, so verknüpften die alten Wei­sen mit ihm den Begriff der Vollkommenheit und Schönheit und projizierten diese Maßver­hältnisse in die himmlische, jenseitige Welt ihrer religiösen Vorstellungen. Das Pentagramm war nach spätpythagoreischer Lehre (Lukian, De laps. 5) Symbol des Heiles und der Rettung -, was ebenso von gnostischen Schulen, wie der des Valentinus (100-160 n.0) und seines Schülers Markos, von der Zahl 6 gesagt worden ist. Diese perfekt durchdachten Schulsysteme hatten auch christliche Elemente aufgenommen und verstanden sich als die Elite des Gnostizismus.
 
Hlewagasts Inschrift ist ein durchmathematisiertes Runengebet an die Gottheit, anlässlich einer totalen Sonnenfinsternis am 16. April des Jahres 413. Die Zeit schien nicht nur astrologisch auch politisch aus den Fugen geraten zu sein, der Hunnensturm hatte ganz Südosteuropa erschüttert. Hlewagast beschwor die Erhaltung der Zeit, das „Gute Jahr“, das von der 13. Oding-Rune bezeichnet wird. 2x13 Buchstaben und 13 Silben beinhaltet die Inschrift, 13 menschliche Figuren zeigt das Horn, 13 Vierfüßler sind aufgelötet. Heinz Klingenberg weist immer erneut Vielfache der 13 im gematrisch erklügelten Schriftzug nach. Und, als Krönung des Ganzen, die gedankliche Morphologie der Inschrift in Gestalt einer Pentagramm-Reihung, die in „unendlicher“ Vergrößerung - oder Verkleinerung - der göttlichen Idealvorstellung einer absoluten Unbegrenztheit entspricht. Genau das was Blaise Pascal vom Wesen der Zahl, des Raumes und der Zeit sagte, die Unendlichkeit, hat Hlewagast durch seine kryptischen Pentagramm-Reihungen sinnbildlich verwirklicht.
 
ᛖᚲᚺᛚᛖᚹᚨᚷᚨᛊᛏᛁᛉ᛬ᚺᛟᛚᛏᛁᛃᚨᛉ᛬ᚺᛟᚱᚾᚨ᛬ᛏᚨᚹᛁᛞᛟ = ek hlewagastiz : holtijaz : horna : tawido
Die sich über der Konstruktion des Hlewagast-Schriftzugs wölbende gedankliche Pentagramm-Reihung, die ins unendlich Kleine wie Große führt.
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