RUNEN-ÜBERSICHT

Das ältere Futhark und die Runennamen in ihrer urgermanischen Sprachform nach Rekonstruktion durch Wolfgang Krause aus „Symbole und Zeichen“, Mus. Burg Bederkesa, Lkr. Cuxhaven, 1992
 

 

Herman Wirth hatte schon eine vage Ahnung von der ursprünglich rechts beginnenden bzw. linksläufigen Leseweise der Ur-Runenreihe, wie ich sie in meinem Buch „ODING-WIZZOD“,1993, erstmalig dem Publikum vorstellte. Allerdings hat er den Gedanken nur erwogen, während er die herkömmliche sekundäre rechtsläufige Leseweise zur Grundlage seiner Arbeit machte, wodurch ihm ein echter wissenschaftlicher Erfolg versagt bleiben musste. Zudem beging er den Irrtum, die falsche rechtsläufige „O-D“-Endung zu wählen bzw. den linksläufigen „D-O“-Anfang. Wolfgang Krause, der fundiertere Runenfachmann hatte aber die rechtsläufige „D-O“-Endung als richtig erkannt (siehe obige Runentafel). Der Skandinavist Heinz Klingenberg schreibt in „Runenschrift, die älteste Buchstabenschrift der Germanen“, Sonderdruck aus „Studium Generale“, Jg. 20, Heft 7, Berlin-Heidelberg-New York 1967, S. 442: „Die Mehrzahl der Forscher hat sich für die [rechtsläufig gelesene] ursprüngliche Folge d/o ausgesprochen, die die Kylver-Reihe, als ältestes Futhark-Denkmal, zeigt.“ Daraus ergibt sich eine höchst sinnvolle inhaltliche Entsprechung zwischen der rechts-beginnend ersten Rune mit Namen othala „Erbgut-Seele(n-Besitz)“ und der dann letzten Rune mit dem Namen fehu „Vieh-Geld(-Besitz)“. So beginnt die Runen-Philosophie mit dem sakralen Bekenntnis zu Sippenland und Seele und endet mit dem profanen materiellen Besitz von Vieh, einem Synonym für Geld. Sowohl im Lateinischen kommt der Geld-Begriff „pecūnia“ aus lat. „pecu“ (Vieh) u. indogerm. „pecu“ (Kleinvieh / Schafe) u. altind. „paśu“ (Vieh / Tier / Haustier / Opfertier), wie auch germ. „feħu“ (Vieh / mobiler Besitz) gleiche Bedeutung hat.

 

Hermann Wirth schrieb unter die Text-Tafel X auf der letzten Seite seines Beiheftes zum „Aufgang der Menschheit“, 1928: „Die heilige Reihe“ - Darstellung der „langen Reihe“ (,Futhark’) als ursprüngliche Folge der Monatszeichen des nordatlantischen Gesichtskreissonnenjahres. Oben - die „lange Runenreihe“, rechtsläufig geschrieben; unten - die ältere linksläufige Schreibung, mit Angabe der Geschlechter oder „Himmelsrichtungen“ in Verbindung der drei Berge…“

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