RUNEN AUF HEIDEN-KREUZEN

Abb. 1

Der Lauchheim-Siegelring

 

HEIDEN-KREUZE
 
In enger Vorurteile Haft
verstrickt sich manche Wissenschaft.
Bleibt sie christlich orientiert,
ist die Wahrheit angeschmiert.
 
Jedes Kreuzchen das sie findet,
gleich mit Christensinn verbindet,
beweist ihren Gedanken-Stich -;
das macht sie durchaus lächerlich.
 
Kreuze waren Sonnen-Zeichen,
denen Dunkelmächte weichen !
Erst der Christen Narren-Traum,
machte sie zum Galgenbaum.
 
Der Alemannen Goldblattkreuze
zierten keine Christen-Käuze.
Kreuz war Teil vom Wodan-Kult,
dieser bot die Sonnen-Huld.
 
Lauchheims Männer waren Heiden,
folgen wir den Fundbescheiden !
Goldblattkreuz mit Wodan-Haupt,
schien wohl Heiden nur erlaubt.
 
Und der Lauchheimer Siegelring,
ist ein geheimnisvolles Ding,
voll Sinnbildern vom Runengeist,
der heidnische Gedanken preist.

 

Der goldene Siegelring, aus etwa 660/680 n. 0, wurde im Grab eines adeligen Alemannenkriegers auf dem Friedhof Lauchheim-Wasserfurche gefunden Gewicht = 12,58 g, Durchmesser der Ringplatte 1,9 cm). Die Symbolik weist ihn als rein heidnisches Kunstwerk aus, obwohl er von einer christlich-fixierten „Wissenschaft“ als ein „wichtiges Zeugnis für die Christianisierung der Alamannen“ gilt. Auf dem Ring ist überhaupt kein Christenkreuz abgebildet. Die irrige Auffassung fehlgeleiteter „Fachleute“ resultiert aus deren Unkenntnis des heidnischen Sonnenkreuzes, das schon in der Steinzeit bis zur Bronzezeit in Mittel- und Nordeuropa (nicht nur dort) in vielen Varianten nachweisbar ist.

 

Auch die sog. „Goldblattkreuze“ aus Lauchheim werden christlichen Toten zugeordnet, obwohl auf ihnen der schnauzbärtige Wodankopf neben altheidnischer Schlangenornamentik erscheint. Solche Kreuze wurden, auf ein Grabtuch aufgenäht, dem Toten auf Gesicht und Mund gelegt. Diese Sitte hatten die Alamannen von den Langobarden aus Italien übernommen. Die widerspenstige Christianierung der Alamannen zog sich lange hin. Sie konnte erst nach dem grauenhaften karolingischen „Blutbad von Cannstatt“ (746), wo der alemannische Uradel ausgerottet wurde, einige Erfolge vermelden.

 

Abb. 2

Zahlenwerte des Ringbildes

 

Die Zahlensprache des Ringes spricht folgende altgläubige Sprache: Die Anzahl der Randnocken von unten Mitte („1“) nach rechts bis oben, beträgt bis Mitte oben 24 (mit Quersumme 6), also die Runen-Anzahl. Von unten links, mit „1“ beginnend, nach oben, beträgt die Nockenanzahl 21, also die Asen-Zahl des ODING, was den Bezug zum Wodan-Kult aufzeigt. Zusammengenommen beträgt die Anzahl 45 mit Quersumme 9, der Sonnenzahl des ODING. Die jeweils 3 Bällchen am Ringreifbeginn dazugezählt ergibt 51 wieder mit Quersumme 6, also der runischen Totalzahl. Die Anzahl der Mähnenhaare vom Sonnen-Ross beträgt ebenso 15, Quersumme 6.

 

Abb. 3

Kosmisches Schema im nordischen Felsbild

 

Das Bild des Lauchheimer Ringes zeigt eine rein altgläubige Symbolik. Im Mittelpunkt steht das wodanische Gottes-Ross, das zu keinem Zeitpunkt eine Bedeutung in christlicher Mythologie besaß. Es ist in erster Linie ein altes Zeitsymbol, wie es uns die Rasiermessergravuren und Felsritzungen von Sonnenpferden der skandinavischen Bronzezeit bekunden, wo das Tier die Sonne zieht. Auf dem Lauchheim-Ring steht das Pferd ( ) mit Vorder- und Hinterbeinen über zwei Jahr-Runen-Zeichen (  ). Die Bildaussage ist leicht durchschaubar: Die Ewigkeit die sich von Jahr zu Jahr  weiterzieht. Der solare Glanzcharakters des Pferdes wird durch die Nocken- und Strahlenreihe aufgezeigt die sich über die gesamten Rücken- und Nackenpartie des Tieres hinzieht. Die potente Befruchtungskraft des Tieres deutet der markante Pferdepenis an. Aus dem Pferderücken erhebt sich das kosmische Schema der Weltstütze unter dem angedeuteten Himmelsdach, flankiert von Mond und Sonne, in Höhe der darunter liegenden Ebene der Menschenwelt. Das kosmische Schema zeigt bereits ein bronzezeitliches nordisches Felsbild von Arendal / Tanum / Bohuslän (Abb. 3 - Papierhandabrieb mit Fingerkraut und Kohlepapier - Länge der Senkrechten: 33 cm).

 

Der Mond hat die Gestalt des „unter sich gehenden“ Gestirns. Die alemannischen Vorfahren - aus dem deutschen Norden kommend - waren astronomisch sehr erfahren und kannten den Rhythmus der auf- und absteigenden Mondbahn, welche wesentlich schwieriger zu erkennen ist als der Ablauf der Mondphasen (zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond, Neumond oder auch 1. Viertel bis letztes Viertel). Ich folge den Ausführungen der Schweizer Walter Hauenstein AG, Baumschulen & Garten-Center: Im alemannischen Süddeutschen und in der Deutschschweiz wurden die Ausdrücke „Obsigend“ und „Nidsigend“ seit langer Zeit für den Verlauf der Mondbahn verwendet. Obsigend steht für aufsteigend und Nidsigend für absteigend. Mit Aufsteigend ist der Mond gemeint, dessen Umlaufbahn um 5º von der Umlaufbahn der Erde abweicht, jede Nacht im Bezug auf die Fixsterne etwas höher steht als in der vorhergehenden Nacht. Ist die höchste Position erreicht, erfolgt der Wechsel zu Nidsigend. Mit diesen Begriffen bezeichneten die Bauern die optimalen Zeiten für die Aussaat, Pflanzung, Ernte und den Schnitt. Der über sich gehende Mond erstreckt sich vom Beginn des Tierkreiszeichens Steinbock bis zum Ende des Sternzeichens Zwillinge. Der unter sich gehende Mond umfasst den Bereich vom Beginn des Tierkreiszeichens Krebs bis zum Ende des Sternzeichens Schütze. Nidsigend wird auch Pflanzmond genannt. Es ist die Phase des Aufnehmens. Die Natur befindet sich in einer gewissen Ruhe. Der Saftanstieg ist gering. Es wird gesät, gepflanzt, die Baum- und Sträucherschnitte erfolgen, es wird gedüngt und das Schlagen von Nutzholz erfolgt. Einem Christen war die Beachtung des Mondes in dieser frühen Zeit nicht erlaubt; den Christen wurde jeglicher „Gestirnskult“ als absolut verwerflich gepredigt ! Auch aus diesem Umstand ist der rein heidnische Charakter des Ringes erkennbar !

 

Die Jahr-Runen, das Weltstützensinnbild, das Pferd, der Pferdepenis, der Fruchtbarkeitsmond, die Zahlensprache --, ich bezeichne jeden dieser universitären sog. „Fachleute“, welche den Lauchheimer-Ring als frühchristlich bezeichnen, als dösköpfig ! Bei Publikationen über derartige Funde ist es üblich, den Bock zum Gärtner zu machen. Die „Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern e.V.“ bittet beispielsweise ausgerechnet einen Theologen namens Prof. Dr. Dr. Müller, Lehrstuhlinhaber für kirchliche Landesgeschichte an der Universität Freiburg, „Fachmann zum frühen Christentum“, ein Büchlein zu schreiben über die alemannischen Funde in Südwestdeutschland. Das Produkt „Heiden und Christen“, 1987, ist dementsprechend. Das Publikum wird nicht objektiv unterrichtet, es wird vielmehr positiv in die „glorreiche“ Bekehrungsgeschichte der Alemannen eingestimmt. Wo auch sollte ein christlicher Theologe die Motivation hernehmen, an einer korrekten und fairen Darstellung des von ihm gehassten Heidentums ?! Das muss und darf man schon sagen, dergleichen krude Methoden der Volksverdummung wären im Dritten Reich - zumindest auf diesem Sektor - nicht passiert.

 

GOLDBLATTKREUZE

 

Bronzezeitliches Sonnenkreuz-Emblem (7 cm hoch) in Bernsteinscheibe, (Jütland / Dänemark - Nationalmus. Kopenhagen). Die kleine Sonnenstandarte war offenbar ursprünglich in einem Kultschiffsmodell eingesteckt.

 

Die Sitte der Goldblattkreuze in langobardischen, allamannischen und bajuwarischen Gräber des 6./7. Jhs. bestand darin, dass man die dünnen Goldplättchen einem Tuch aufnähte, welches man den Verstorbenen über das Gesicht legte. Es war eine Zeit des heidnisch-christlichen Synkretismus, also der Vermischung verschiedener Glaubenstendenzen. Aus diesem Grunde sind die Aussagen höchst irreführend, den Beerdigungsbrauch der Goldblattkreuze als rein christlich zu bezeichnen. Mit Sicherheit verstanden sich diese damaligen Menschen nicht im Entferntesten im mittelalterlichen oder im heutigen Sinn als Christen. Das sollte bei Betrachtung der Kreuze berücksichtigt werden ! Unübersehbare altheidnische Symbolismen finden sich auf den Kreuzen. So zeigt das Kreuz von Spötting (Abb. 4), einem ostgotisch-alemannischen Siedlungsbezirk, den Wodan-Kopf mit den beiden Haarknoten, die auf den heidnischen Goldbrakteaten ein typisches Merkmal des germanischen Haupt-, Heil-, Zaubergottes darstellen.

 

Abb. 4

Goldblattkreuz von Spötting, Krs. Landsberg/Lech

 

Abb. 5

Goldblattkreuz von Gingen a.d. Brenz, Krs. Heidenheim

Das Goldblattkreuz aus dem besonders reichen alemannischen Männergrab Nr. 26 des 6./7. Jhs. von Gingen (Abb. 5) zeigt einen zum Kopf abgerundeten oberen Kreuzarm. Die drei anderen Kreuzarme sind mittels verschiedener Knotenbandmodeln geschmückt. Im zentralen Medaillon das altgläubige Knoten-Emblem. Das schnauzbärtige Männerantlitz meint Wodan, was durch die Dazustellung der beiden Seelenvogelbleche unterstrichen wird. - Zwei gleiche wodanische Seelenvogelbleche fanden sich auch im Männergrab Nr. 48 von Donzdorf.

 

Abb. 6

Goldblattkreuz von Ulm

Goldblattkreuz von Ulm, Wodankopf im Profil, vom Flechtband umkränzt, am Ende der 4 Kreuzarme Odal-Runen-Schlingen (um Ende 7. Jh.).

 

Abb. 7

Goldblattkreuz von Andelfingen, Krs. Biberach

Abb. 8

Goldblattkreuz Lauchheim, Männergrab 38

Abb. 9

Goldblattkreuz von Sontheim a.d. Brenz, Krs. Heidenheim, Männergrab 83

 

Karlmann (714-754) der merowingische Hausmeier (Regierungschef) berief im Jahre 742 an einem unbekannten Ort das sog. „Concilium Germanicum“ ein, eine sog. „Reformsynode“ der fränkischen Bischöfe, wo er den herzitierten Kirchenhäuptlingen seine Vorstellungen von einer germanischen Kirche diktierte. Anwesend wer der vom Papst mit allen Vollmachten ausgerüstete missionswütige Angelsachse „Erzbischof“ Winfried Bonifatius und sechs weitere Bischöfe, nämlich Burghard (Würzburg), Regenfried (Köln), Winta (Büraburg), Willibald (Eichstätt), Dadanus (Erfurt) und Edda (Straßburg). Kaum 4 Jahre später (746) verfügte der Machtpolitiker den allerchristlichsten Massenmord an den bekehrungsunwilligen Alemannen, das sog. „Blutgericht zu Cannstatt“, mit der Beseitigung der gesamten alemannischen Führungsschicht. Von einem rügenden Aufschrei der menschenfreundlichen Bischöfe hat man nie etwas vernommen. Die Kirchenorganisation und deren Klöster-Äbte waren willige Erfüllungsgehilfen der Gewaltpolitik von Karlmann, der seine politischen Gegner töten oder in die lebenslange Gefängnisverwahrung hinter Klostermauern verschwinden ließ. Die Politik der Karolinger war erfolgreich weil gnadenlos brutal. Die alemannischen Herzöge und Adligen waren zu einem Thing geladen worden und unter dem fadenscheinigen Vorwurf des „Hochverrats“ sämtlich niedergehauen. Damit wurde das freie Alamannien führerlos und in der Folgezeit von eingesetzten fränkischen Gaugrafen regiert. Die jetzt einsetzende Zwangsmissionierung, erzwungen durch die imperiale fränkische Außenpolitik, hatte den Charakter einer Umerziehung zum knechtischen Untergebenengehorsam, konkret nicht anders als das von den Weltkrieg-II.-Siegern in Szene gesetzte und den Deutschen aufgenötigte parlamentarische Demokratieverständnis. Damals wie heute durchschauten den angestrebten Zweck - von den im Hintergrund lachenden Auguren - derartiger Nachkriegs-Befriedungsmaßnahmen nur wenige der „kleinen Leute“. Die Alemannen mussten sich fügen und christlich vereinnahmen lassen. Aber ihre Grabbeigaben bezeugen wie spröde der Umerziehungsprozess vor sich ging. Sicherlich nahmen die christlichen Bestattungen im Laufe der Zeit zwangsläufig zu, doch gerade die von einigen Verblendeten als typisch frühchristlich bezeichneten Goldblattkreuze der männlichen Alemannengräber in Baden-Württemberg sind mehr altheidnischen Charakters als christlich. Sämtliche dieser Kreuze kommen symbolgeschichtlich aus dem Vorstellungskreis des Sonnenkreuzes, viele davon führen in ihrem Zentrum den Sonnenkreis. Wer die etwa gleichzeitigen heidnischen Goldbrakteaten (heidnische Amulette) des nördlichen Deutschland und Skandinavien ansieht, weiß um die Schnauzbärtigkeit der dortigen Wodanköpfe, die sich auf den Goldblattkreuzen beispielsweise von Ulm, Esslingen, Gammertingen, Lauchheim, Sontheim ebenso finden. Diese Darstellungen als Jesus-Köpfe zu deuten, ist ignorant ! Etwas moderater klingt da schon die Autorin Ellen Riemer im Artikel „Im Zeichen des Kreuzes - Goldblattkreuze und andere Funde mit christlichem Symbolgehalt“ in „Alemannen“, 1997, S. 449: „Die Bedeutung der Darstellung - Kaiser, Christus oder Odin/Wodan bleibt unklar.“ Der Wodankopf vom Sontheim-Kreuz stellt die extreme Haarfülle ins Bild, ganz im heidnischen Verständnis, dass sich die elementare Seelenkraft einer Person im Haarwachstum sichtbar macht, weshalb sich die merowingischen Könige ihr Haupthaar niemals schneiden ließen.  Und noch die Wikinger trieben aus solchen Traditionen heraus einen eitlen Haarpflegekult. Zudem: Das Goldblattkreuz von Sontheim zeigt auf den Kreuzarmen die Algiz-Rune (Abb. 9), das von Ulm (Abb. 6) die Odal-Rune, der Ring von Lauchheim (Abb. 1) die Jahr-Rune.

 

 

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