WAS KAM DANACH ?

Ich möchte hier der Enttäuschung Ausdruck geben, die die Generation erlebte, der ich angehöre, welche nach den unbestreitbaren Verbrechen des Hitlerismus des Dritten-Reiches inbrünstig eine bessere, freiere, ehrlichere Zeit für die gesamte Welt- und ihre Völkergemeinschaft erhofft hatte -, so wie man es uns Kindern damals von Lehrern, Pfarrern und Politikern immerfort lauthals versprach. Wie wir aber erleben mussten, gingen die Lügen der vom Großkapital über Annoncenwerbung gesteuerten Medien weiter, es gingen die Ausbeutungen der sozialen Unterschichten weiter, es ging die Ausbeutung bzw. Ausplünderung namentlich der öffentlichen Kassen Deutschlands weiter, wie sie lange vor Hitlers Eingreifen von den Weltmächten erzwungen worden war. Es gingen die Menschheitsverbrechen mit fürchterlichen Massakern weiter und es gingen die Angriffskriege der Weltkriegs-I. + II.-Sieger weiter -, übrigens einem Delikt wegen dem man in Nürnberg NS-Politiker verurteilt und an den Galgen gehängt hatte. Es gingen auch die Verschleppungen unliebsamer Menschen weiter, mehr und mehr im globalen Ausmaß, und es gingen sogar die menschenverachtenden Behandlungen von Kriegsgefangenen weiter, denken wir nur an Guantanamo und an Abu-Ghoreib, sowie die anderen Folter- und Mord-Gefängnisse auf irakischem Boden und anderswo. Auch die alltäglichen Drohnen-Morde an Zivilisten lassen uns erschrocken ahnen, wie weit die Verachtung jedweder Humanität gediehen ist, auch wohin die weitere Entwicklung gesteuert wird und wie trügerisch unsere einstigen kindlichen Hoffnungen auf eine „menschlichere Welt“ waren.

 

 
70 JAHRE ANTI-HITLERISMUS

Wie sind wir froh und heiter,
ohne Hitler ging es weiter;
endlich ist er überwunden,
Besseres ist längst gefunden !

Wir hatten einen langen Frieden,
weil wir uns total geschieden,
von den alten Rechtsansprüchen,
vom Elsass bis zu Oder-Brüchen.

Soll’n Franzosen und die Polen,
sich doch auch die Reste holen;
wir verzichten ganz aufs Leben,
woll’n nur für Europa streben.

Grenzprobleme gibt’s nicht mehr,
wir geben was wir haben her -;
wer hereinkommt wird ernährt,
ganz ohne Arbeit, unbeschwert.

Wir bezahlen fremde Schulden,
Schmähung dafür ist zu dulden,
denn an Hitlers Ehrbegriff,
scheiterte das deutsche Schiff.

Unser Liedgut, deutscher Sang,
als „unmodern“ verpönt, verklang;
deutsche Frau’n, im Volks-Finale,
schwängert längst der Orientale.

Das Volk erstirbt, ganz ohne Zorn,
wir wollen keinen „Lebensborn“ !
Nur Nazis lobten Volkvermehrung,
so heißt die BRD-Belehrung !

Es ist nichts mehr zu beschützen,
was sollen da Soldaten nützen ?
Die halten jetzt den Hintern hin,
für den US-Macht-Gewinn.

Will man heute uns berauben -
da wir zahnlos wie die Tauben -
muss man keine Kriege führen,
wir entrichten gleich Gebühren.

Hitler-ismus war verschroben,
deutsche Leistung tat er loben.
Bestens tät man uns verklaren,
dass wir stets Verbrecher waren.

Wie war der Hitler doch so irre,
bracht’ Arbeitslose ins Geschirre,
gab sechs Millionen wieder Brot,
doch schaffte er den Bankstern Not.

Hitler litt an Geist-Umnachtung,
war fixiert auf die Betrachtung,
deutsche Volkskraft zu erhalten,
deshalb woll’n wir sie zerspalten.

War’n ein Volk, wir, ohne Raum,
hat der Raum heut’ Deutsche kaum.
Gelöst, die Frage deutscher Kraft -,
sie hat sich selber abgeschafft.

Egal, was Hitler einstmals tat,
das Gegenteil sei uns probat -;
der „Führer“ ist erst ganz besiegt,
wenn sein Volk beerdigt liegt.

Dafür wirken die Parteien,
und der Medien bunte Reihen,
mit dem hohen Ziel im Herzen,
„Hitler“ gänzlich auszumerzen.

Böses Schweinderl, einst verachtet,
liegt erschlangen und geschlachtet,
in jener Form - wie’s gut gefällt -
auf dem Esstisch aller Welt.

 

Bild: Entente-Mächte beim Verteilen der Beute (britische Postkarte; Weltkrieg I.)

 

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