ODAL-MUTTER - ODA - UTA

 
Uta-Skulptur in Ballenstedt beim Grabmal von „Albrecht dem Bär“

 

 
 
ODAL-MUTTER - ODA - UTA
 
Aus Schau in die Urzeit steigt sie nach oben,
sie schreitet mir zu in farbigen Roben -,
aus jedem Jahrhundert verjüngert gewandet,
vom Fluten und Ebben unendlich umbrandet.
 
Die Ur-Odal-Mutter, Ahn-Frau Uta, die Oda,
wer ehrend sie annimmt, der kommt ihr nah.
In den Anfang der ODING-Uhr ist sie gedacht,
als Odilie zur Heiligen Mütternacht (13.12.).
 
Sie wurde „muoter Uote“ der Nibelungen,
als burgundische Seherin ward sie besungen.
Aus Stamm-Mutter Ode / Oda von Sachsen,
sind erhabene Herrscher hervorgewachsen.
 
Als Krönung im Gut- und Geistmutter-Strom,
die schöne „Uta vom Naumburger Dom“.
Esico von Ballenstedt, das war ihr Bruder,
der führte mit Kraft das askanische Ruder.
 
Die Askanier mehrten Ostsachsens Ehr’.
„Otto der Reiche“ und „Albrecht der Bär“ -,
von kraftvoll suebischen Uradels Sprossen,
wurde das Ostland aufs Neue erschlossen.
 
Aus altem Schwaben- und Serimunt-Gau,
gedieh Haus-Anhalt’s und Brandenburg’s Bau.
Und aus welchem Geist die Askanier kamen,
erweisen recht gut ihres Ursprungs Namen.
 
Alte Wahrheiten scheinen vom Wind verweht -,
doch Aschersleben, Ballerstedt-Asmusstedt -
wenn wir forschend Begriffe zusammenlasen -
bezeugen den Glauben an Wodan den Asen.
 
So rundet sich unserer Schauung Gebild’,
den askanischen Bären trug Wodans Schild.
Wurd’ zwar asische Oda zur Uta gewandelt,
doch ihre Hoheit ward nimmer verschandelt.
 
Wir schau’n ihre mädchenhaft schöne Art,
neben „Markgraf von Meißen“, dem Ekkehard.
Der war ihr ein handfester Kerl und Gemahl,
doch sie gedieh uns zum Ideal.
 
Sie wurde zum Inbild der züchtigen Würde,
anmutig trug sie des Kronreifs Bürde,
weithin gewann sie die Fülle des Ruhm’s,
als Zierde des deutschen Frauentums.
 
 
 
 
Uta von Ballenstedt im Naumburger Dom
 
 
 
Aus dem germanischen Frauennamen Oda entwickelte sich im Mittelhochdeutschen Ute/Uta, ebenso erhielten sich die Varianten Odina, Odine, Odila, Odilberta, Odilgard, Odalinde, Odette. Unter Od verstand man das Gut, das Stammgut, aber darüber hinaus den (Seelen-)Geist der an das (Odal-)Gut unlösbar gebunden schien. Es muss ein Begriff von tiefster urmütterlicher Bedeutung in der Heimatreligion gewesen sein, sonst hätte man beispielsweise nicht den Erinnerungstag einer Odilia - vorgeblich eine christliche „Heilige“ - in den damals geglaubten Wintersonnenwend-Termin des 13.12. gelegt, die im Altglauben die Bedeutung „Mütternacht“ trug. Auch im deutschen Nationalepos, dem „Nibelungenlied“, gibt es die Stamm-Mutter und Seherin der Burgunder mit Namen Ute. Und mit einem Odilo-Gedenktag beginnt das manipulierte christianische „Heiligenjahr“. Er sei in der Neujahrsnacht gestorben, am 01.01. (als „heiliger“ Cluny-Abt, 1049), 02.01. sein Fest. -- Oda/Ode von Sachsen (-973) war erste Frau des sächsischen Markgrafen Hermann Billung (900-973). Sie wurde Stamm-Mutter der Billunger Herzöge und fast aller europäischen Königs- und Fürstenhäuser. -- Die „Uta von Ballenstedt“ (1000-1046) gehört mit ihrem Gemahl, Markgraf von Meißen Ekkehard II. (985-1046), zu den 12 Stifterfiguren des Naumburgers Doms (Abb. 2). Die farbig angelegten Sandsteinstatuen wurden Mitte des 13. Jhs. vom „Naumburger Meister“ geschaffen, sie befinden sich im Westchor. Utas Bruder war Graf „Esic(h)o von Ballenstedt“ (990-1060). Diese Sippe der Askanier zählte zu den suebischen Ur- und Hochadelsgeschlechtern aus dem Schwaben- und Serimunt-Gau. Daraus geht hervor, dass sie vor dem Glaubensumbruch, der mit den fränkischen Sachsenkriegen begann, bereits eine Rolle in Heidenzeiten gespielt haben. Ein Sohn Esicos war „Adalbert II. (1030-1080), dieser hatte zwei Söhne, Siegfried und „Otto der Reiche von Ballenstedt“ (1070-1123), der Vater von „Albrecht dem Bär“ (1100-1170), welcher kurzzeitig „Herzog von Sachsen“ wurde und schließlich „Markgraf von Brandenburg“, womit er seine Hausmachtstellung in die sächsischen Ostmarken vorschob.
 
Der Name der Askanier soll auf eine Namensvariante der Burg Aschersleben zurückgehen, die zu den Allodialgütern der Sippe gehörte und von althergebrachter, wohl altheiliger, Bedeutung war, was daran deutlich wird, dass sie als Gerichtsort diente. „Albrecht der Bär“ wurde anlässlich eines dort gehaltenen Gerichtstages am 08.08.1147, erstmals als „Graf von Aschersleben“ (comes Asscherslovensis) urkundlich tituliert. Der Begriff könnte abgeleitet sein vom Eschenbaum bzw. aus dem Personennamen Asceger (Eschener Wurfspeer ger= Speer) und -leben (lev= Erbe, Hinterlassenschaft), ebenso aus einer Zusammensetzung mit den wodinischen Asen, den geheiligten Ahnen-Geistern/Göttern. Auch lautet  in der germ. Mythologie von der Weltenstehung der erste Mann Ask. Ein Ortsteil von Ballenstedt heißt Asmusstedt, so dass angenommen werden darf, dass der Name Askanier tatsächlich bereits aus dem ursprünglichen wodanischen Altglauben, der Asen-Religion, herrührt. Dafür spricht ebenso die sog. „Teufelsmauer“, die aus harten bizarren Sandsteinformationen gebildet, an drei Stellen im nördlichen Harzvorland aus dem Boden tritt. Etwa 1 km südwestlich von Asmusstedt-Ballenstedt beginnt ihr Verlauf, oder ihr östliches Ende mit den „Kleinen und Großen Gegensteinen“. Dass dieser Umstand für eine markante Örtlichkeit des Altglaubens spricht, muss nicht weiter ausgeführt werden. Obendrein trug „Albrecht der Bär“ in seinem Wappenschild von 1120 das uralte heidnische gespiegelte Weltsäulensymbol mit dem Doppelspiral-Kopf. Der Schwabengau ist einer der urgermanischen Kristallisationsorte („Bernburger Kultur“) mit bereits neolithischen religionskulturellen Weiheorten, wie das Sonnenheiligtum „Schalkenburg“, 800 m südwestlich von Quenstedt (i.J. 992, „Swaven Quenstedti“), bestehend aus fünf ovalen konzentrischen Pfostenringen, im östlichen Harzvorland. Solche Örtlichkeiten erzeugen ein Bewusstsein, das die Sippe des askanischen Uradels mitgeprägt haben dürfte. 
 
Der Bär im askanischen Wappen, und damit wohl auch der Berliner Bär (1280 tauchte erstmals ein Bärenpaar im Berliner Siegel auf), scheint allein auf „Albrecht den Bären“ (1100-1170) zurückgeführt werden zu können. Die Berneburch an der Saale (1138 erwähnt) gehörte zu Albrechts Besitz, hier residiere seine Mutter, Gräfin Eilika. Albrechts Namenszusatzes „der Bär“ ist schon für das 12. Jh. belegt, er könnte von der Berneburg/Bärenburg (altsächsisch bero = Bär) - möglicherweise sein Geburtsort - abgeleitet sein. Herzog Bernhard III. von Sachsen, Herr zu Bernburg (1140-1212), Graf von Askanien und Ballenstedt, war jüngster Sohn von „Albrecht dem Bären“. Er erhielt nach des Vaters Tod die späteren anhaltischen Hausbesitzungen der Bezirke von Askaria (Aschersleben), den Serimund-Gau zwischen Saale, Muld und Elbe. Dessen Sohn war Fürst Heinrich I. von Anhalt (1170-1252). Dessen zweiter Sohn Bernhard I., Fürst von Anhalt-Bernburg (1218-1287) führte bereits ein Tier im Wappen mit Bärenkopf und Löwenkörper. Sein dritter Sohn war Bernhard II., Fürst von Anhalt-Bernburg (1260-1323). Dem  folgte Sohn Fürst Bernhard III. (1320-1348), der als Erster in seinem Siegel auf den Anhaltischen Schild einen Bären als Wappentier aufführen ließ. Er war auch den Decken der Reitpferde aufgestickt oder aufgemalt. So scheint Bernhard III. Stammvater aller Bernburger Wappenbären. Die Anhaltischen Fürsten führten den Bärenschild als Wappen von Bernburg weiter, wo sie auch residierten. Das große Familien-Wappen der Herzöge von Anhalt wird von zwei stehenden Bären flankiert. Am Eingang zum Bernburger Schloss, auch die „Krone Anhalts“ genannt, halten zwei Bären auf den Säulen Wache. -- Da der mächtige Bär auch ein Sinnbild des alten Volksgottes Wodan war, wären diesbezüglich vage Zusammenhänge zu vermuten. Der germ. Gott Donar heißt öfters Björn (Bär), auch Wodan selber tritt unter dem Decknamen Björn oder Bjarki (Bärchen) und besonders als Hrammi (Bärentatze) auf. In Preußen gab man den Toten Bärentatzen mit ins Grab, damit sie den „Jenseitsberg“ erklimmen könnten. Als „Kornbär“ war er ein Vegetations- und Fruchtbarkeitssymbol. Deswegen wurde in christlicher Zeit der Bär bald zu einer Erscheinungsform des Teufels. -- Für die meisten indoktrinierten Zeitgenossen fängt mit dem Christentum die Geistesgeschichte Deutschlandes an, gewissermaßen einer Art Nullpunkt, und vorher vermuten sie Null weil in ihren Köpfen Null ist. Dass der Christianismus von einer fanatisierten Minderheit gewaltsam - gegen die Mehrheit der jeweiligen Bevölkerungen - auf ein reiches Geistes- und Religionsleben aufgepfropft wurde, blieb ihnen völlig unbekannt. -- Im christlich gegängelten Mittelalter wurde es dann üblich, möglichst die Namensableitungen bedeutender Geschlechter aus biblischen oder zumindest griechischen Sagenhelden vorzunehmen. Derartige Albernheiten geschahen auch im Falle der Askanier, die sich seit dem 16. Jh. von Askanius, dem Sohn des trojanischen Helden Aeneas, oder gar vom biblischen Aschkenas, dem Urenkel des hebräischen Noachs, herzuleiten versuchten. Wir können heute über diese letztlich von kirchenchristlicher Seite veranlassten Verstiegenheiten nur den Kopf schütteln, aber die eigenen germanischen Wurzeln unserer deutschen Nation werden auch noch in unserer Zeit - von platten Geistern bis hin zu den professoralen Köpfen - eher kritischer bis ablehnender aufgenommen als fremdländische Konstrukte.
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