VOM WEISSEN WEIB

 
 
VOM WEISSEN WEIB
 
Von Gier ist der Planet erfüllt,
die dunkle Affenhorde brüllt,
sie kennt ihr Ziel nur zu genau,
des Nordens weiße blonde Frau:

„Holt sie vom Thron auf den Altar,
wir bringen sie dem Pöbel dar,
zieht nur ihr Blut zu uns nach unten,
wir wollen d’ran hinaufgesunden !“


Zur Urzeit wuchsen Erdenwesen,
mehr äffisch -, wenig auserlesen,
noch dunkel waren Hirn und Haut,
bis einer Menschheit Morgen graut’.

Der Mythos schleicht im Dschungeltal,
zieht durch den Hüttenpulk im Kral,
er reitet über Ödland-Steppen,
und überklettert Gipfel-Treppen.

Vom hohen Nord', im klaren Licht,
seit vielen tausend Sommern spricht,
die Weise, raunt in Wind und Wellen,
von Götterweibern, strahlend hellen.

In einem Land, dem Nordstern nah,
ein Sonnen-Wunderwerk geschah,
das Licht stieg ab ins Erdenfeld,
hat sich das blonde Weib erstellt.

Mit Strahlenaugen himmel-wahr,
mit gold-gewirktem Seidenhaar,
mit einer Haut wie Schnee so rein,
sollt’ sie der Erde Sehnsucht sein.

Und seither rast die dunkle Brut,
verachtet gern das eig'ne Blut,
sie schmachtet nach dem hellen Leib
und greift hinauf zum weißen Weib.

Von dunklen Fäusten fest umgriffen,
die Opfermesser scharf geschliffen,
so liegt der Völker Opferlamm,
im Pfropfschnitt für den Dunkel-Stamm.

Dass so auf dem Altar der Erde,
das Lichtgeschenk Gemeinheit werde,
des hohen Himmels Gaben-Heil,
der breiten Menschheit ward zuteil.
 
 

 

PS: Blonde Frauen waren schon bei Steinzeitmännern beliebter

Der kanadische Anthropologe Peter Frost stellte die These auf: Steinzeitmänner bevorzugten blonde Frauen, weil diese sich von der dunkelhaarigen Mehrheit unterschieden. Frost geht davon aus, dass vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren, als die letzte Eiszeit endete, nicht mehr genug Großwild in den Steppen Europas lebte. Die Männer brachten zu wenig Fleisch mit nach Hause und kamen nicht selten bei der gefährlichen Jagd um. Es gab also ein Überangebot an Frauen – die Männer konnten jedoch aufgrund des Nahrungsengpasses nur eine Frau versorgen. In der Folge entschieden sich die Steinzeitmänner laut Frost für die Frauen, die auffälliger waren – also diejenigen, die dank einer Genmutation blondes Haar, helle Haut und blaue Augen hatten. Evolutionsbiologen nennen diesen Prozess, den man auch in der Tierwelt beobachten kann, sexuelle Selektion.

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