UNVERZAGT

 

 

UNVERZAGT !

(Das Lied vom unsterblichen Sachsengeist)

Es rief uns König Widukind,
der Schlachtgesang erbraust;
die Sachsen steh’n vor Weib und Kind,
das Schwert in blanker Faust.

Ein Schuppenwurm durchwühlt das Land
mit blut’gen Eisentatzen.
Vom bösen Karl ist er gesandt,
zu morden und zu schatzen.

Und hinter Knecht und Spieß und Ross,
da huschen schwarze Spinnen,
der durstig-düst're Pfaffentross
sucht Beute zu gewinnen.

Sie weben ihr Gedankennetz,
sie schärfen ihre Zangen.
Ihr Wahnprodukt wird Denkgesetz,
den Sachsengeist zu fangen.

Drum frisch heraus zu Stich und Hieb,
wir woll’n mit Blut bezeugen:
Die Freiheit ist uns wert und lieb,
nie werden wir uns beugen !

Seit tausend Jahren wogt der Streit,
das lässt uns nicht verzagen;
herrscht auch Gewalt und Pfäffigkeit,
noch sind wir ungeschlagen !

 

 

PS: Frankenkönig Karls Krieg gegen Sachsen: -- Der erste Feldzug 772 war ein Erfolg Karls: viele sächsische Heiligtümer wurden zerstört. Die Antwort der Sachsen: Zerstörung fränki­scher Kirchen und Gebiete: Nicht um Beute zu machen, sondern um Rache zu nehmen. Karls Reaktion, nach seinem Hofbiographen Einhard: er schwor „das treulose Volk der Sachsen so lange zu bekriegen, bis es entweder vertilgt wäre oder das Christentum angenommen habe.“ Treulos waren sie nicht, aber freiheitsdustig und von einem starken Ehrgefühl geleitet, das den heutigen versklavten Deutschen völlig abhanden gekommen zu sein scheint. Karl setzte ein Großteil seiner gefürchteten Panzerreiter auf Sachsen an. Es dauerte 30 Jahre bis der Widerstand der Sachsen gebrochen wurde. Um seinen Gegner, den Sachsenherzog Widukind, zu isolieren, versuchte Karl den sächsischen Adel für sich zu gewinnen: ohne Erfolg. Denn: Widukinds Hauptunterstützung kam von den einfachen Leuten und Bauern, die allesamt den neuen aufgezwungenen Glauben ablehnten. Nach einigen Aufständen zog Karl erneut nach Sachsen und erstickte jeden Widerstand brutal. Ganze Landstriche wurden ver­wüstet 785 erreichte dieser Kampf ein vorläufiges Ende: das einst mächtige Sachsen wird fränkische Provinz. Widukind musste den Widerstand aufgeben und wurde bis zu seinem Lebensende im Kloster auf der Insel Reichenau eingekerkert. Das Christentum wurde als Staatsreligion eingezwungen, alles eigenständig Heidnische bei Todesstrafe verboten. Trotzdem war Sachsen noch nicht ganz unterworfen. Auch als der Herzog aufgab, kämpfte das Volk und Teile des Adels weiter: jedes Jahr kam es zu neuen Aufständen. Erst Anfang des 9.Jh. er­lahmte die Kraft der freie Sachsen und sie gaben auf, ausgemordet, entnervt, umgesiedelt, versklavt.

Der Massenmörder Karl (von der Christenkirche „heilig“ gesprochen) erlässt 782 in Pader­born die „Blutgesetze“ gegen Sachsen: Todesstrafe für Nichtbeachtung der Fasten­regeln, für Feuerbestattung von Toten, für Verweigerung der Taufe usw. (bei 10 „Delikten“ = Todes­strafe). Im selben Jahr lässt Karl 4.500 sächsische Edle, Anführer, Sippenhäuptlinge, Para­varis/Priester in Verden an der Aller in einem einzigen gigantischen Blutbad niedermetzeln.

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