JESUS EIN KELTE ? - SCHWACHSINN VOM ARISCHEN JESUS

 
 
 
Der Forensik-Experte Richard Neave von der Universität Manchester
hat mithilfe wissenschaftlicher Methoden das Abbild von „Jesus Christus“ rekonstruiert.
Ihm zufolge war Jesus dunkelhäutig und dunkelhaarig,
eben typisch für die Menschen, die damals in Galiläa, der Region im Norden von Israel, lebten.
 
JESUS EIN KELTE ?
 
„Gott der Herr schuf die Geschöpfe !“,
wohl Kerle, Knilche und Knallköpfe.
Er schuf auch „Rabbi Jeschua“,
den mancher als „Gott-Sohn“ ansah.
 
Damals warn Gottessöhne in der Mode,
mehrere gab‘s in dieser Periode.
Wilde Eiferer waren dort am Werke,
Nüchternheit war nie der Juden Stärke.
 
Auch Gojim waren oft von Sinnen,
als Saul begann sein Garn zu spinnen,
glaubte ihm da und dorten ein Hellene,
später dann ein Deutscher und ein Däne.
 
Triumpf erlebte diese Glaubenspest
durch Staatsgewalt die foltern lässt.
Das Missionieren kam dabei in Gang,
das ganze schwarze Mittelalter lang.
 
Der blöd geglaubte „Gottes-Sohn“,
war wie sein Vater Josef ein „Tekton“.
Das heißt er war ein Zimmermann,
der irgendwann dann mehr begann.
 
Er war aus „Galiläa“, dem „Heidengau“,
ein „Samaritaner“ folglich ganz genau,
ein assyrisch-babylonisches Gemisch:
„Du bist kein Jude, schäme Dich !“
 
So schalten ihn die echten Juden aus,
vor ihres Juden-Tempels Gotteshaus.
Drum faseln Narrenköpfe, dass er gelte
wohl eher als Germane oder Kelte.
 
Sie führen dafür irrtümlich ins Feld,
das Wort „Galil“, ein Gallier sei ihr Held.
Doch heißt das lediglich Gau und Bezirk,
nur närrisch ist ihr geistiges Gewirk.
 
Narrentum ist allzeit frisch und stark,
es produziert ganz ohne Pause Quark.
Und es ist gut was diese Narren machen,
so haben Kluge immer was zum Lachen.
 
 
 
Die Frage, wer und wie dieser antike Mensch Jeshua, griechisch Jesus, gewesen sei, bewegt noch nach über 2.000 Jahren deshalb die Gemüter vieler Menschen, weil er von Glaubenslehren, also Religionskonzepten, in den Mittelpunkt ihrer heilverheißenden Predigten gestellt worden ist. Aufschlussreich ist die Schilderung des jüdischen Zeitgenossen Flavius Josephus, der aus Sicht des nüchternen Beobachters die leidenschaftlichen, für das Judentum so typischen Schwarm­geister beschrieb. Die hat es vor, während und nach den Abweichlern Johannes und Jesus vom jüdisch-religiösen Hauptstrom alle­zeit gegeben: „Es waren dies Verführer und Betrüger, die unter dem Vorwand göttli­cher Sendung auf Umwälzung und Aufruhr hinarbeiteten und das Volk zu religiöser Schwärmerei hinzurei­ßen suchten, indem sie es in die Wüste lockten, als ob Gott ihnen dort durch Wunder­zeichen ihre Befreiung ankündigen würde“ (Jüd. Krieg II. 13,6). Jedenfalls wanderte auch Jesus zu Johannes und dessen essenischen Schülerkreis in die Wüste hin­aus, schloss sich an und ließ sich unterrichten. Es entwickelte sich ein echtes, länger wäh­rendes Jüngerverhältnis (Lehrer-Schüler-Beziehung). Über diese Anfangsphase berichten die mandäischen Schriften: Im Ginza le­sen wir, wie Jesus als Neuankömmling zuerst „in Demut einhergeht, die Taufe des Jo­hana [Johannes] empfängt und erst durch die Weis­heit des Johana weise wird.“ Er scheint seinen Lehrer zu Beginn der Schülerphase mit überschwänglichen Worten geprie­sen zu haben, was sogar noch aus einigen Evangelien­stellen hervorgeht (z.B. Mt. 11,7-11). Zweifellos wurde er dessen Lieblingsschüler. Die genannte Stelle besagt aber auch in aller Klarheit, was unüberbrückbar zwischen die bei­den treten musste: Jesus schmeichelte dem Johannes, er sei der Größte unter den Men­schen, „... aber der Kleinste im Him­mel­reich ist größer als er.“ Gleichzeitig lockte er seine Zuhörer: „Wer sich selbst ernied­rigt wie ein Kind, der ist der Größte im Himmel­reich.“ (Mt. 18,4) Da sich Rabbi Jesus ja in zunehmendem Maße selbst vom „Himmel­reich“ ableitete, degradierte er damit den po­pulären Täufer-Johannes zur Bedeutungs­losigkeit. Schließlich schätzte er sich stark genug, seinen eigenen Anhängerkreis bilden zu können. Wie überspannt und abstoßend die Selbstüberhebung des Jesus auf die mei­sten seiner früheren Genossen ge­wirkt haben muss, besagt die Stelle im Ginza von der „Verkündung des Lügenmessias: Ich bin Gott, ich bin Gottes Sohn.“ Geradeso berichten die Evangelien, man warf ihm vor: „Du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.“ (Joh. 10,33) Daraufhin spal­tete sich die Gemeinde. Er begann mit einer kleinen Anhängerschar und drei Frauen umherzuziehen. Im „Evangelium des Phillipus“ (Nag-Hammadi II,3) bekundet der Spruch 32: „Es waren drei, die allezeit mit dem Herrn wandelten: Maria, seine Mutter, und ihre Schwester und Magdalene, die man seine Frau (Gefährtin/Freundin) nennt, denn Maria heißen seine Schwester, seine Mutter und seine Frau.“ Spruch 55: „Und seine Frau ist Maria-Magdalena, die er mehr als [alle] Jünger und die er [oftmals] küsste auf ihren …“. Im 1946 zu Nag-Hammadi in Mittelägypten gefundenen „Thomasevangelium“, einem alten Kodex aus dem 2. Jahrhundert (Logion 114), kommt zum Ausdruck, dass die männlichen Parteigänger des Jesus seinen Frauenverkehr nicht schätzten; da heißt es: „Simon Petrus sagte zu ihnen: ,Mariham soll von uns gehen, denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig !`“ Dass Jesus zu Zeiten auch andere Frauenbekanntschaften hatte zeigt ein Gespräch zwischen einer Frau namens Salome und Jesus (NHC II, 2). Salome sagte (61): „,Wer bist du, Mensch ? Du bist in mein Bett gestiegen und hast von meinem Tisch gegessen‘“. Jesus antwortete in einer Art kommunistischen Dialektik: „,Ich bin der, der entstanden ist aus dem, was gleich ist. Man gab mir von dem, was meines Vaters ist.“ Derlei hochtrabende Anmaßungen allein werden es nicht gewesen sein, dass die Familie des Jesus ihn für närrisch hielt und sich seiner schämte. Seine Sippenangehörigen wollten ihn festhalten, zur Vernunft bringen, denn sie waren überzeugt, er sei wahnsinnig geworden. In Mk. 3,21 lesen wir: „Und als es seine Brüder hörten, gingen sie aus, ihn zu fangen, denn sie sagten, dass er aus seinem Verstande herausgegangen sei.“ Die Freunde meinten: „Ein Dämon ist über ihm und er ist völlig irrsinnig.“ (Joh. 7,20) „Von da an drehten sich viele Jünger um und gingen mit ihm nicht weiter.“ (Joh. 6,66) Bezeichnend ist der Satz: „Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.“ (Joh. 7,6) Jesus wurde aus der Ge­meinde ausgestoßen und als Irrlehrer verflucht. Es heißt: „sie warfen ihn aus der Stadt“ (Lk. 4,29) oder „sie warfen ihn aus dem Wein­berg“ (Mk. 12,8); Symbolbegriffe wie das „Hinauswerfen“ aus „Stadt“ und „Wein­berg“ bedeuteten im essenischen Verband so viel wie „den Bann vollziehen“. Das Bild der Pflanzung wie des gehegten Weinberges haben die Qumraner oft auf sich ange­wen­det (z.B. Gesetzes­rolle VIII,5). Dass Jesus von seinen ehemaligen Glaubensbrüdern ver­flucht wurde, geht aus frühchristlichen Schriften (1. Kor. 12,3) deutlich hervor: Die Verdammungsformel lautete: „Verflucht sei Jesus“. Johannes muss selbst noch kurz vor sei­ner Festnahme durch die pharisäisch gelenkte Obrigkeit oder aus dem Kerker her­aus vor seiner Ent­hauptung sei­nen ehemaligen Lieblingsschüler als ungetreu erkannt, verworfen und über ihm den Bann ausgerufen haben. Deshalb durfte Jesus unmöglich nach dem Tode des großen Lehrers dessen Nachfolge in der Lei­tung des Nasoräerver­bandes antre­ten. Die Warnung vor ihm ging in die johanneisch-mandäischen Liturgien ein. So heißt es in der Oxforder Samm­lung XX,10: „Nehmet euch in acht, meine Freunde, nehmet euch in acht, meine Brü­der, vor dem nichtigen Jesus Christus, vor dem, der die Gestal­ten ver­dreht und die Worte meines Mundes ver­ändert...“. Im man­däischen Buch des Herrn der Größe wird „Christus der Verführer“ genannt; oder es heißt: „er ist der Sa­tan“, „der Lügenmes­sias“, der „Höllenfürst“; und weiter: „dem Lü­genmessias sind die verborgenen Dinge nicht geoffenbaret“, oder: „Je­sus der Heiland nennt er sich, er ist der Satan“. Trotz alledem ist es dem geschulten jüdischen Religionslehrer Schaul/Paul aus Tarsus gelungen, den überspannten „Tekton“ (Zimmermann) Jesus in den Mittelpunkt einer neuen Glaubenslehre zu stellen, die sich unter der Bezeichnung „Christenheit“ einen Großteil der Welt erobern konnte. Dazu urteilt der königliche Philosoph Friedrich II. von Preußen, in „Schriften über Religion, Kap. 1: „Das Christentum hat wie alle Mächte der Welt einen bescheidenen Anfang gehabt. Der Held dieser Sekte ist ein Jude aus der Hefe des Volkes, von zweifelhafter Herkunft, der in die Abgeschmacktheiten der alten hebräischen Weissagungen gute Morallehren flicht, dem man Wunder zuschreibt und der am Ende zu schimpflichem Tode verurteilt wird. Zwölf Schwärmer verbreiten seine Lehre vom Morgenland bis nach Italien, gewinnen die Geister durch die reine und heilige Moral, die sie predigen, und lehren - einige Wunder abgerechnet, die Menschen mit glühender Einbildungskraft aufregen konnten - nichts als Deismus. … Die christliche Moral war mit der stoischen Lehre verwandt, das ist die einzige Ursache der raschen Fortschritte, die das Christentum machte. ... Wer sähe nicht, wenn er die Geschichte der Kirche durchläuft, dass alles nur Menschenwerk ist ? Welch erbärmliche Rolle lässt man Gott spielen ! Er schickt seinen einzigen Sohn in die Welt. Dieser Sohn ist Gott. Er opfert sich selbst, um sich mit seinen Geschöpfen zu versöhnen. Er wird Mensch, um das verderbte Menschengeschlecht zu bessern. Was entspringt aus diesem großen Opfer ? Die Welt bleibt so verderbt, wie sie vor seiner Ankunft war. Der Gott, der da sprach: ,Es werde Licht !‘ - und es ward Licht -, sollte so unzureichende Mittel benutzen, um zu seinen anbetungswürdigen Zwecken zu gelangen ? Ein einziger Willensakt von ihm genügt, um das geistige und leibliche Böse aus der Welt zu verbannen, den Völkern welchen Glauben er will einzuflößen und sie auf den Wegen, die seiner Allmacht offen stehen, glücklich zu machen. Nur beschränkte und enge Geister wagen Gott ein Betragen zuzuschreiben, das seiner anbetungswürdigen Vorsehung so unwürdig ist, und lassen ihn durch eines der größten Wunder ein Werk unternehmen, das ihm doch nicht gelingt….“
 
Verrückte, also geistig Extreme und Irrationale, erscheinen in Masse zu allen Zeiten, doch aus den Auslassungen einer solchen Person eine Lehre und eine kirchliche Organisation geschaffen zu haben, die Teile der Welt im Blut geradezu ersaufen ließen, dieses war dem Rabbiner Paulus aus Tarsus am Pontus vorbehalten. Im „Thomasevangelium“ (NHC II,2, Logion 10) wird Jesus zitiert: „Ich habe Feuer auf die Welt geworfen und siehe, ich hüte es, bis sie lodert.“ Er verfluchte mit einem schrecklichen Weheruf ganze Ortschaften, die ihm nicht so hul­digten, wie er es sich wünschte (Mt. 11,20ff). Er ver­fluchte jene, die nicht an seine Gottessohnschaft glaubten (Mt. 10,15). Er ver­fluchte das ganze Geschlecht, welches seine Größe nicht anerkannte (Mt. 12, 41f). Er ver­fluchte im cholerischen Ärger einen unschuldigen Feigenbaum zu Ba­tha­nien (Mt. 21, 19) wohl nur deshalb, weil dies die Stätte war, wo Johannes zuerst ge­predigt hatte. Wer seine Botschaft nicht hören und annehmen wollte, dem solle es er­gehen wie den Sodo­mern und Gomorrhern (Mt. 10,14 u. 15). Er verlangte den Selbst­hass und den Hass ge­gen die eigenen Hausgenossen, gegen Vater, Mutter, Brüder und Schwestern (Lk. 14,26). Die Zerstörung der Familieneinigkeit war ihm gleichgültig (Mt. 10,35ff). Das stand allem jüdischen Denken  diametral entgegen, würde aber ebenso wenig irgendwelchen indogermanischen Vorstellungsweisen entsprechen. Er sagte: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ (Lk. 11,23). Er wollte kei­nen Frie­den bringen, sondern Entzweiung (Lk. 12,51ff); er kün­digte den Krieg um sei­netwillen an (Mt. 10, 34). Er verhieß den Pharisäern die Ausrot­tung (Mt. 15.13f) und den Un­ver­ständigen die Verbrennung im Feuerofen (Mt. 13,42+50). Er wollte ein gnadenlo­ser Richter sein (Mt. 25,41). Von Verzeihung und Vergebung mochte er nichts wissen (Mt. 7,23). Er hielt Scheltreden von nicht zu über­bietender Maßlosigkeit, die Schärfe seines Zornes war ang­sterregend. Seine Gegner nannte er Narren, Heuchler, Blinde, übertünchte Gräber, Schlangen, Natternbrut, Otterngezücht, Fliegen, Säue, Kinder der Hölle. Er ging in sei­nem krankhaften Hass so weit, dass er hoffte, die Ver­stockten blieben ver­stockt auch bis zum Ende, damit sie grauenhaft bestraft werden dürf­ten (Mk. 4,12). Er behauptete von sich, größer und bedeutender als der Tempel zu sein (Mt. 12,6). Das Volk war entsetzt von seiner Redeweise (Mt. 7, 29; Mk. 1,22). Er wusste, dass soviel eingepeitschter Hass natürlich Gegenhass erzeugen würde; „Ihr müsst gehasst werden von jedermann um mei­nes Namens willen“ (Mt. 10,22), und „mich aber hasst die Welt, weil ich ihr sage, dass ihre Werke böse sind“ (Joh. 7,7), bekannte er sei­nen Mitläufern. Er schwelgte in schrecklichen Untergangs­phantasien aller bestehen­den Zustände; er ver­kün­dete (aus es­senischem Gedankengut) die Zer­störung des jüdischen Zen­tralheiligtums (Mk. 13,1-25). Schließlich ist es nicht verwun­derlich, dass auch das Volk ihn wider­hasste und als es die Wahl hatte, lieber einen Krimi­nellen frei ließ, ihm aber zu­rief: „Er werde ge­kreuzigt !“ (Mt. 27,23).
 
Viele unserer heutigen Quellen zu Jesus, waren bis in die jüngste Vergangenheit nicht bekannt oder nicht zugänglich. So nimmt es nicht Wunder, dass das von seinen klerikalen Profiteuren geschönte Bild des Mannes im Vordergrund aller Assoziationen stand. Und mache Versuche sind unternommen worden, die vermeintliche „Lichtgestalt“ für die eigenen Zwecke zu vereinnahmen. H. Steward Chamberlain (1855-1927) und seine Nachfolger vertraten die These von einem „arischen Jesus“ aufgrund der vielen scheinbaren Gegensätzlich­keiten zwischen der „hassvollen Judenheit“ und der „Liebespredigt des Christen­tums“. Dass es sich hierbei um Klischees handelt, welche einer seriösen Hinterfragung bedürfen, sei angemerkt. Die Chamberlain-Schule ging davon aus, die Mutter Jesu sei ein Mädchen hethitisch-indogermanischer Blutlinien aus Dan im Norden des „Hei­den­gaues“ Galiläa ge­wesen, die von einem römischen Soldaten na­mens Pan­dera­/Panthera geschwängert wor­den sei. Die Be­weisführung ist unzuläng­lich. Für eine solche Abstammung der Maria fehlt jede konkrete Nachricht, aber ihre Notzüchti­gung von ei­nem Offizier der Besatzungsarmee wäre durchaus denkbar. Ein „arisches“ Aus­se­hen dürfte Jesus trotzdem kaum besessen ha­ben. Der römische Beamte Lentulus, nach antiken Quellen ein überge­ordneter Beamter des Pilatus, beschrieb ihn mit üppi­gen braunen Haaren, vollem Bart und einer Körper­länge von fünfzehneinhalb Fäusten - et­was weniger als 1,50 Meter. Das passt schwerlich zusammen mit den Fantasien noch heutiger Vertreter der Meinung, Jesus könnte germanischer oder keltischer Abstammung gewesen sein. Fest steht nur, dass er als ein anerkannt-ethnischer Jude von seinen Zeitgenossen nicht gesehen wurde. Nach Joh. 8,33 u. 8,41 u. 8,48 ent­gegneten ihm die Juden während eines Wortge­fechtes: „Wir sind Abrahams Samen“, „Wir sind nicht aus Ehe­bruch/Hurerei hervor­gegangen“, „Ist es nicht so, dass du ein Sa­maritaner bist und den Dämon in dir hast ?“ - also: „Wir sind reine Juden, und nicht wie du ein Mischblütiger, der aus Ehe­bruch her­vorgegangen ist.“ Nach dem Gesagten hielten die Juden Jesus für einen, an dessen Ge­burt ein Makel haf­tet. Un­verblümt: Sie bezeich­neten ihn als einen samaritani­schen Ba­stard - als einen, des­sen Va­ter unbekannt und des­sen Mutter samaritanische „Hei­din/Nichtjüdin“ sei. Die Samarita­ner waren Nachkom­men der vom assyrischen Herr­scher Salmanassar angesie­delten Nichtjuden aus Babel, Kutha, Awa, Hamath und Se­pharwaim. Dass Rabbi Jesus einen semitisch-babylonischen, zen­tral­meso­potamischen Ras­seeinschlag besaß, darf dieser abfäl­ligen Be­merkung seiner Diskus­sionsgegner ent­nommen werden. Damit wäre auch je­ner für einen Vollblutjuden der damali­gen Zeit ungehörig-vertraute Umgang mit dem samari­tischen Weib zu erklären (Joh. 4,9). Er verkündete ihr, der reli­giöse Ge­gen­satz zwi­schen Sama­ria und Judäa werde schwinden (4,23). Der Vor­wurf, Jesus sei ein samaritanisches Hurenkind, wur­de, dem Evangelienbe­richt (Joh. 8,41) zu­folge, von Ju­den im Tempel, also im un­mittel­baren Angesicht ihres Gottes er­hoben. Kein frommer Jude würde solche herabset­zen­den Äußerungen ausge­sprochen haben, hätte er sie nicht für wohlbegründet halten dür­fen.
 
Nun gibt es Leute, die glauben, die keltische Abkunft des Jesus aus dem Umstand ableiten zu können, dass er aus dem „Heidengau“ Galiläa im Norden des israelischen Einflussgebietes beheimatet war. Von einer keltischen Besiedelung der Region sind keine Nachrichten vorhanden, doch der Begriff „Galiläa“ wird als eine Form von möglichweise „Gallier-Gau“ erklärt. Hebräisch „haGalil“, altgriechisch „Galilaia“, lateinisch Galilaea, gilt als herbr. Abkürzung von „galil ha-gojim“ also „Bezirk der Heiden“. „Galil“ ist demnach nicht von „Galliern/Kelten“ abzuleiten, steht vielmehr schlicht und einfach für „Gegend/Bezirk/Kreis/Gau“. Als „Heidengau“, also „Nichtjudenbezirk“, bezeichneten die Israeliten die Region weil dort seit alters Nichtjuden wohnten. Dort besaßen schon hethitische und churritische, mittanische Herrscher Gebietsansprüche und die Assyrer hatten Handelsniederlassungen angelegt. Schließlich wurde Galiläa, Samarien und Juda durch die Assyrer im Jahr 722 v.0 erobert und die dortige auch israelische Oberschicht an den Euphrat nach Osten deportiert. In der Babylonischen Chronik wird letztmals für das Jahr 609 ein Assyrerkönig erwähnt, doch Einheiten des assyrischen Heeres kämpften in den Westprovinzen weiter gegen die vordringenden Babylonier. Das dann aufgerichtete Neubabylonische Reich wurde 539 v.0 vom Perserkönig Kyros II. unterworfen. Auf dem Gebiet Samarien und dem nördlichen Galiläa wohnten darauffolgend verschiedene Angehörige östlicher mesopotamischer Völker, die man zwangsangesiedelt hatte. Deren wichtigste Stadt war Sichem mit dem Tempel Garizim, sie wurde später abgelöst durch die Stadt Samaria, die im kulturell-religiösen Widerstreit mit dem Staat Juda und dessen Hauptstadt Jerusalem stand. Die Politik Judas bestand darin, das nichtjüdische Galiläa unter die völlige Oberherrschaft des Königs von Judea zu bringen, was nie ganz gelang. Doch wie kam es zu solchen politisch-religiösen Spannungen ?
 
Der gesamte Nahe Osten, also Kleinasien, Mesopotamien, Syrien, Palästina lag seit dem Sieg Alexander der Große über das Perserheer in der Schlacht bei Issos (333 v.0) in der Hand griechischer Heere in denen auch Kelten mitmarschierten. Makedonen und Griechen waren zu bedeutenden Anteilen nordisch hellhaarige Volkstypen, die ihre Gene in diese orientalischen Bezirke hätten hineintragen können und es wohl auch taten. Das gesamte Gebiet stand unter hellenistischem Einfluss. Nach Alexanders frühem Tod rangen die Nachfolgereiche der sog. Diadochen, um die Vorherrschhaft auch Palästinas. Der hellenistischen Überlagerung stellten sich - die hellenische Zerstrittenheit nutzend - die nationaljüdischen Makkabäer in Form eines bürgerkriegsartigen Aufstandes gegen das Seleukidenreich und deren jüdischen Parteigänger entgegen. Aus diesen Kämpfen ging das jüd. Reich der Hasmonäer hervor, das für rund einhundert Jahre (165-63 v.0) eine Erbherrschaft über die Juden ausübte. Die Hasmonäer eroberten die umliegenden Gebiete und zwangen die Bewohner zum Judentum und zur Penisbeschneidung der besiegten Männer. So wurden ca. 125 v.0 auch die Vorfahren des Idumäers oder Edomiters König Herodes zu Ritus-Juden. 107 v.0 wurde Samaria belagert und völlig zerstört. Von der Stadt blieb lediglich ein Berg Bauschutt übrig und die überlebenden Bewohner wurden als Sklaven verkauft. Die Landbevölkerung mag trotz Zwangsjudaisierung einige Züge von ihrer vorherigen Kultur behalten haben. Vollständig konnte die alte Religion nicht ausgerottet werden. 104 v.0 wurde dann auch Galiläa erobert und die Bewohner sind ohne nennenswerten Widerstand zu Juden umgemodelt worden. Diese Gewaltsamkeiten scheinen als Gründe mit hineingespielt zu haben für das unterschiedliche Ansehen der Samariter und der Galiläer in der Zeit der Hasmonäer. Diese Nordteile des alten Israels sind zwangsjudaisiert worden, was ein geschichtsbewusster Teil der Bevölkerung kaum vergessen haben konnte und Ressentiments gegenüber Jerusalem mehr oder minder offen zur Schau gestellt haben wird, was dann zu der Bezeichnung Galiläas als „Heidenland“ führte. Im jüd. Südreich entwickelte sich der Jahwe-Kult, an dem die Nordbezirke keinen vollgültigen Anteil hatten. In der elitären Jerusalemer Tempelgemeinde sind die Konzepte des Kultes weiterentwickelt worden, woraus sich deren Hochmut gegenüber den Samaritanern und den Galiläern speiste. Die Jerusalemer Rückkehrer aus der „Babylonischen Gefangenschaft“ hatten unter persischer Oberhoheit die Entwicklung eines Jahwe-Monotheismus vorangetrieben. Jahwe - ein alter Wetter- und Fruchtbarkeitsgott - wurde nach dem Vorbild der persischen Religion des Ahura Mazda zum Schöpfer-Herrn über Zeit und Raum hochgelobt. Wahrscheinlich entstand erst in dieser Zeit das Konzept der jüd. Vätergeschichte und des Ägyptischen Exils samt Exodus und des Bundesschluss.
 
In römischer Zeit wurde Galiläa eine eigene Provinz. In Judaea selbst, aber in höherem Maße in Samaria und Galiläa lebte also ein total durchmischtes asiatisches assyrisch-babylonisches judaisiertes Bevölkerungsgemengsel, das die unterschiedlichsten Baal- und Ischtar-Kulte pflegte, einer darunter war der monotheistische Jahwe-Kult. Die Samariter stellte man im sog. „NT“ als Juden zweiter Wahl dar, weil sie sich nicht zum Jerusalemer Jahwe-Tempelkult bekannten. Die Leute aus Galiläa werden eher als „richtige“ Juden beschrieben, obwohl dort bekanntermaßen Nichtjuden (Gojim) wohnen sollten. Das Ansehen der Galiläer bei den Jerusalemer Juden kann folglich nicht besser als jenes der Samaritaner gewesen sein ! Ins „NT“ hat jedoch die wertschätzende Anschauung des Predigers Jesus und seiner Anhänger Eingang gefunden, weil diese Leute eben selbst aus Galiläa kamen. Ob ein Galiläer wirklich aus einer echten jüdischen Familie stammen konnte, wie die später hinzugefügten Stammbäume von Jesus bei Matthäus und Lukas nahe legen, das müsste hinterfragt werden. Selbst in der Provinz Judaea, deren Haupt Jerusalem war, gab es eine Masse judaisierte Neujuden bzw. Religionsjuden die keine „Kinder Abrahams“ waren, denn Juden betrieben eine aggressive Missionspolitik. Beispielsweise der König Herodes (73-04 v.0) und sein Stamm, die Idumäer/Edomiter, waren eigentlich keine Juden. König Herodes war alles andere als beliebt beim Judenvolk. Der emotionelle Hauptgrund dafür, dass das Jerusalemer Volk der Schaulustigen bei den Hinrichtungen den jüdischen Kriminellen Barabbas („Sohn des Abbas) verschonen mochte weil er ein echter Jude war und dem röm. Landpfleger Pontius Pilatus bezüglich des nicht vollgültig-jüdischen Jesus zurief, „kreuzigt ihn“, ist naheliegend aus volkstumsbedingten Aversionen zu erklären. Man wollte den Galiläer Jesus am Bestrafungsholz sehen, nicht aber den „Bruder in Abraham“. Wir erkennen also - das Vorgetragene in Rechnung setzend - dass es höchst hyothetisch bis unsinnig wäre, auf einen keltischstämmigen Jeshua/Jesus bzw. auf einen „galiläischen Gallier“ schließen zu wollen.
 
Die beschriebenen tiefgreifenden Umwälzungen durch Eingriffe in assyrischer, babylonischer und nationaljüdischer Hasmonäerphase im syrisch-palästinensisch-jüdischen Raum ließen ein Überleben ethnischer Sondergruppen in exklusiven Siedlungsregionen nicht zu. Die Mendelschen Vererbungsgesetze lassen zwar bekanntlich das Wiedererstehen eingemischter und dadurch latent weiterschlummernder Rassenmerkmale zu, aber darüber, dass Jeshua-Jesus von auffälliger Andersartigkeit gewesen sei, er sich also vom üblichen rassischen Erscheinungsbild der Juden abgehoben hätte, schweigen sämtliche zeitgenössischen Berichte. Wäre er beispielsweise von auffällig hoher Statur gewesen, hätte er nordische Blauaugen besessen, hätte er sich dementsprechend vom jüdischen Phänotypen abgehoben, wäre das den Berichterstattern Wert gewesen, seine Besonderheit hervorzuheben, die ihnen in der Regel am Herzen lag, um ein solches weiteres Argument zu vermehren. Das geschah nicht, wir können also mit Sicherheit davon ausgehen, dass Jesus weder ein keltisch-germanisches noch ein indogermanisches Äußere besaß.
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