Minoisches Steinsiegel zeigt Kampf zwischen Minoern und Mykenern

Minoisches Siegel mit Kampfszene zwischen langmähnigen Minoer (li.)
und Frühgrieche/Mykener (re.)
 
 
Interessantes aber nicht sensationelles minoisches Steinsiegel
 
Eine unsinnig-sensationelle Berichterstattung geisterte am 10.11.2017 durch die Medien: „Bedeutendster Fund seit 65 Jahren - Archäologen graben 3.500 Jahre altes Kunstwerk aus - und müssen ihr Weltbild korrigieren.“ Weder ist der Fund sensationell, denn vergleichbare Funde sind längst bekannt, noch muss irgendeine Wissenschaft „umdenken“. Es heißt in der Meldung weiter: „In einer Grabstätte im Südwesten Griechenlands hat ein US-Forscherteam eine spektakuläre Entdeckung gemacht. In einem mykenischen Grab fanden die Archäologen diverse Kunstwerke und Schmuckstücke. Eines sticht besonders heraus: ein Tausende Jahre altes Steinsiegel. Die Minoer waren lange Zeit das einflussreichste Volk im Mittelmeerraum.“ Als um 1450 v.0 ihr Reich infolge von Naturkatastrohen unterging, übernahmen die frühgriechischen Mykener allmählich die Führungsrolle im Peloponnes und auf der Balkanhalbinsel, den Ionischen Inseln und Küsten bis Zypern und Kanaan/Amurru. Der Medienbericht fährt fort: „Die Entdeckung einer mykenischen Grabstätte mit üppigen Grabbeigaben im Südwesten Griechenlands vor zwei Jahren zeigte, wie eng die beiden Kulturen zusammenhingen. Denn in der Ruhestätte wurden nicht nur mykenische Schmuckstücke und Kunstwerke entdeckt, sondern auch minoische. Darin haben Forscher jetzt den wohl spektakulärste Fund der letzten 65 Jahre in Griechenland gemacht, wie ,Scinexx‘ berichtet ein kunstvoll verziertes minoisches Steinsiegel, das eine Kampfszene darstellt. ,Als wir das erste Mal dieses Bild erblickten, waren wir zutiefst bewegt - es ist ein echtes Meisterwerk‘, erklärt Shari Stocker von der ,University of Cincinnati‘. Das Siegel sei vor allem durch die kunstvolle Detailarbeit eines der herausragendsten Werke der griechischen Kunst, das je entdeckt worden sei. Seine Bedeutung für die Forschung: revolutionär. ,Dieses Siegel wird unsere Sicht auf die prähistorische Kunst verändern‘, prophezeit Stocker. Denn dieses Siegel beweise, dass die Minoer über ungeahnte Kunstfertigkeiten verfügten. Vor allem die detaillierte Darstellung der Bewegungen und der menschlichen Anatomie verblüfft das Forscherteam.“ Dieses Siegel verändert absolut keine der bisherigen Sichtweisen, weil die bisher gefundenen minoischen Gemmen oder Siegel nicht anders sind als das jüngst entdeckte Artefakt, lediglich sind die Muskelanatomien der Männer sehr fein und lebensecht herausgearbeitet worden. Das ist nicht ungewöhnlich, wie wir es am zeitgleichen ägyptischen Kunstschaffen ersehen können.
 
Was an dem Fund Aufmerksamkeit erregt, ist nicht die schöne Machart, vielmehr das was sein Bild darstellt. Es zeigt den Kampf zwischen einem siegreichen Minoer und zwei überwundenen indogerm. Angreifern, nämlich den nordischen mykenischen Eindringlingen und Eroberern. Diese Frühgriechen kamen aus dem prägallischen Süddeutschland und dem Karpatenraum der blonden Thraker. Die ältesten Zeus-Altäre finden wir im Donaubogen. Ob die Zeitstellung der Wissenschaftler, mit 3.500 v.0, zutreffend ist, sei dahingestellt. Wahrscheinlich ist der Fund jünger, wohl eher stammt er aus ca. 3.300/3.200, denn die Minoerherrschaft endete nicht abrupt, wenn auch ihre Flotten durch die Seebeben vernichtet waren. Einzelne Minoer-Fürsten hielten sich noch lange und widerstanden erfolgreich den mykenischen Invasionen. Der nordische Krieger, der Gegner des Minoers, trägt den Rosshaarhelm, wie er für die späteren Griechen ebenso wie auch für die indogermanischen Hethiter typisch war. Auch die sog. „Seevölker“ auf den Reliefs von „Medinet Habu“, dem Totentempel von Ramses III. (um 1221-1156 v.0), tragen die Rosshaarhelme in vereinfachter Darstellungsweise. Diese ägyptischen Reliefwände beschreiben Kampfszenen des Eroberungsversuchs der Nordländer aus dem letzten Drittel des 13. vorchristlichen Jahrhunderts. Die Eroberung Ägyptens gelang damals zwar nicht, aber das ägyptische Vorland im Norden - Palästina - wurde weitestgehend der Pharaonen-Herrschaft entrissen. Hier setzten sich die Philister, die „Roten“, die Rotköpfigen und deren semitisierten Nachkommen, die Phönizier, fest, die den ostmittelmeerischen Seehandel dominierten und dadurch das lange Siechtum Ägyptens einleiteten.
 
Symbole des nordischen Sonnenkultes
 
Das minoische Siegel ist in mancherlei Hinsicht aufschlussreich. Die beiden Mykener tragen die gleiche Bekleidung von der Art schottischer Wickelröcke, wie sie auf den Reliefs von „Medinet-Habu“ gezeigt werden. Der kultiviertere Mioner ist beschuht, während der mykenische Angreifer barfuß ist. Bedeutsam ist das Helm-Emblem des Mykeners. Es ist das Dreierspiralzeichen, wie wir es schon vom wintersonnwendlich ausgerichteten Steinzeit-Ganggrab von Stonehenge (Südengland) her kennen, quasi als Bekenntnis zum ur-nordischen Sonnenkult. Der Sonnen-Spiral-Dekor, die Spiral-Mäander, also die deutliche Vorliebe für diese sakrale Schmuckform darf für die frühgriechisch-mykenische Kultur wie ein Leitmotiv gelten. Dadurch lehnt sie sich an den Spiral-Kult Nordeuropas an, oder ist - was anzunehmen ist - aus ihm hervorgegangen. Was sich in der Helmgestaltung des nordischen Kriegers verdeutlicht, ist die Demonstration des solaren Heils- und Schutzgedankens in Form seiner beiden Hauptsymbole, nämlich „Pferd und Sonne“. Das göttliche Sonnenpferd zog nach mythischer Vorstellung Tag für Tag das Gestirn vom östlichen Aufgangsort über das Firmament, bis zum Untergang im westlichen Meer. Und die Sonne, als Erzschöpferin der Zeit, spiralt sich in drei Etappen - Frühling, Sommer, Winter (Jahreszeit Herbst war im Norden unbekannt) - durch das Jahr. 
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