Das Grauen von Otranto - Türkengräuel

Die Türken-Massaker von Otranto in Apulien
 
 
TÜRKEN IN OTRANTO
 
Konstantinopel war schon gefallen,
zu tafeln in abendländischen Hallen,
das kannten türkische Räuber schon,
der „Goldene Apfel“ war Allahs Lohn.
 
Der zweite „Apfel“ lag fern am Tiber,
der galt Asiaten noch einmal lieber,
dort lag der Christenheit wahrer Dom,
das wäre der Sieg, der Fall von Rom.
 
Sie landeten mit starken Flotten,
den Christen in Apulien zu spotten,
am italienischen Stiefel packten sie zu,
sie schlugen Otranto in Todes-Ruh.
 
Italien gleich wie den Balkan erobern,
dass dort islamische Brände lodern,
das lag dem Pascha im „heiligen“ Sinn,
das galt den Türken als Hauptgewinn.
 
Sie haben Leute wie Vieh geschlachtet,
vom gläubigen Fanatismus umnachtet.,
mehr als Achthundert wurden geköpft,
Menschen ohne Erbarmen geschröpft.
 
Die Eroberung Roms ist nicht gelungen,
Türken leckten vergeblich die Zungen.
Als „Goldener Apfel“ lockte auch Wien,
drum zog es Türken nach Deutschland hin.
 
Längst ist das alles ferne Geschichte,
Dichter schreiben darüber Gedichte -,
doch manche Gefahren sind nie gebannt,
ohne Abwehr hat kein Land Bestand !
 
 
Gedenken wir der Türken-Opfer von Konstantinopel und Otranto
 
Aus dem sprichwörtlichen heiterem Himmel überfielen im Jahre 1480 osmanische Türken die süditalienische Hafenstadt Otranto, als erste Ortschaft auf italienischem Boden, die den grausamen Türkenterror erleiden musste. Hier spielten sich Mordszenarien ab, die aus den türkischen Eroberungen in Anatolien und dem Balkan bekannt waren und sich im Südosten des Deutschen Reiches in den bekannten grauenvollen Exzessen während der beiden Türkenbelagerungen von Wien (1529 und 1683) wiederholten. Besondere Gründe für den Angriff auf die Stadt mussten nicht unbedingt vorliegen, denn Beutelust und der türkisch-islamische Hass auf Andersgläubige galten damals wie heute - in Form von fanatischen Einzeltätern - als Motivationen genug für Mord und Totschlag. Doch auch weitreichende strategische Gründe lagen möglicherweise vor. Die arme Stadt liegt der damals bereits von den Türken überrollten Ostküste der Adria am nächsten und lockte jedenfalls zu einem überraschenden Beutezug. Ob der damalige türkische Sultan in Konstantinopel sich ein von ihm gedachtes Recht auf das ehemalige byzantinische Unteritalien zumaß, bleibt ungewiss, denn derartige völlig überzogene Rechtsansprüche wurden seitens der Türken nie geäußert. Doch der türkische Sultan Mehmed II. (1432-1481),  genannt „der Eroberer“, regierte von 1444 bis 1446, sowie von 1451 bis zu seinem Tod. Am 29. Mai 1453 eroberte er den sog. „Goldenen Apfel“ Konstantinopel und war damit der Vernichter des christlichen „Reiches von Byzanz“. Es liegt auf der Hand, dass er nach seinen großen militärischen Erfolgen auch die Eroberung von Italien geplant haben könnte, deren Krönung der Fall Roms gewesen wäre. So könnte die Eroberung von Otranto als erster Vorstoß zur Errichtung eines Brückenkopfs für das folgende islamische Invasionsheer gemeint gewesen sein.
 
Der türkische Räuberhauptmann hieß Gedik Ahmed Pascha, er landete am 28. Juli 1480 in Apulien, er zog vor Otranto und forderte dessen Übergabe. Die Bevölkerung sah voraus was ihr blühen würde und verweigerte die bedingungslose Kapitulation. Wem es gelang der zog sich in die Zitadelle zurück. Die Belagerung der Stadt begann, die am 11. August 1480 mit ihrer Einnahme endete. Was mit den von Türken eroberten Städten passierte, hatte man nicht erst bei der Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 erlebt. Die kleineren Schutzburgen, nahe dem Dorf Studios an der Küste des Marmarameeres, ergaben sich den Türken binnen weniger Stunden. Dann brachen die Eroberer über sie her. Die größere bei Therapia leistete zwei Tage lang Widerstand. Alle hierbei gemachten Gefangenen - angeblich waren 36 in Studios und 40 in Therapia - wurden in den folgenden Tagen in Sichtweite der Stadt gepfählt, also ihre Leiber durchbohrt auf Spieße gesteckt. Die byzantinischen Prinzeninseln im Marmarameer wurden besetzt. Nur die Mönche des Klosters St. Georg auf der Insel Prinkipo verweigerten sich der Übergabe, sie wurden verbrannt und niedergemacht und die gesamte Inselbevölkerung wurde in die Sklaverei verkauft.
 
Schließlich gingen der Stadt Konstantinopel die Vorräte aus, sie wurde von den Türken erobert und geplündert. Dabei kam es zu vielen schändlichen Übergriffen gegen die Einwohner. Beispielsweise wurden die Menschen, die sich in die Kirche Hagia-Sophia geflüchtet hatten, dort von den Türken sämtlich niedergehauen. In der „Chronik des Aschikpaschazade“ heißt es dazu: „Da gab es gute Beute. Gold und Silber und Juwelen und kostbare Stoffe wurden auf den Markt im Heerlager gebracht und in Haufen aufgestapelt; all dieses wurde nun feilgeboten. Die Ungläubigen [Christen und Nichtmoslems] von İstanbul wurden zu Sklaven gemacht, und die schönen Mädchen wurden von den [türkischen] Soldaten in die Arme genommen.“
 
Einem alten tatkräftigen Schneider namens Antonio Pezzulla, der auch als „Il Primaldo“ bekannt war, war die Führung zur Verteidigung der Stadt übertragen worden. Als auch er den Befehl zum Glaubensübertritt verweigerte, wurde er am 14. August, gemeinsam mit mindestens 800 weiteren Menschen, der Kopf vom Rumpf geschlagen. Ein Kenner schrieb: „Sie töteten mehr als 800 Fischer, Handwerker, Bauern, Kaufleute, Landarbeiter einfach nur wegen ihres Glaubens.“ Es gibt eine italienische Sage, ähnlich der vom norddeutschen Seeräuber Störtebeker, es soll sich das Wunder ereignet haben, dass Antonios Körper nach der stehenden Enthauptung nicht zusammenbrach und es auch dem Henker nicht einmal gelang, den leblosen Leib umzuwerfen (siehe das obige Gemälde). Die Ermordeten von Otranto wurden von den Türken auf offenem Felde liegen gelassen, wo sie der legendären kirchenchristlichen Überlieferung zufolge Monate später unversehrt von den neapolitanischen Streitkräften aufgefunden wurden, die zur Rückeroberung der Stadt herangerückt waren. Von italienischer Seite wird korrekt erklärt, dass Massenhinrichtungen gezielte Terrorakte waren, um Angst und Schrecken zu verbreiten und dadurch das Vordringen der Türken zu erleichtern. Tatsächlich führte dieses Vorgehen zu einer Verschärfung des Widerstandes gegen die türkischen Räuberscharen und einer Verbindung fast aller zur Verfügung stehenden italienischen Streitkräfte. Von diesbezüglich nicht ernst zu nehmender türkischer Seite wurde angeführt, es habe keine Massenhinrichtung gegeben, die Gebeine stammten von den Gefallenen der Kämpfe. Trotz eines umfänglichen gegensätzlichen Belegmaterials, behaupten islamische Autoren, die Andersgläubigen, die unter türkische Herrschaft gerieten, hätten lediglich einer besonderen Steuerregelung unterlegen, wären jedoch nicht hingerichtet worden. Das Auftreten der Türken vor Wien hat aber hinlänglich das Gegenteil bewiesen. 

In den offiziellen Geschichtsdarstellungen heißt es so etwa: Im Sommer 1480 sammelte sich eine osmanische Flotte in den albanischen Häfen und stach im Juli in See. Die Angaben zur Größe der Flotte schwanken. Man geht von 90 Galeeren und 20 Transportschiffen aus. Auch die Angaben zum Umfang des osmanischen Heeres schwanken zwischen 18.000 und 100.000 Mann. Nach der Einnahme Otrantos plünderten die Osmanen die Stadt. Eine große Zahl von Einwohnern wurde getötet, so auch der Erzbischof Stefano Pendinelli, der in der Kathedrale ermordet wurde. Anschließend wurden die Kirchenglocken von den Besatzern eingeschmolzen, um daraus Waffen herzustellen. Später wurde auch das wegen seiner großartigen Bibliothek berühmte Kloster San Nicola di Casole zerstört. Nach dem Sieg in Otranto verlegten sich die Türken bis Oktober auf Überfälle auf italienische Küstenstädte wie Vieste, Lecce, Tarent und Brindisi mit Hilfe ihrer Flotte. Danach kehrte die Mehrzahl der Truppen nach Albanien zurück. Etwa 1.300 Mann Besatzung verblieben in Otranto. Im Frühjahr gingen die Neapolitaner mit ihren Verbündeten schließlich zum Gegenangriff über. Am 1. Mai 1481 begannen sie die förmliche Belagerung Otrantos. Die Osmanen verteidigten sich erfolgreich, bis am 3. Mai die Nachricht vom Tod des Sultans eintraf. Dadurch traten innenpolitische Wirren im Osmanischen Reich auf, welche die Ankunft von Verstärkungen verhinderten. Nach einem erfolglosen Sturmangriff auf die Stadt am 23. August begannen Unterhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Den Osmanen wurde der Abzug aus der Stadt gewährt. Als am 10. September die neapolitanischen Truppen in die Stadt einrückten, nahmen sie dennoch einige hundert osmanische Soldaten gefangen die anschließend als Ruderknechte dienen mussten.
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