Der Raubzug - Massen-Plünderungen der Weltkriegs-Sieger

 
 
 
 
WER NICHT VERZEIHEN KANN,
DEM WIRD NICHT VERZIEHEN !
 
Man soll nach vorne schauen,
verzeihen und vergessen,
das Unheil das geschehen ist
dürft‘ nicht die Zukunft fressen !
 
Doch eine Seite will das nicht,
will richten, richten, richten -,
sie will keine Gerechtigkeit,
sie will Deutschland vernichten.
 
Die Schuld ist ein gar klebrig' Ding,
sie klebt auf vielen Seiten,
wer sie für sich da leugnen mag,
will auf der Lüge reiten.
 
Schandtaten gab es hier wie dort,
doch wer begann das Rechten,
das garstige, unaufhörliche,
das Rachezöpfe Flechten ?
 
Wer keine Schuld verzeihen kann,
dem wird auch nicht verziehen,
so flicht sich Schuld und Rache fort,
und ist zum Berg gediehen.
 
Ein Berg steht zwischen Klägern,
jeder weiß eigenen Verlust,
doch wenige nur schlagen
sich „Mea culpa“ an die Brust !“
 
 
„DIE SIEGER KLAUTEN WIE DIE RABEN“
 
In einem Filmbeitrag des ZDF unter dem Titel „Wie die Sieger Bilder klauten - Über die Beutekunst aus Deutschland“ (1996), von Peter Berg und Jens Monath, wird in Bild und Ton geschildert wie Amerikaner, nicht allein in Thüringen bevor die Russen kamen, deutsche Kunstgegenstände plünderten. Die Kasseler Bibliothek hatte, zum Schutz vor dem alliierten Bombenterror, in einem Kalibergwerk Heiligenrode/Rhön ihre Schätze ausgelagert, bis die plündernden US-Soldaten kamen und nicht nur klauten, sondern auch so mit den Kunstwerken umgingen, dass Restauratoren anschließend die altehrwürdigen Manuskripte von Speiseresten und Fäkalien der Herren Sieger säubern mussten. Nach dem Weltkrieg II. sind von den amerikanischen und sowjetischen Truppen auch abertausende wertvolle Kunstschätze der Berliner Museumsinsel weggeschleppt worden. So genannte „Trophäenbrigaden“ der „Roten Armee“ klauten im höchsten Auftrag für Stalins geplantes Supermuseum in Moskau, das nie gebaut wurde. Der diesbezügliche Vertrag zwischen Helmut Kohl und Gorbatschow vom Jahre 1991 wurde seitens der Russen nicht eingehalten, das Puschkin-Museum gibt seine deutsche Raubkunst nicht heraus. Die große Ausstellung über das „Gold der Merowinger“ in Moskau und Sankt Petersburg zeigte im Frühjahr und Sommer 2007 viele Schätze, die eigentlich auf die Berliner Museumsinsel gehören. Die so genannte „Beutekunst“ ist heiß umstritten: Die Bundesrepublik möchte ihre Schätze wieder zurück haben, während Russland sie als Eigentum betrachtet, gleichsam als Entschädigung für das große Leid, das dem sowjetischen Reich durch Hitlers Truppen zugefügt wurde, als wäre durch die Ausmordung und Übernahme ganzer deutscher Provinzen, mit Millionen ermordeter Zivilisten, nicht Ausgleich genug geschehen. Längst verloren geglaubte Kunstwerke tauchen nun wieder auf, seit Jahrzehnten unter strengster Geheimhaltung in russischen Museen und Klöstern verwahrt. Die brisante Frage: Werden die Kunstwerke je wieder auf der Museumsinsel zu sehen sein ? „Mehr als eine Million Objekte“, so der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Klaus-Dieter Lehmann, „werden immer noch vermisst. Allein 200.000 Objekte von musealem Rang sowie unzählige Bücher und Handschriften.“ Zu den bedeutendsten und schmerzlichsten Verlusten gehört der Inhalt der drei Goldkisten aus dem Flakbunker Zoo. Der Schatz des Priamos, das Eberswalder Gold und das Gold der Merowinger waren hier vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Sicherheit gebracht worden. Erst 1995 erfuhr die Welt, dass diese Objekte noch existierten, in Moskauer Geheimdepots. Einmalige, unersetzliche Fundstücke, die - jedenfalls völkerrechtlich nach der Haager Konvention von 1907 - nach Deutschland gehören. Russland gibt zu, um die 43.000 wertvolle Beutebücher aus deutschem Raubgut zu besitzen. Darunter sind wunderschöne Gutenberg-Bibeln, die ersten gedruckten Bücher der Welt.
 
Selbst in dem tendenziösen Artikel von Erich Wiedemann, „Die Kunsträuber“ (SPIEGEL 25/2001), ist zu lesen: „Klauen war 1945 in der U. S. Army, wie der Bankier und Historiker Kenneth Alford aus Richmond (Virginia) recherchiert hat, so was wie ein soldatischer Sport. Die Grenze der Plünderei hing nur davon ab, wie groß der Sack war, den man mitbrachte.“ Es wird von propagandistischen Auftragsschreibern seit Kriegsende zwar immer wieder von der „Nazi-Raubkunst“ und sogar von den angeblichen Diebstählen Adolf Hitlers getönt, doch dass „bis 1945 als Kunstlieferanten für Hitler“ das Kölner „Kunsthaus Lampertz und die „Münchner Kunsthandlung Weinmüller tätig gewesen waren“, wird in der Regel diskret verschwiegen (SPIEGEL 5/28.1.13, S. 34 ff.) Über die Nazi-Beutekunst wurde und wird hinreichend berichtet, sehr viel anders verhält es sich mit der Ami- und Iwan-Beutekunst. Dr. Frank Kretzschmar, dem ich dem Sinn nach und etwaigem Wortlaut folge, schreibt dazu: Nachdem Kriegserklärer Frankreich im Handstreich geschlagen war, hielten sich die „größten Kunst-Räuber aller Zeiten“ konsequent ans Haager Kulturgut-Abkommen, beließen den Besiegten ritterlich die Museumshoheit und sorgten dafür, dass Mona Lisa nicht in Hitlers Schlafgemach sondern alsbald an ihrem Platz im Louvre landete. Dass auch den übrigen französischen Kunsttempeln kein einziger ihrer ansehnlichen Schätze abhandenkam, ist Autor Winter [SPIEGEL-Redakteur] selbstredend ebenso wenig eine Silbe wert, wie, dass nahezu alle der 300 Pariser Kunsthändler mit den Deutschen Geschäfte machten, anstatt ausgeraubt zu werden. Doch die Amerikaner rissen sich gegen jedes Völkerrecht unter den Nagel, was nicht niet- und nagelfest war. Kein Geringerer als der Chicagoer Reverend Ludwig A. Fritsch sah sich gezwungen, unumwunden zuzugeben: „Millionen Tonnen an gestohlenen Gütern wurden als ‚Souvenirs‘ mit unseren Transportmitteln nach Amerika gebracht. Das silberne Tafelgeschirr des letzten Kaisers wiegt allein sieben Tonnen, und der Oberst, der dieses herrliche Kunstwerk stahl, ist im Privatleben Rechtsanwalt.“ Kurz vor Kriegsende fiel den Amerikanern im Salzburger Land der „ungarische Gold-Zug“ in die Hände, dessen 24 Eisbahnwagons mit Edelmetallen, Schmuck, Gemälden, Skulpturen, Teppichen, Möbeln und anderen erlesenen Artefakten beladen war. Der Zug wurde in eine Kaserne gebracht und nicht nur von den Wachmannschaften, sondern auch von Generälen wie Harry J. Collins systematisch ausgeplündert. Wünsche von Eigentümern, das wegen der Herkunftsvermerke gut zuordenbare Gut an sie zurückzugeben, wies Hochkommissar Mark Clarc brüsk zurück. Der klägliche Rest des als „unidentifiable“ erklärten Diebesguts wurde in New York für zwei Millionen Dollar verscherbelt. In meiner Heimatstadt Leipzig stahlen US-Kulturoffiziere Schriften des Aristoteles, die sich seit 1431 in Uni-Besitz befanden, eine Gutenberg-Bibel sowie 250 Original-Briefe des Erasmus von Rotterdam. Auch die nach Bad Wildungen in Sicherheit gebrachte Handschrift des Hildebrandslied, des ältesten germanischen Heldengesangs in deutscher Sprache, war vor den amerikanischen Elstern nicht sicher. Selbst Deutschlands Lieblingsbesatzer, General Luis D. Clay, Ehrenbürger Berlins, konnte seine Langfinger nicht still halten und streckte sie nach der einzigartigen Briefmarken-Sammlung des Reichspostmuseums aus. Eine lobenswerte Ausnahme machte der US-„Kunstschutz-Offizier“ Walter Farmer, der das sog. „Wiesbadener Manifest“ anregte, das gegen den staatlich angeordneten US-Kunstklau protestierte. Die zusammengeraubten deutschen Kunstschätze hatte man im Museum Wiesbaden gelagert, wo Kramer beauftragt wurde, um die 200 erstklassige deutschen Gemälde nach den USA zu überstellen. Für sein in diesen Tagen der ungebremsten Siegergewalt seltenes Engagement wurde W. Kramer kurz vor seinem Tod mit dem „Großen Bundesverdienstkreuz“ von Außenminister Kinkel geehrt.
 
Als der diebische US-Offizier Joe T. Meador verstarb, hatten seine Geschwister, die Erben, Probleme mit dem Verhökern des mittelalterlichen Quedlinburger Domschatzes, von dem ihr Herr Bruder 1945 zwölf der wertvollsten Teile einsackte. Sie boten diese Hehler-Ware Anfang der Neunziger der Bundesrepublik für einen „Finderlohn“ von 2,7 Millionen Dollar an, der auch prompt gezahlt wurde. Dümmer, aber auch glimpflich, lief es für das US-Offizierspärchen Captain Nash, Major Warson und Colonel Durant, die nach dem Krieg im Schloss Kronberg/Taunus ihre Nächte bei Sex und Wein feierten und auf der Suche nach noch unentdeckten Weinkellern die hessischen Kronjuwelen im Wert von 250 Millionen Dollar aus einer gesicherten Kiste unter dem Fußboden ausgruben, mitgehen ließen und zum Zwecke des Verkaufs in Einzelteile mit einer Beißzange zerschnitten und somit ruinierten. Das Triumvirat wurde, zum Schein in einem Schauprozess, ohne dass es diese hätte absitzen müssen, zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die Rückgabe der Preziosen an die rechtmäßigen Eigentümer, Wolfgang und Margarete von Hessen, wurde am 27. Februar 1950 durch die USA mit der Begründung abgelehnt, „dass der Prinz und die Gräfin als feindliche Ausländer keinen Prozess vor einem amerikanischen Gericht führen dürfen.“ Bis heute wird in den USA mit erkanntem aus Deutschland stammenden Diebesgut gehandelt. Museen und reiche Privatleute, die genau wissen woher ihre Schätze stammen, denken nicht an Rückgabe und selbst vornehme Auktionshäuser handeln mit solcherart Hehlerwaren. Erschreckend ist dabei besonders, dass auch der amerikanischen Staat nicht daran denkt, regulierend einzugreifen, wenn die Räubereien seiner Soldaten nach Jahrzehnten bekannt werden.
 
Der diebische Texaner Joe Tom Meador
 
Der US-Dieb des Quedlinburger Domschatzes -
für Meador und viele seiner Kameraden war der Krieg nichts als ein Raubzug !
 
Im April 1945 klaute der schwule US-Oberleutnant Joe T. Meador, Angehöriger des „US-87. Panzerfeld-Artillerie-Bataillons“ den Quedlinburger Domschatz, welcher wegen der alliierten Bombardierungen in einer Mine, südwestlich der Stadt Quedlinburg, ausgelagert war und offiziell vom US-Militär bewacht wurde. Der Soldat räumte nicht nur in Deutschland kräftig ab, Kriegsgefährten erinnerten sich, wie Kamerad Meador einmal in der Normandie einen Altar abschmückte, gelegentlich Ölgemälde mit dem Jagdmesser aus dem Rahmen schnitt und im Stoffsack verpackte oder wie er in der beschlagnahmten Biarritzer „Villa der Marquise von Saint Carlos“ per gestohlenem Schlüssel ans Silber und Porzellan ging. „Was der GI da paketweise nach Hause zu seiner Mutter schickte, stellte gängige Soldatenbeute weit in den Schatten. Die Mutter, auch eine „Kunstbegeisterte“, konnte nicht so naiv sein, zu glauben, dass ihr Söhnchen alle diese Schätze real erworben haben könnte, aber sie deckte ihren Dieb und freute sich zusammen mit ihm am geklauten „Nazi-Gut“. Leutnant Meador schrieb in einem Brief an seine Eltern am 17.06.1945: „Sind meine Pakete gut angekommen, von denen ich schon ein paar geschickt habe ? Es gibt zwei davon, die ich besonders gesichert wissen will, eines ist ein Kasten, der ein Buch enthält, die Abdeckung des Buches zeigt eine Statue von Christus auf ihm. Wenn es bei euch ankommt, kümmert euch besonders gut darum. Ich meine, dass die Abdeckung aus reinem Gold ist und, dass es Juwelen auf dem Deckel hat, Smaragde, Jade und Perlen. Fragt mich nicht, woher ich das habe, aber es wird sehr wertvoll sein.“ Außerdem warnte er seine Eltern, seine Schätze niemandem zu zeigen und niemals zuzugeben, dass er sich die Kunstwerke aus einer Höhle in den Bergen „angeeignet“ hätte. Im Brief an seine Eltern vom 07.07.1945 schrieb er, dass das zweite mittelalterliche Manuskript, das er nach Hause schickte, in eine feste Goldabdeckung gebunden sei, die mit ca. 80 Juwelen versehen ist: „Bitte speichert es sorgfältig für mich, da es sehr wertvoll ist“. Am 02.08.1945 klagte Meador in einem Brief, dass „jetzt, wo der Krieg vorbei ist, wird es schwieriger, Dinge zu bekommen“. Er beklagt also die entstehende Knappheit von leicht zugänglicher „Beute“. In Packpapier eingewickelt schickte Meador seine „Souvenirs“ per Feldpost nach Whitewright, seiner Heimatstadt in Texas. Der Mann hatte auf gleiche Weise während seines Einsatzes in Europa zahlreiches anderes Kulturgut geraubt und später in den Vereinigten Staaten auf dem illegalen Kunstmarkt veräußert, um mit dem Erlös einen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren. Nur den Domschatz versteckte er wasserdicht verpackt in der elterlichen Toilette. Keinem seiner Vorgesetzten soll es aufgefallen sein, dass der Mann Paket für Paket wertvollstes Raubgut nachhause schickte. Das mag glauben wer will ! Ohne den Quedlinburg-Schatz wurde bei Meadors Tode sein Nachlass auf 100.000 US-Dollar geschätzt, woran man so etwa ablesen kann welche Diebesgut-Mengen über den Großen Teich versendet worden sind. Während der allerletzten Kriegsphase war der völlig enthemmte, mitterweile professionelle Kunsträuber Meador in Quedlinburg an einen Bergstollen geraten …Etwa die Hälfte davon, nach Rang und hypothetischem Marktpreis, hat - laut Schätzung des Berliner Museumsmannes Dietrich Kötzsche - Meador seinerzeit abgeschleppt“, schreibt der SPIEGEL am 21.01.1991. Kostbarkeiten wie ein Reliquienkasten, der auf den 936 in Quedlinburg begrabenen König Heinrich I. zurückgeht, ein elfenbeinerner Prunkkamm sowie kunstvolle Reliquienbehältnisse aus Bergkristall, gehören dazu. Nach seinem Tod gingen die geraubten Wertgegenstände an seinen Bruder und seine Schwester, die sie zu Geld zu machen versuchten. Der ebenfalls schwule Bruder verschenkte schon mal ein schönes Stück an einen besonders lieben Bettgenossen. Während dieser Zeit wird bekannt, dass ein gestohlenes „Evangeliar“ 1983 von dem „Auktionshaus Sotheby's“ in London für 11,7 Millionen Dollar verkauft wurde. Im Herbst 1988 bietet das Londoner „Antiquar Samuel Fogg“ das „Samuhel-Evangeliar“ bei der „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ für acht Millionen Dollar an. Im April 1990 wird diese Hehlerware von John Torigian (im Auftrag eines anonymen US-Verkäufers) an eine deutsche Kulturstiftung für eine so genannte „Finder-Gebühr“ von $ 3 Millionen verkauft. „Diebstahl zahlt sich aus“, meinte Robert T. Buck, Direktor des Brooklyn Museum, „und beschwört spöttisch eine zeitgemäße Nutzanwendung für jeden GI: Drüben im Irak gibt‘s eine Menge Kunst zu holen.“ (DER SPIEGEL 4/1991) Da wird ein Stück Räubermentalität offenbar, wie gut, dass das kein „Nazi“ sagte ! Der geklaute deutsche Schatz musste auf höchst abenteuerliche Art und Weise für teures Geld nach Deutschland zurückgekauft werden. Zwei Stücke fehlen noch immer. (siehe auch: Willi A. Karte, Siegried Kogelfranz, „Quedlinburg-Texas und zurück - Schwarzhandel mit geraubter Kunst“, 1994)
 
In der „FAZ“ vom 22. Juni 1990 berichtet Eduard Beaucamp in Artikel „Spuren deutscher Kunstverluste“, dass amerikanische Militärangehörige „organisierten Kunstraub“ begangen haben. Unhaltbar ist die bislang von Beschwichtigern überstrapazierte Version, der US-Dieb Joe T. Meador sei ein psychopathischer Einzeltäter gewesen. US-Soldaten stahlen en gros wie en detail ! Aus der Inventarliste für das Depot der Staatlichen Museen zu Berlin im thüringischen Merkers wurde geschickt eine Seite herausgelöst, auf der u. a. 160 wertvolle Orientteppiche verzeichnet waren. Ein amerikanischer „Kunstschutzoffizier“ kam der Schweinerei auf die Spur und wurde seines Postens enthoben. Aus dem Auslagerungsdepot des Münchner Lenbachhauses im Schloss Hohenaschau verschwanden während der amerikanischen Besatzung 116 wertvolle Gemälde, 41 davon fehlen bis heute. Im Kriegsdepot des Magdeburger Kaiser-Friedrich-Museums, einer Salzmine von Staßfurt, brach ein „allesvernichtender“ Brand aus, so galten die verwundenen Kunstschätze als verloren. Ein besonders markantes Beispiel ist der sorgsam geheim gehaltene Raub des „ungarischen Goldzuges“ von 22 Waggons, die die schier unfassbaren Schätze deportierter oder „freigekaufter“ ungarischer Juden beinhalteten. Sie wurden im Mai 1945 von General Harry John Collins, dem Militärgouverneur von Salzburg, übernommen. Den Frachtwert schätzte man damals auf 206 Millionen Dollar (allein der Goldpreis ist seitdem auf über das Zehnfache gestiegen). Unter den Händen von Collins und seiner „Regenbogendivision“ löste sich der Schatz in Nichts auf, so berichtete am 06.04.1991 „neues Deutschland - sozialistische Tageszeitung“.
 
Im Gegensatz zur deutschen Wehrmacht, der Erich Wiedemann unter Bezug auf den russischen Kunsthistoriker Knyschewski zugutehielt, dass sie „Exzesse und Diebstähle verfolgte und bestrafte“, klauten die Sieger ganz hemmungslos vom einfachen Soldaten bis zur hohen Generalität. Dass trifft auch auf die Tatsache zu, dass die Deutschen nicht nur Opfer des größten Kunst- sondern auch des monströsesten Wissens-Klaus aller Zeiten waren. In der Nachkriegs-Operation „Paperclip“ raubten die Amerikaner gegen jedes Völkerrecht den „Giganten der Wissenschaft „wie sie Ludwig A. Fritsch bezeichnete, u. a. 346.000 Patente, 20.870 Warenzeichen, ungezählte Skizzen, Entwürfe und Blaupausen, 50.000 chemische und Farbformeln und ließen 765 deutsche Wissenschaftler, unter ihnen die 350 weltweit führende Raketenspezialisten, mitgehen. Der Kenntnisvorsprung lag bei bis zu 30 Jahren. Von A wie Agfa-Color bis Z wie Zuse-Z3-Computer - alles nur geklaut. Verlust und Bereicherung übersteigen jede Vorstellung und stellen eine Reparationsleistung dar, wie sie kein Volk jemals vorher erbrachte.
 
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Der Privatgelehrte Georg Wiesholler aus Ottobrunn schreibt (mit Angabe von Quellenbelege: „Welche Gewinne die US-Industrie schon allein an den Raub der Patente machte, die Adenauer auf einer Rede in Bern am 23. März 1949 bescheiden als Diebstahl bezeichnete, zeigte C. Lester Walker in „Secrets by the Thousends“ an einigen Beispielen: „Nachdem eine amerikanische Flugzeugfabrik ausgesuchte Dokumente über Patente erwarb, hat sie ohne Zweifel viel Geld gespart. Die Kosten für die Ablichtung betrugen einige Dollars, aber die Gesellschaft (company) sparte dabei hunderttausend Dollar. Ein Forschungsleiter einer anderen Fabrik brauchte 3 Stunden um sich die notwendigen Dokumente beim OTS (Office of Technical Services) zu beschaffen. Als er ging sagte er: ‚Diese Aufzeichnungen sind für meine Firma eine halbe Million Dollar wert.' Ein amerikanischer Textilfabrikant bekräftigte, nachdem er die Patente der deutschen, synthetischen  Faserindustrie abgelichtet hatte: ‚Diese Dokumente ersparen meiner Firma 20 Millionen Dollar'."
 
Über die Tätigkeit dieser Plünderer berichtete uns auch der christlich-soziale Wirtschaftspolitiker Johannes Semmler, den Carl Friedrich Goerdeler (der von den Widerständlern vorgesehene Reichskanzler) zum Reichswirtschaftsminister machen wollte. Er sagte im Januar 1948 auf einer Tagung seiner Partei in Erlangen: „In der gesamten Stahlindustrie hat kein einziger Deutscher noch etwas zu sagen. Die  Wirtschaftspolitik der Alliierten betreibt die bewusste Auseinandereißung der gewachsenen, einzigartigen Verbundsindustrie zwischen Kohle und Stahl. Man muss es ihnen abgewöhnen, noch drei Jahre nach dem Krieg die deutsche Wirtschaft auszuplündern. … Die Amerikaner versuchen heute, sich aus der Verantwortung für die Zerreißung Deutschlands herauszuziehen. Die Konferenzen, auf denen Deutschlands Zerreißung beschlossen wurde, sind Viermächte-Konferenzen gewesen. … Man hat gewusst, dass der deutsche Osten der Lebensmittellieferant für die deutsche Bevölkerung ist. Die Importe, die jetzt hereinkommen, muss Deutschland in Dollar aus deutscher Arbeit und deutschen Exporten bezahlen und sich dafür noch bedanken. Geschenkt wird Deutschland nichts. Es ist an der Zeit, dass deutsche Politiker darauf verzichten, sich für diese Ernährungszuschüsse, in denen sich auch umfriesiertes Hühnerfutter befindet, zu bedanken…“ Johannes Semmler wurde dann, obgleich frisch ernannt, als „Direktor für Wirtschaftsfragen in der Bizone“ sofort abgesetzt. 
 
Diese Plünderungen  wurden schon 1944 vorbereitet. In den USA wurde eine Gruppe von Fachleuten in Zivil zusammengestellt („Joint Intelligence Objectives Committee“), die unter militärischer Leitung die Aufgabe hatten, im Verlauf des Vormarsches der Alliierten militärische, wissenschaftliche und industrielle Geheimnisse ausfindig zu machen, um diese dann in Beschlag zu nehmen. Zu diesen Plünderungen gehörten außer den Tonnen von Gold, Demontagen ganzer Industrieanlagen, militärisches Gut auch Patente, Bargeld, Kunst, Literatur und vieles andere. Der US-Hauptmann Kathleen Durand „raubte die hessischen Kronjuwelen.“ Ein  Oberst, im Privatleben Rechtsanwalt, stahl das silberne Tafelgeschirr Kaiser Wilhelms II., ein Geschenk der deutschen Städte zu seinem 25-jährigen Regierungsjubiläum. Es wog allein sieben Tonnen. Er betrachtete es als Kriegstrophäe. Auch die Kronjuwelen des Hauses Glücksburg, ließen die Westalliierten mitgehen. Aus dem Bamberger Dom wurde der wertvolle Kirchenschatz gestohlen, der später teuer zurückgekauft werden musste. Schließlich die Bibel des Welfenherzogs Heinrich des Löwen, welche die BRD für mehrere Millionen zurückkaufen musste. General Lucius Clay, dieser Kriegsverbrecher, raubte unter dem Decknamen „Westward Ho“ 220 Gemälde aus dem Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin. Die lebensgroße Holzfigur des Tilman Riemenschneiders, die trauernde Maria, wurde aus einer Kirche gestohlen. Sie wurde jetzt großzügig für eine Ausstellung in Würzburg ausgeliehen. Was die Generäle machten, machten auch die gemeinen Soldaten. Aus allen Kapellen meiner Heimatgemeinde, die Jahrzehnte unverschlossen waren,  wurden die heiligen Figuren, die von den Bürgern verehrt wurden, geraubt. So aus der Pfarrhofkapelle auch die Figur des Johannes Nepomuk. Mein Vater durfte, weil er Schwerkriegsbeschädigter war, das Motorrad, eine 200 DKW, behalten. Amerikanische Soldaten wollten ihm dieses wegnehmen. Da er sich weigerte, es herzugeben, schlugen sie ihn zusammen. Außerdem stahlen sie, nebst zwei Vorderlader, die in der Wohnstube hängten,  seine Firmungsuhr mit Taler.
 
Folgende Valuten wurden nach dem Kriege von den Amerikanern in Thüringen geraubt: „Insgesamt befanden sich in der Schachtanlage ‚Kaiserroda II/III’ 8527 Goldbarren mit einem Gewicht  von 100,35 t; 144,82 t Goldmünzen, die sich wie folgt zusammensetzten: Goldmünzen des Deutschen Reiches für 39,7 Millionen Reichsmark, 68,8 Millionen französische Goldfranc, 18,6 Millionen Golddollar, 17,7 Millionen österreichische Goldkronen, 26 Millionen holländische Goldgulden, 5,7 Millionen Schweizer Goldfranken sowie weitere Währungen. An Papiergeld wurden eingelagert 3 Milliarden Reichsmark, 2 Millionen US-Dollar, 98 Millionen französische Franc, 4 Millionen norwegische Kronen und über 200 000 englische Pfund.“ Durch einen Schadenersatzprozess in den Vereinigten Staaten erfuhren wir, dass US-Soldaten einen aus Ungarn kommenden Goldzug ausgeraubt haben: „Dieser Zug, der aus 24 Güterwaggons bestand, war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen mit Gold, Kunstwerken, Juwelen, Teppichen und Haushaltsgütern beladen worden, um diese Gegenstände vor Kriegseinwirkungen zu retten. Er wurde 1945 von amerikanischen Truppen in Österreich beschlagnahmt und  anschließend geplündert. Der Wert der verschwundenen Gegenstände ist umstritten. Schätzungen reichen von 50 bis 200 Millionen $.“ So schreibt Karl-Bernd Esser: „Wenn man sämtliche von den Alliierten nach 1945 bekanntgegebenen Goldfunde addiert, kommt man ebenfalls auf 361 Tonnen. Dies lässt nur den Schluss zu, dass die Alliierten sämtliche von der Reichsbank  versteckten Goldbestände aufgespürt haben. Eine andere Geschichte freilich ist, dass sie bis heute nur 233 Tonnen an Deutschland zurückgegeben haben (die sich aber im Fort Knox befinden).“ So vertraut Joseph Goebbels am 9. April 1945 seinem Tagebuch an: „Eine traurige Nachricht kommt … aus Mühlhausen in Thüringen. Dort sind in den Salzbergwerken unsere gesamten Goldreserven in Höhe von hundert Tonnen und dazu noch ungeheure Kulturschätze, u. a. die Nofretete, in die Hand der Amerikaner gefallen.“ Laut Spiegel-TV vom 23. Nov. 1997 „beschlagnahmten die Amerikaner Gold im Werte von 2 Milliarden und schafften dieses in die USA….“

 

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