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Die Todesgrenze durch Restdeutschland
 
 
Die Toten von der „sozialistischen Friedensgrenze“
 
 
Die innerdeutsche Grenze, der „Eiserne Vorhang“. 1378 Kilometer lang war die gemeinsame Grenze zwischen BRD und SBZ/DDR, über 800 Menschen verloren bei der Flucht über diese ihr Leben. Über 5.000 Menschen versuchten über die Ostsee zu entkommen. Ein sehr gewagtes Unterfangen. Viele ertranken, die meisten wurden verhaftet. Aber ungefähr 800 von Ihnen schafften die Flucht. - Der Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der FU-Berlin, Klaus Schoeder, kritisierte 2010 den „sehr weiten Begriff von Maueropfer“ des Mauermuseums. Er geht aufgrund noch unerforschter Bereiche aber auch von mehr Opfern aus, als „offiziell bekannt sind“, und rechnet mit insgesamt etwa 1.000 Opfern des DDR-Grenzregimes. - 07.06.2017 - Focus - Nach fünfjährigen Recherchen legte der „Forschungsverbund SED-Staat“ erstmals belegbare Zahlen zu den Toten an der einstigen deutsch-deutschen Grenze vor. Insgesamt 327 [warum lässt man bei dieser Darstellung fast 300 Opfer unter den Tisch fallen ?] Menschen aus Ost und West fielen demnach der DDR-Abschottungspolitik zum Opfer, die weitaus meisten jünger als 35 Jahre (80 Prozent). „Diese Grenze war, wenn der Zynismus erlaubt ist, noch brutaler als die Berliner Mauer“, sagte Projektleiter Prof. Klaus Schroeder. „Menschen, die auf Bodenminen traten, sind zerfetzt worden, zum Teil sind sie im Unterholz nicht gesehen worden, Monate später wurden sie skelettiert als Leichen gefunden.“ Die Zahl der Mauertoten in Berlin war schon in einem Vorgängerprojekt bis 2009 erforscht worden: Mindestens 139 [???] Menschen kamen dort bei Fluchtversuchen ums Leben. Mit der neuen Untersuchung sei jetzt die Aufarbeitung der Todesfälle an der knapp 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze abgeschlossen, hieß es. Die Ergebnisse geben den Opfern wieder Namen und Gesicht, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. „Das sind wir den Menschen schuldig, die für Freiheit und Selbstentfaltung ihr Leben ließen.“ Insgesamt sind die Wissenschaftler in akribischer Arbeit fast 1.500 Verdachtsfällen seit der Gründung der DDR bis zur Grenzöffnung 1989 nachgegangen. Ihr „Totenbuch“ dokumentiert erschütternd die 327 belegbaren Schicksale. Ältestes Opfer war ein 81-jähriger Bauer aus Niedersachsen, der 1967 irrtümlich in ein Minenfeld geriet. „Landminen rissen ihm beide Beine ab. Sein Todeskampf dauerte mehr als drei Stunden“, schreiben die Forscher. „Er verblutete unter den Augen eines DDR-Regimentsarztes, der sich nicht in den verminten Grenzstreifen wagte.“ Der Fluchthelfer hatte versichert, das Schlafmittel für das sechs Monate alte Baby sei völlig unbedenklich, doch als die DDR-Polizisten am Grenzübergang Marienborn den verrosteten roten Opel Rekord kontrollieren, ist der kleine Emanuel Holzhauer tot. Im Hitzestau des Kofferraums erstickt er neben seinen Eltern, für die ein westdeutscher Verwandter 25.000 Mark für die Flucht aus der SED-Diktatur gezahlt hatte. Emanuel Holzhauer ist das jüngste Opfer des DDR-Grenzregimes.
 
Freilich: Nicht nur Menschen, die nach Verrat, Verfolgung oder Schikane ihre Heimat verlassen wollten, wurden zu Opfern. Die Experten untersuchten auch mehr als 200 Suizide, die es in den Grenztruppen gab - mindestens 44 davon waren dienstlich bedingt. „Das war keineswegs eine homogene waffenstarrende Truppe“, sagte Co-Autor Staadt. „Es gab sehr viele junge mutige Männer in den Grenztruppen, die sich geweigert haben, die Waffe gegen Zivilpersonen zu erheben.“ Weiter nicht endgültig geklärt bleiben vorerst die Todesfälle von DDR-Bürgern bei Fluchtversuchen über die Ostsee oder in andere Ostblockstaaten - hier rechnen die Experten nochmals mit 200 bis 500 Opfern. Dennoch steht nach den Worten von Staadt: „Wenn Menschen Freiheit und Selbstbestimmung suchen, werden sie auch durch Mauer und Stacheldraht nicht aufgehalten.“
 
 
GRENZEN
 
Durch Germaniens Mutterleib
zog man viele Messerschnitte,
unser Deutschland zu zerstückeln
war der Sieger böse Sitte.
 
Einstmals dehnte sich Germanien
von Nordstränden zu den Bergen,
Ostseeküsten, Schwarzmeergaue,
Heimat von Germanen-Särgen.
 
Nur die Toten in den Landen,
zeugen von vergangenem Streben,
frohem, freiem Tun und Treiben,
einstigem Germanen-Leben.
 
Glanzvoll schöne, starke Reiche,
sanken in den Staub von Asche;
blind ist jedes Schicksalsweben,
töricht, manche Nornen-Masche.
 
Bestes geht zu oft zugrunde,
neidvoll ist der Götter Walten,
Ränkeschmiede sind nie müßig
und die bösen Geister schalten.
 
Kleingesäbelt liegt Germanien,
rundherum von engen Grenzen,
weggeraubt sind hundert Gaue,
die jetzt Feindesland ergänzen.
 
Mittendurch ging eine Schneise,
schnitt das Land in Ost und Westen;
Volksverräter war‘n die Täter
denn gefallen war‘n die Besten.
 
An der innerdeutschen Grenze,
schossen auf die eigenen Brüder,
blindgemachte, linke Schergen
waren Deutschland selbst zuwider.
 
Deutscher Zwietracht ekle Schande,
schneidet Grenzen in die Köpfe,
produziert im deutschen Lande
in den Grenzen Feindgeschöpfe.
 
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