„Out-of-Africa“ is out !

 
 
Mögliches Aussehen des europäische Vormenschen
Graecopithecus freybergi
 
 
„OUT OF AFRIKA” IS OUT !
 
Eine paar Knochen dort und da,
aus dem Sand von Afrika,
eigentlich nur Affen-Köpfe,
vormenschlicher Art Geschöpfe.
 
Nur aus diesem vagen Grunde,
machte das Geschrei die Runde,
die Menschen wären Afrikaner,
da lachten lauthals die Indianer.
 
Nicht weniger die Eskimos,
fanden diesen Streich famos.
Frühmenschliche Neandertaler
waren längst schon regionaler.
 
Aus Afrika wanderten Affen aus,
woanders wurden Menschen draus,
nämlich die bekannten Rassen,
die exakt in die Regionen passen.
 
Menschwerdungen gab es viele,
im ganz besonderen Arten-Stile,
auch gab's Ur-Affen, dort und da,
nicht nur im alten Afrika !
 
 
 
„Out-of-Africa“ is out !
 
Die Theorie welche davon ausgeht, die menschliche Entwicklung habe ihren Ausgang aus Afrika genommen nennt man „Out-of-Africa-Hypothese“. Man will damit ausdrücken, die Wiege der Menschheit hätte in Afrika gestanden, von Afrika aus hätte sich der Mensch über die ganze Welt verbreiteten. Ich habe diese Theorie - aufgrund ihrer wenigen Beweismittel, aus denen zu weitreichende Schlüsse gezogen wurden - immer als nicht überzeugend abgelehnt. Neuerdings gelangen sehr viel andere Funde ins Blickfeld und das alte „Out-of-Afrika“-Gebäude beginnt zu wanken. (23.05.2017 - Focus) Der älteste Vormensch könnte aus Europa statt aus Afrika stammen. Die Abstammungslinien von Schimpansen und Menschen trennten sich möglicherweise in Europa - und nicht wie vielfach angenommen in Afrika. Diese Idee stellt ein Forscherteam um Madelaine Böhme vom Senckenberg vor, und zwar im Fachmagazin „PLOS One“ - „Centre for Human Evolution and Paleoenvironment“ (HEP). Zudem habe sich dieser Evolutionsschritt möglicherweise einige Hunderttausend Jahre früher ereignet als bisher angenommen. Die Wissenschaftler hatten zwei Fossilfunde neu untersucht und die damaligen Umweltbedingungen an den Fundorten charakterisiert. ... Der Schimpanse ist heute der nächste Verwandte des Menschen.
 
Experten gingen davon aus, dass sich die Entwicklungslinien der Schimpansenvorfahren und der menschlichen Linie vor etwa fünf bis sieben Millionen Jahren in Afrika trennten. Das Team um Böhme untersuchte nun die beiden einzigen Funde des Hominiden „Graecopithecus freybergi“, der bei den Forschern den Spitznamen „El Graeco“ trägt. ... Es handelt sich bei den Fossilien um einen in Griechenland gefundenen Unterkiefer und einen Zahn aus Bulgarien. Detaillierte Untersuchungen lassen die Forscher nun vermuten, dass es sich bei „Graecopithecus“ um eine bislang unbekannte Vormenschenart handelt. So seien die Zahnwurzeln weitgehend verschmolzen gewesen - ein charakteristisches Merkmal des Menschen und seiner ausgestorbenen Verwandten. Bei Menschenaffen liegen die Zahnwurzeln üblicherweise getrennt vor. „Wir waren von unseren Ergebnissen selbst überrascht, denn bislang waren Vormenschen ausschließlich aus Afrika südlich der Sahara bekannt“, sagte Jochen Fuss, einer der beteiligten Wissenschaftler. Über Analysen der Segmente, aus denen die Fossilien geborgen worden waren, datierten die Forscher den Unterkiefer auf ein Alter von 7,175 Millionen Jahren, den Zahn auf 7,24 Millionen Jahre. Die Funde seien damit älter als der bisher älteste aus Afrika bekannte Vormensch Sahelanthropus mit einem Alter von sechs bis sieben Millionen Jahren. Daraus folgern die Forscher, dass die Abspaltung der Entwicklungslinien von Vormenschen und Schimpansen womöglich früher und nicht in Afrika, sondern im östlichen Mittelmeerraum stattfand. Die „East Side Story“, wonach der Vormensch in Ostafrika entstanden ist, werde nun durch die europäische „North Side Story“ in Frage gestellt, so Böhme am Montag bei der Vorstellung ihrer Ergebnisse in Tübingen. „Ich erwarte heftige Reaktionen, ich erwarte viel Widerspruch“, sagte sie. Ihre These will sie weiter untermauern und kündigt Analysen zur Ernährung von „El Graeco“ an. Außerdem wolle sie weitere Hinweise auf die Entstehung des Vormenschen außerhalb Afrikas in Iran, Irak und möglicherweise im Libanon suchen. „Die Aufspaltung der Hominiden-Vorfahren des Menschen und der Menschenaffen ist schlecht dokumentiert“, sagt Jean-Jacques Hublin, Direktor der Abteilung Human Evolution am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und nicht an der Studie beteiligt. „Es ist nicht das erste Mal, dass ein Vorkommen des ersteren im reichen Fossilienbericht Südeuropas vorgeschlagen wird.“ Die Forscher um Böhme nehmen an, dass drastische die Abspaltung der Entwicklungslinie angestoßen haben. In den Sedimenten der Fundorte fanden sie zum einen rote, feinkörnige Schluffe, die für Wüstenstaub charakteristisch sind. Sie vermuten einen Ursprung in Nordafrika. Zum anderen fanden sie einen hohen Gehalt unterschiedlicher Salze. „Diese Daten könnten erstmalig eine Sahara belegen, die sich vor 7,2 Millionen Jahren ausbreitete und deren Wüstenstürme rote, salzhaltige Stäube bis an die Nordküste des damaligen Mittelmeeres bliesen“, erläuterte Böhme. Auch in Europa hätten Klimaveränderungen zur Ausbreitung einer Savannenlandschaft geführt, so die Forscher weiter. Sie fanden Spuren von dafür typischen Pflanzen in den Sedimenten und Hinweise auf regelmäßige Brände. „Zusammengenommen lässt sich das Bild einer Savanne zeichnen. Dazu passt, dass gemeinsam mit „Graecopithecus“ Fossilien von Vorfahren der heutigen Giraffen, Gazellen, Antilopen und Nashörner gefunden wurden“, erläutert Mitautor Nikolai Spassov von der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Wie die Vormenschen ausgesehen haben und ob sie bereits aufrecht gegangen sind, wisse man nicht, sagte Böhme. Anhand der Kiefergröße sei davon auszugehen, dass „El Graeco“ etwa 40 Kilo gewogen habe und so groß gewesen sei wie ein heutiges Schimpansenweibchen. - Hier endet der Focus-Artikel.
 
Wir wissen, dass z.B. die Urpferde die Größe von Hasen hatten. Die Urpferdchen haben vor ca. 50 Millionen Jahren gelebt. Ihre Körperlänge betrug um 1 Meter. Ihre Zähne waren so geformt, dass sie sich von Blättern der Laubbäume ernähren konnten. Wahrscheinlich waren die Urpferdchen Waldtiere, ebenso wie die vormenschlichen Affen. Heutzutage ernähren sich die Pferde von Gras. Wieso wurden Pferde und Menschen immer größer ? Dadurch, dass sich der Lebensraum vom Wald zur Steppe veränderte, überlebten jene Pferde und Menschen in der Überzahl, die sich perfekter an die veränderten Lebensbedingungen anzupassen vermochten. Der Urmensch war ein Savannen-Affe, ein Lauf-Affe mit einem ausgeprägten Längsgewölbe des Fußes, also keinen kletter-äffischen Krallenfüßen mehr. Die größeren Menschen und Pferde waren schneller und konnten weiter sehen. Dadurch konnten sie bei Gefahren schneller fliehen und besaßen somit bessere Überlebenschancen.
 
.o.o.o.o.o.
 
Julie 2017 - Ein internationales Forscherteam hat aus dem Knochen, der auf der Schwäbischen Alb entdeckt wurde, das Erbgut entschlüsselt - mit überraschenden Resultaten. Demnach hat eine Gruppe äffischer Vormenschen Afrika schon vor grob 300.000 bis 400.000 Jahren verlassen und sich in Europa mit Neandertalern vermischt. Bei den sog. „Urmenschen“ handele es sich entweder um den Homo sapiens oder eine damit sehr eng verwandte, bislang unbekannte Art, sagt Erstautor Cosimo Posth vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. „Wir können noch nicht genau sagen, wer diese Urmenschen waren. Nach bisheriger Lehrmeinung entstand der moderne Mensch (Homo sapiens) vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Vor rund 100.000 Jahren verließ er den Kontinent und breitete sich später um die Welt aus. Vor rund 40.000 Jahren erreichte er dann Europa, das damals von Neandertalern bewohnt war. Diese starben kurz nach Ankunft des Homo sapiens aus. Das Team um Posth analysierte nun den Oberschenkelknochen, der aus der Höhle Hohlenstein-Stadel östlich von Ulm stammt. Dabei entschlüsselten sie die vollständige mitochondriale DNA (mtDNA). Diese DNA steckt in den Zellkraftwerken, den Mitochondrien, und wird nur über die mütterliche Linie vererbt - im Gegensatz zur DNA im Zellkern (nDNA), die Erbgut beider Elternteile enthält. Die im Fachblatt „Nature Communications“ veröffentlichte Analyse ergab, dass der Knochen von einem Neandertaler stammt, der vor etwa 124.000 Jahren lebte. Zudem zeigt der Erbgut-Vergleich mit modernen Menschen, anderen Neandertalern und in Zentralasien gefundenen Denisova-Menschen, dass die mtDNA Sequenzen von sog. „Urmenschen“ enthält, die mit dem Homo sapiens wesentlich enger verwandt waren als Neandertaler. Ältere Neandertaler-Knochen, die aus der nordspanischen Höhle Sima de los Huesos stammen und etwa 430.000 Jahren alt sind, enthalten diese Sequenzen ebenso wenig wie Überreste von Denisova-Menschen, die eng mit Neandertalern verwandt sind. Daraus und aus dem Ausmaß der Erbgut-Veränderungen folgert das Team, dass sog. „Urmenschen“ irgendwann vor grob 300.000 bis 400.000 Jahren von Afrika nach Europa gelangten und sich mit Neandertalern vermischten. Demnach enthält das bislang entschlüsselte mitochondriale Erbgut aller späteren Neandertaler - sowohl von der Schwäbischen Alb als auch aus dem 5.000 Kilometer entfernten sibirischen Altai-Gebirge - Sequenzen der „Urmenschen“-DNA aus Afrika. Einzige bislang bekannte Ausnahme: die alten Funde aus Sima de los Huesos. „Die Ergebnisse der Studie stimmen mit bisherigen Forschungsarbeiten großteils überein“, kommentiert Faysal Bibi vom Museum für Naturkunde in Berlin. „Aber sie liefern deutlich mehr Details über die Beziehungen zwischen modernen Menschen und Neandertalern.“ Laut Bibi deuten die DNA-Spuren darauf hin, dass diese Kreuzungen zwischen dem - vermuteten - modernen Homo sapiens und Neandertalern noch vor der Zeit liegen müssen, aus der die ersten archäologischen Nachweise des modernen Menschen in Europa stammten. „Die Schlüsselfrage ist deshalb: Wo soll das ganze passiert sein ?“, ergänzt Jean-Jacques Hublin, Direktor der Abteilung Menschliche Evolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.