GLEICHES RECHT FÜR ALLE ! - Die Sudetengräuel

„Tschechen begrüßen 1945 Amerikaner als Befreier,
zu ihren Füßen ein erschlagener Deutscher.“
 
GLEICHES RECHT FÜR ALLE !
>> Die Sudetengräuel <<
 
Zehntausendfacher gemeiner Mord,
und nicht ein einziger Richter vor Ort.
Man meint zunächst das gibt es nicht,
auf Mord folgt immer ein Gericht.
 
Die Be-eR-De-Justiz bemüht sich,
bei manchen „Tätern“ pingelig -;
sie jagt in gnadenloser Art und Weise,
 über neunzigjährige Greise.
 
Das ist in diesem Land nur üblich
und deshalb hundsgemein betrüblich,
weil man die Mörder selektiert,
die einen lässt, die andern überführt.
 
Man hört so gern vertrauensvollen Ton,
Justitia achte weder Anseh‘n noch Person.
Für alle gelte gleich, Gesetz und Recht,
doch manchmal ist das Recht bezecht.
 
Ist es im Siegestaumel wie besoffen,
darf kein Gesetz auf Achtung hoffen.
Dann gibt‘s für ärgstes Massenmorden
den Kriegsverdienstkreuzehren-Orden.
 
So war’s in manchen Nachbarländern,
woran auch nichts die Medien ändern,
wenn sie es lügen und verschweigen,
was Dokumente grauenvoll erzeigen.
 
Nach Weltkrieg II., als Waffen schwiegen,
kam Mordlust lang‘ nicht zum erliegen.
Sie tobte hemmungslos sich aus,
bei Foltermord und Siegesschmaus.
 
Üblich und gängig war‘s in jenen Tagen,
die deutschen Eigner zu erschlagen,
so kam man zu Besitzstand, Haus und Hof,
ein schlichter Räuber ist kein Philosoph.
 
Einfach nur logisch haben die gedacht:
„Keiner wird klagen den wir totgemacht.“
So war das damals im Sudetenland,
lang‘ ist es her, doch altert keine Schand‘.
 
Kein Mörder darf auf Schweigen hoffen,
so lange bleibt das Schuldbuch offen,
bis Recht gesprochen wurd‘ zu einer Frist  
und Wiedergutmachung geleistet ist.
 
Deutsche Menschen waren vogelfrei -
wo war das „Rote Kreuz“ in dieser Zeit der Massenmorde ?
Warum sahen US-Besatzer Bayerns zu und schwiegen ?
 
Ein Fachautor schreibt zu diesem Thema: „Die Vertreibung der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches am Ende des Zweiten Weltkriegs, bei der etwa 14 Millionen zumeist unschuldiger Menschen von den Siegermächten ihres ganzen Besitzes beraubt und aus ihrer seit Jahrhunderten von ihren deutschsprachigen Vorfahren besiedelten Heimat vertrieben wurden, ist eines der größten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit. Außer dem Leid, das der Verlust der Heimat und des Besitzes über diese Menschen brachte, wurden viele von ihnen auch geschändet, ermordet, oder in eigens dafür eingerichteten Konzentrationslagern gefoltert.“
 
Die deutsch besiedelten Gebiete von Böhmen und Mähren
 
„Die Sudetendeutschen sind nicht, wie zahlreiche andere Ostdeutsche vor der Woge der Roten Armee geflohen, von den Russen nicht vor sich hergetrieben worden, weil sie von Anfang an in einer Falle saßen, in der Zitadelle Böhmen (mit deren Vorwerk Mähren), die Anfang Mai 1945 von allen Seiten eingeschlossen war.
 
So hart viele sudetendeutsche Landschaften von der sowjetischen Besetzung getroffen wurden, so schlimm vor allem das Schicksal von vermutlich vielen Zehntausenden geschändeten Frauen war, so bezeugen alle Berichte übereinstimmend, daß der wahre Schrecken erst mit dem Erscheinen der Tschechen begann und daß die Russen in vielen Fällen den Sudetendeutschen in äußerster Not zu Hilfe kamen. [Bericht von Ingeborg Wrbka aus Troppau: „Wir jungen Frauen flohen zu den Russen, die haben uns nur vergewaltigt, aber die Tschechen haben Frauen zu Tode gemartert.“] 
 
Der tschechische Terror ging, von geringfügigen Ausnahmen abgesehen, nicht von den im Sudetenland noch ansässigen Tschechen, auch kaum von den in das Sudetenland, wo sie vor 1938 seßhaft gewesen waren, zurückgekehrten Tschechen aus - ein Zeichen dafür, daß kein Anlaß zur Rache vorlag.
 
Das Sudetenland wurde von einer Armee tschechischer Terroristen regelrecht besetzt, ausgeplündert und einer beispiellosen Schreckensherrschaft unterworfen, die das ganze Land in ein einziges riesiges Konzentrationslager verwandelte.
 
Diese Armee setzte sich zusammen aus sogenannten Partisanen und Milizionären, die aber erst am 9. Mai 1945 mit der Beendigung des Krieges unter Waffen getreten waren; allerdings assistierten tschechische Polizei und Gendarmerie (vermutlich zum Teil noch aus den Kreisen jener Legionäre, die 1939 entlassen worden waren), vereinzelt auch höhere Beamte und Richter, den diebischen Mörderbanden.
 
Ihrer sozialen Herkunft nach waren diese Banden zum größten Teil aus dem städtischen Lumpenproletariat hervorgegangen, ihrem politischen Bekenntnis nach waren sie zwar fast ausschließlich Kommunisten, aber kaum solche aus den Reihen der alten KPC, sondern Konjunkturkommunisten der ersten Friedensstunde. Der ideologische Hintergrund des Terrors ist mindestens in sehr weitgehendem Maße der Neohussitismus, eine Mischung von Nationalismus hussitischer Tradition und religiösem, auf dem Boden der Masaryk'schen Weltanschauung erwachsenem Fanatismus, der in den Tschechen eine von der Vorsehung zur Erziehung und Züchtigung der Deutschen ausersehene und auserwählte Nation erblickt; der tschechische Nationalsozialismus und der Legionärsgeist haben erheblich dazu beigetragen, diese Ideologie zu stützen.
 
Die Besetzung des Sudetenlandes, die Ausplünderung, die Foltermethoden und Morde vollzogen sich offensichtlich nach einem einheitlichen Plan, nach bestimmten Weisungen und überall in der gleichen Form.
 
Bis in Einzelheiten gleichen einander die auf einem weit ausgedehnten Raum beinahe gleichzeitig, in den letzten Mai- und ersten Junitagen einsetzenden Aktionen. Die gleichen Folter- und Prügelmethoden, die gleichen Beschimpfungen, das gleiche Ritual von Morden und sogar die gleichartige Ausrüstung mit Stahlruten und Gummiknüppeln (von Gewehren und Pistolen abgesehen) bestätigen, daß es sich um eine vorbereitete und gezielt durchgeführte Massen-Mordaktion handelte.
 
Diese Aktion ist besonders durch zwei Merkmale gekennzeichnet: durch einen abscheulichen Sadismus und eine unstillbare Raubgier, die vor allem in den Dienst persönlicher Bereicherung gestellt wurde.
 
Der politische Zweck der Aktion war die von dem Benes-Regime beabsichtigte Vortäuschung einer spontanen, dem Volkszorn entsprungenen Austreibung, die fertige Tatsachen schaffen und die Alliierten nötigen sollte, sich damit abzufinden. Obwohl es nicht gelungen ist, eine solche Aktion des Volkes zu entfesseln, sondern die neohussitischen Banden zwar unter den Augen der ganzen Nation, aber meist ohne ihre unmittelbare Beteiligung und ohne ihre Zustimmung (das Treiben der Prager Gasse ausgenommen) raubten, folterten und mordeten, hat die Potsdamer Konferenz Benes’ Forderung erfüllt. Trotzdem wurde auch nachher noch gemordet und geplündert.
 
In der Zeit zwischen der "irregulären' und dem Beginn der regulären Austreibung (Sommer 1945 bis Frühjahr 1946) ebbte der Terror zwar ab, hörte aber nicht auf, und die skandalösen Zustände in Gefängnissen und Lagern dauerten an.  Auch jetzt gingen daran noch Tausende zugrunde.
 
Der "Transfer" vollzog sich nicht ‚human', sondern in noch immer barbarischen Formen.
 
Nach sehr genau erarbeiteten statistischen Erhebungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Bundesvertriebenen-Ministeriums sind mindestens 240.000 von rund drei Millionen Sudetendeutschen ermordet worden, verhungert und infolge jeglicher Hygiene und ärztlichen Betreuung an Seuchen zugrunde gegangen.
 
Es gibt Dutzende von Vernichtungsaktionen, die in der barbarischen Durchführung wie nach ihrem Umfang die Vernichtung des Dorfes Lidice weit übertreffen, so vor allem die Ermordung von etwa 2.500 Menschen innerhalb von drei Stunden in Aussig am 31. Juli 1945.
 
Es muß als sicher angenommen werden, daß über die Zahl der ermordeten Sudetendeutschen hinaus Zehntausende als vermißt geltende deutsche Soldaten - fast durchweg Gefangene und Verwundete - von den tschechischen Banditen ermordet wurden. Infolge dieses Terrors haben die meisten Sudetendeutschen trotz ihrer totalen materiellen Verluste die Austreibung am Ende als Erlösung aus einem wahren Höllendasein betrachtet.“
 
E. Franzel, „Die Vertreibung Sudetenland“, Bad Nauheim 1967, S. 417ff
 
 
>> Drei der unzähligen in der Literatur vorliegenden Erlebnisberichte <<
 
Das Volksgericht von Landskron
 
„Von einem sogenannten Volksgericht' wurden auf dem Stadtplatz in Landskron viele mir bekannte Personen in mehreren Stunden währenden Prozeduren zu Tode gequält. ....
 
Keine dieser Personen wurde lediglich erhängt oder erschossen.  Durch Stock- oder Kolbenhiebe auf Kopf, Gesicht und Rücken wurden diese Männer zu Boden geschlagen und schließlich buchstäblich zertreten. Wer aber nur besinnungslos war, der wurde in einen Wasserbehälter geworfen und danach weiter gnadenlos geprügelt. Sogar die Motorspritze der freiw. Feuerwehr wurde herbeigeholt, um die Halberschlagenen durch einen kalten Wasserstrahl wieder zu beleben.  Vorbeikommende Russen sagten, daß sie ein derartiges Wüten von Menschen noch nie erlebt haben. Gegen die tobende Menge der vielen Tschechen jedoch konnten sie nicht an. In den Tagen vom 17. bis 21. Mai treibt man immer neue Kolonnen deutscher Männer und Frauen auf dem Stadtplatz oder in den naheliegenden Straßen zusammen, und die Tschechen tobten sich hier in einer Art aus, daß man meinen mußte, man habe es mit Wahnsinnigen zu tun. Wer es mit ansehen mußte, dem mußte das Blut erstarren. Die tschechischen ‚Partisanen' und viele tschechische Halbwüchsige hatten in aller Stille die Stadt umstellt. Die ganze Stadt war von dem furchtbaren Schreien der gequälten Menschen erfüllt. Vor dem Landratsamtsgebäude war ein Richtertisch aufgestellt worden. Jeder der auf dem Platz Zusammengetriebenen mußte sich hier das Strafausmaß bestimmen lassen, das sofort mit Kreide auf dem Rücken vermerkt wurde. 25 Stockhiebe waren die geringste Strafe, die verhängt wurde. Vor der Gastwirtschaft Schmeiser, ungefähr 100 m vom Richtertisch entfernt, waren über Bierfässer Bretter gelegt worden. Dahin mußten alle auf den Knien rutschen, um das am Richtertisch vorgeschriebene Strafausmaß zu empfangen. Die Reihen der stundenlang auf ihre Aburteilung Wartenden blieben dabei von Fußtritten und Knüppelhieben nicht verschont.
 
Die alteingesessenen Tschechen haben sich - von geringen Ausnahmen abgesehen - an diesen Ausschreitungen nicht beteiligt.
Den Höhepunkt erreichten die Grausamkeiten in den Nachmittagsstunden des 17.  Mai. Das Ende der Gerichtssitzung war furchtbar. An den Gaslaternen links und rechts baumelten ein Schlosser- und ein Spenglermeister, dieser der Vater von sechs Kindern. Vor dem Rathaus lagen in einer Blutlache die bis zur Unkenntlichkeit entstellten Toten. Niemand vermag mit Sicherheit anzugeben, wie viele Menschen hier ihr Ende gefunden haben. Am Abend mußten die Leichen der Opfer von Landsleuten auf Handwagen gelegt werden. Sie wurden im Friedhof in einem Massengrab verscharrt. Eine breite Blutspur zeichnete den Weg der Toten. Eine Folge dieser furchtbaren Ereignisse war es, daß allein in diesen Tagen über 100 Personen unserer Vaterstadt freiwillig aus dem Leben schieden.
 
Ich möchte aber nicht unterlassen, auch den Leidensweg der Männer von Tschenkowitz und Adlerdörfel zu schildern. Die Männer dieser beiden kleinen Gebirgsdörfchen, etwa 30 an der Zahl, wurden bereits am 9. Mai von den Tschechen verhaftet und in die nächste tschechische Stadt, nach Gabel an der Adler (Orlice), getrieben. Drei Tage und Nächte waren sie hier der tschechischen ,Bestrafung' ausgeliefert. Am vierten Tag wurden sie, bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen, nach Tschenkowitz zurückgebracht, um nun mit den anderen deutschen Einwohnern des Dorfes, einschließlich der Kinder, öffentlichen Hinrichtungen beizuwohnen. Neue Prügelorgien folgten. Eine Gegenwehr war unmöglich. Man hatte die Männer gefesselt und aneinander gebunden. Mit zerschlagenen Körpern wurden sie schließlich dem sogenannten Volksgericht auf dem Landskroner Marktplatz überantwortet…“
 
Als Beweis dafür, daß die Geschehnisse in den Maitagen 1945 von höchsten tschechischen Stellen gutgeheißen worden waren, mag die Tatsache gelten, daß die Vorgesetzten dieses Bluttribunals hohe Staatsstellen bekleideten. Zu ihnen gehörte ‚Herr' Hrabacek, der Vorsitzender des Nationalen Bezirksausschusses war. Er sowie die Tschechen Hejl und Polak waren auch noch am Tage unserer Austreibung in ihren Ämtern. Hrabacek wurde außerdem als Führer einer tschechischen Abordnung aus Landskron vom Präsidenten der Republik empfangen, als er die im Landskroner Kreis beschlagnahmten Gold- und Silbergegenstände im Werte von mehreren Millionen Kronen übergab. Dieser Abordnung wurde die besondere Anerkennung der Republik ausgesprochen, und die Bilder von der Übergabe des geraubten Schmuckes erschienen in den Zeitungen. Der nächste Abschnitt des Leidensweges der deutschen Bevölkerung begann am 11. Juni 1945, dem Tage, da die Bevölkerung der Gemeinden Türpes, Ziegenfuß und Klein-Hermigsdorf ausgetrieben wurde. Am Leidensweg der nun Vertriebenen blieben jene zurück, die nicht mehr mit konnten und im Straßengraben starben.
 
Das Staatsoberhaupt des tschechischen Volkes sprach von der ‚humanen' Aussiedlung der Deutschen. Es gibt Hunderttausende von Zeugen, die die unmenschliche, ungeheuerliche Art der Vertreibung aus ihrer Heimat, in der Deutsche seit 700 Jahren das Land bewirtschafteten, Dörfer und Städte gegründet hatten und Industrien schufen, erlebt haben...“
 
Komotau: Zu Tode geprügelt
 
„Am 9. 6. 1945 wurden durch die Tschechen in meiner Heimatstadt Komotau überall Plakate angeschlagen. Jeder männliche Einwohner der Stadt vom 15. bis 65. Lebensjahr mußte sich am folgenden Tag um 10 Uhr am Jahnturnplatz einfinden. Etwa 8.000 deutsche Männer waren davon betroffen, mußten sich in langen Reihen aufstellen und eine Leibesvisitation über sich ergehen lassen …“
 
Robert Drössler, der lange Jahre als Reichsbahn-Oberinspektor im Ausbesserungswerk gearbeitet hat, schreibt in seinem Bericht weiter: „Doch dann schlug uns die Schreckensstunde. Wir erhielten den Befehl, den Oberkörper zu entkleiden und beide Hände hochzuheben. Jene, welche die Blutgruppentätowierung in der Nähe der Achselhöhle eingebrannt hatten, wurden aus den Reihen geholt und mit Lederpeitschen zu Tode geprügelt, nur einige Schritte von uns entfernt. Es fällt mir schwer, die grausame entsetzliche Art, wie man diese Männer zerschlagen hat, zu beschreiben. Mit dicken Holzknüppeln, Peitschen und Faustschlägen bearbeitete man die Opfer so lange, bis sie ohnmächtig zusammenbrachen, doch damit nicht genug. Jetzt holten die Tschechen kaltes Wasser, begossen ihre Opfer mit Wasser, und wenn diese wieder Lebenszeichen von sich gaben, begannen die Prügelszenen von neuem. Die armen Menschen waren von oben bis unten mit Blut überströmt. Erst wenn sie sich nicht mehr rührten, erhielten sie den Gnadenschuß.
 
Als alles vorbei war, mußten die Kolonnen mit Kopfwendung zu den Toten vorbeimarschieren. Von hier aus ging es weiter; in Gebirgsneudorf (Erzgebirge) traf unsere Kolonne bei Sonnenuntergang ein. Ich vermag nicht zu sagen, wie viele den Gewaltmarsch auf der oft steil ansteigenden Gebirgsstraße nicht überstanden haben. Wer sich setzen wollte, wer nicht mehr weiterkonnte, wurde von den schwer bewaffneten Tschechen, die uns begleiteten, einfach niedergeschossen. Unsere Kolonne war endlos lang, aber immer wieder knatterten Schüsse, einmal am Ende, einmal am Anfang der Kolonne. Die zuletzt gingen, haben die Leichen gezählt, die am Wege lagen. Es sollen 75 Männer gewesen sein, die bei diesem Marsch von den Tschechen ermordet worden sind. Die Nacht verbrachten wir im Freien. Ein starker Regen ging über uns nieder. Überall hatten die Tschechen Maschinengewehre postiert. Erst nach drei Tagen ließen die Tschechen die Kolonne wieder antreten, und die Männer wurden weiter in Richtung Grenze getrieben. Ich selbst konnte mit zwei anderen durch einen glücklichen Umstand entweichen, und so gelang es uns, wieder zu unseren zurückgebliebenen Familien zu gelangen. Doch nurfür kurze Zeit, dann mußten auch wir die Heimat verlassen…“
 
Prag: Die lebenden Fackeln
 
„Eines Tages marschierten wir über den Wenzelsplatz, und ganz oben bei dem Museum sahen wir, wie deutsche Soldaten lebend verkehrt aufgehängt, mit Benzin überschüttet und angezündet wurden, oder man hat sie lebend auf Fleischer-S-Haken im Kinn aufgespießt und aufgezogen. In dem Stadtteil Veitsberg (Zizkov) luden wir an einem Wochenmarkttage Asche auf Autos auf.  Die Tschechen kauften ein, übersahen uns aber nicht. Sie kamen zu den Posten mit Geld, Wurstbrötchen u. ä. um sie zu bestechen, damit wir recht gejagt werden sollten (honiti) „Honte je !“ hieß es immer. Unter Peitschenhieben luden und schufteten wir. In zehn Minuten sollten vier Mann ein Lastauto aufgeladen haben. Wir waren fertig, und ein Posten führte uns in eine Ecke abseits. Dann wurden immer zwei Mann abgeführt - wohin konnten wir nicht sehen. - Ich kam in einen kleinen Schuppen, dort wurde ich zunächst einmal geohrfeigt, dann schnitt man mir ein Hakenkreuz in das Haar. Hernach wurden wir über den Platz gejagt, mußten uns immer wieder in den Dreck werfen, auf- und niedermachen. Ich bekam dabei einen Messerstich ins linke Bein, brach zusammen und mußte ins Lager getragen werden. Da lag ich dann einige Tage krank auf dem Parkettboden, und noch nicht geheilt mußte ich wieder arbeiten. In einer SNB-Kaserne (Straz narodni bezbecnosti, eine der verschiedenen plötzlich entstandenen Polizei- bzw. Mörder-Truppen) wurde ich beim Stiegenwaschen mit einem Beil auf den Hinterkopf geschlagen, so daß ich ohnmächtig umfiel. Erst im Lager wachte ich wieder auf. Viel Blut verlor ich damals und ein 3 cm langes Loch hatte ich im Kopf. Drei Monate lebten wir so in Prag, in diesen drei Monaten verlor ich 16 kg an Gewicht. Mein Onkel, der Osterreicher und nur kurze Zeit eingesperrt war, suchte mich mit Erfolg und befreite mich ans diesem schrecklichen Lager.“
 
Wie hoch die Zahl der geschändeten und anschließend getöteten Frauen war,
ist kaum abzuschätzen. Die „Furien der Hölle“ wurden frei -
nach dem Waffenstillstand, 1945.
 
Von Mai 1945 bis Dez. 1946 wurden insgesamt ca. 2.800.000 Menschen der bis dahin ca. 3,2 Millionen im Land lebenden deutsch-ethnischen Bürger aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben, dem Gebiet der alten „Länder der böhmischen Krone“, das jahrhundertelang die Heimat der Familien dieser Personen war. Nach amtlichen Deutschen Angaben betrug die Gesamtzahl der aus der Tschechoslowakei vertriebenen Deutsch-Ethnischen Bürger (Sudetendeutschen) insgesamt über 3.000.000 Menschen - Sudetendeutsche Frauen, Kinder und Männer - vom hospitierten Kranken, institutionalisierten Behinderten, über Babys bis zum Greis.
 
Über die Methode der Vertreibung aus der Tschechoslowakei urteilte ein Bericht des U.S. Repräsentantenhauses von März 1950 „Expellees and Refugees of German Ethnic Origin“, (Francis Walter Bericht, 87 S.) zusammenfassend: „... Ungefähr 250.000 Sudetendeutsche wurden auf unmenschliche Weise durch selbständige Aktionen von „Partisanen“ aus den Grenzgebieten nach Deutschland getrieben. Die übrigen, etwa 2,5 Millionen wurden Ende 1945 und 1946 nach Deutschland geschickt, und zwar durch eine organisierte Umsiedlung, die von der tschechoslowakischen Regierung durchgeführt wurde“. „Die Verhältnisse waren so, daß keine dieser Unternehmungen als human und geregelt bezeichnet werden kann ....“.

Der angesehene britische Publizist Victor Gollancz veröffentlichte 1946 das vielbeachtete Buch „Our Threatened Values“ mit zahlreichen Vertreibungsberichten. Seine Zusammenfassung zur CSR besagt u.a.: „Wir hatten die Tschechoslowakei früher als anständig und tolerant angesehen, als einen Musterstaat der liberalen Demokratie. Und was geschieht heute ? Ungeachtet seiner während des Krieges in London gehaltenen Vorträge hat Dr. Benes sofort nach seiner Rückkehr die fast ausnahmslose Massenvertreibung der gesamten Sudetendeutschen Bevölkerung eingeleitet. Augenzeugen haben mir die abscheulichen Grausamkeiten geschildert, mit denen die Vertreibung durchgeführt wird. Dass die („Sudetendeutsche“) Arbeiterbewegung ihr Alles für die Bekämpfung des Nationalsozialismus gegeben hatte, gilt heute für nichts. Es scheint Dr. Benes ausdrücklicher Wunsch zu sein, sein Land von allen nichtslawischen Elementen („zu befreien“). Einschließlich der Sudetendeutschen sind rund 14 Millionen Menschen von den Massenvertreibungen betroffen.“
 
„Wenn das Gewissen der Menschen jemals wieder feinfühlig werden sollte, wird man sich dieser Vertreibung zur unsterblichen Schande all derer erinnern, die sie begingen oder stillschweigend duldeten .... Die Deutschen wurden vertrieben, nicht nur mit dem Fehlen einer übertriebenen Rücksichtnahme, sondern mit dem absoluten Maximum an Brutalität.“ (Victor Gollancz, 1946)
 
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