Kunde von den Siebenbürger Sachsen

Die Repser Bauern-Burg - hoch über der Stadt - wurde im 11. Jh. errichtet
und 1421 von den Türken zerstört, wieder aufgebaut und erweitert -
Zeichnung von R. Püttner
 
 
Burg Resper
in Siebenbürgen 
 
Aus Gartengrün und Ährengarben,
In hoher trotziger Gestalt,
Erhebt der Berg, gefurcht mit Narben,
Die Felsenstirne von Basalt.

D’rauf ruht, dereinst dem Feind zum Hohne,
Und blickt in’s Land so kühn, so weit
Die turmgeschmückte Mauerkrone -
Ein Zeuge der vergangnen Zeit.

O Felsenburg ! mit ernstem Mahnen,
Zeigst du in die Vergangenheit,
Ein Grabesdenkmal uns’rer Ahnen;
Ein Bild vielleicht auch uns’rer Zeit.

Weh’, wenn wir diesen Mauern gleichen,
So trüb erhellt vom Abendschein,
Ein öder Bau voll Trümmerleichen,
Ein still zerfallendes Gestein !
 
Albert
 
Als Friedrich Hofmann in der Zeitschrift „Die Gartenlaube“, 1884 den folgenden Artikel schrieb, schien das Deutschtum in Siebenbürgen nicht ernsthaft gefährdet. In der Stadt Reps (Rupea) lebten im Jahre 1850 3.308 Menschen, davon waren 2.084 Deutsche, heute leben dort noch um die 80. Das leistungsstarke Deutschtum ist in diesem schönen Land so gut wie erstorben. Damals, zum Ende des 19. Jahrhunderts, aber schrieb noch frohen Mutes der genannte Autor mit Blick auf obiges Gedicht folgendes:
 
Gottlob ist noch keine Furcht vonnöten, dass dieses traurige Bild zur Wahrheit werde, wie bitter wir auch die Zustände der Gegenwart im alten Sachsenlande beklagen müssen. Gerade diese Bauernburgen sind die lautesten Zeugen für die Unverwüstlichkeit eines Volksstammes, der seit siebenhundert Jahren den fürchterlichsten Kriegsstürmen von außen und unsäglichen Bedrängnissen im Innern getrotzt hat. Jede dieser Bauernburgen hat ihre blutige Geschichte. Man wird nur schwer ein zweites Völkchen von der Macht der Sachsen aufstellen, das an Kämpfen und Drangsalen Gleiches bestanden hat und doch noch besteht. Wie oft haben sie in ihren Kämpfen gegen Walachen und Türken, ja selbst gegen die Ungarn und ihre eigenen Gewalthaber auf Leben und Tod gefochten, wie oft haben die Bewohner weiter Strecken nichts als das nackte Leben m ihre Dorfkastelle oder Bergburgen gerettet, wie oft ist ihr Hab und Gut in Flammen aufgegangen, und sie mussten Alles, vom verwüsteten Feld bis zu Haus und Hütte von Neuem bauen, - und immer blühte neues Leben aus allen ihren Ruinen. Wahrlich, wir Deutsche dürfen stolz sein auf ein solches Volk deutschen Stammes und Namens. Aber auch den Ungarn gebührte es und stände es gar wohl an, die Geschichte dieses tapferen Völkleins mit gerechtem Stolze der Geschichte Ungarns einzuverleiben. Wenn der Magyar seine Ritterlichkeit auf das Glänzendste vor aller Welt betätigen will, so muss er vor Allem die Tapferkeit ehren und würdigen, und wenn er seine Geschichte nicht selbst erniedrigen will, so muss er es dankbar rühmen und preisen, dass mehr als einmal der sächsische Heldenmut, die tüchtige Bewaffnung und Kriegführung der Sachsen die ersten Anstürme der schlimmsten Feinde Ungarns ausgenommen, mehr als einmal sich für Ungarn geopfert hat. Eine ritterliche Nation darf solche Blätter ihrer Geschichte nicht vergessen, der wahre ritterliche Sinn wird lieber einem tapferen Gegner die Hand zum Bunde reichen, als seinen Stolz darin suchen, diesen Gegner zu knechten, seiner angeborenen geistigen Würde zu berauben und ihn zu dem feilen Haufen zu werfen, der sich - gesinnungslos und feig oder um schnöden Vorteils willen jede beliebige Nationalität aufprägen lässt. Wir möchten uns sehr gern der Überzeugung freuen, dass diese Ritterlichkeit in dem tapferen Volke der Magyaren noch zum Sieg gelangt, ihm zur höchsten Ehre.
 
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Die Resperburg war, wie andere auch in Siebenbürgen, keine Ritterburgen, sondern Bürger- und Bauernburgen. Dem Orden der deutschen Ritter war allerdings von dem ungarischen König Andreas II. das wüste Burzenland zur Niederlassung angewiesen, und sie hatten mit staunenswerter Rührigkeit dort in kürzester Zeit Festen, wie namentlich die Marienburg, als ihren Hauptsitz, gebaut, deutsche Kolonisten herbeigezogen und ihr Gebiet durch Eroberungszüge in die Walachei vergrößert. Da sie aber den mit dem König abgeschlossenen Vertrag wohl hier und da außer Acht ließen, mussten sie schon nach dreizehn Jahren, 1225, das Land wieder räumen und zogen von da nach Preußen. Mit ihnen erlosch der Ritterstand bei den Sachsen.
 
Die Lage des Landes, in der Nähe der gefährlichsten Feinde, zwang die deutschen Bürger und Bauern selbst zu beständiger Wehrhaftigkeit, und da sie in der Werkstatt wie auf dem Acker stets die Waffen zur Hand haben mussten, so lehrten Erfahrung und Not sie bald auch, für Weib und Kinder und das bewegliche Hab und Gut Schutz zu suchen: sie verwandelten das festeste Gebäude jedes Orts, die Kirche, zum Kastell und bauten, wo sich ihnen ein passender Berg oder Hügel in nächster Nähe dazu bot, je der Größe des Orts und seiner Bewohnerzahl entsprechende Burgen. Die meisten Kirchen lagen in der Mitte der Ortschaften, und so sind die Kastelle, wo sie oder ihre Trümmer sich erhalten haben, noch heute ihr Schmuck. Sie bestehen aus einem starken, mit Verteidigungstürmen versehenen Mauerring, an welchem im Innern ein oft mehrere Stockwerke hoher Anbau mit so viel Kammern, als Familien untergebracht werden mussten, angebaut war. Auch durfte es nicht an Schwibbogen, Gewölben und Kellern zur Unterbringung von Vieh und Gerätschaften fehlen. Noch heute werden namentlich die Kammern in den erhaltenen Bauten oft zur feuersicheren Aufbewahrung der Ernten benutzt. In den Burgen findet man natürlich dieselbe Einrichtung, nur dass diese weit fester und verteidigungsfähiger waren.
 
Eine der umfangreichsten und stärksten dieser Burgen war die des Marktfleckens Reps, einst der Zufluchtsort von etwa zweitausend Bewohnern des Orts. Reps gehört zu den ältesten deutschen Niederlassungen in Siebenbürgen, es war, nachdem König Geisa II. (1141-1161) zum Schutz seines Landes und seiner Krone gegen die walachischen Raubhorden Kolonisten aus Flandern und vom Niederrhein in’s Land gezogen, nach Hermannstadt, Leschkirch und Schenk die vierte Kolonie. Die Burg ist schon im 13. Jahrhundert erbaut, eine gewaltige Feste mit dreifacher Ringmauer. Wenn man auf der Eisenbahn von Schässburg nach Kronstadt der Stelle sich nähert, wo dieselbe in das Homorod-Tal eintritt, öffnet sich zur Rechten das Kossbachthal und der Blick auf Reps mit dem etwa 120 Meter über der Talsohle anfragenden Basaltberg, von welchem uns die Burg entgegenschaut. Die Besteigung derselben ist an der Süd- und Ostseite des Weges nicht schwer, da hier die Häuser und Obstgärten des Orts bis nahe an die erste Ringmauer aufsteigen, während nach Nord und West die Felsen steil abfallen.
 
Das hart auf den Fels aufgesetzte Mauerwerk erscheint in seinem Altersgrau wie mit diesem verwachsen. Vieles an Türmen und Mauern ist zerfallen, nur auf dem höchsten Felsplateau steht ein neu hergestelltes Häuschen, und von hier ist der freie Blick in die Landschaft ein entzückender. Da strecken sich am Fuß des Bergs die langen, geraden Gassen von Reps aus mit ihren netten Häusern, stattlichen Wirtschaftsgebäuden und üppigen Obstgärten. Die Häuser der Deutschen zeichnen sich im Sachsenland überall durch soliden Steinbau mit Ziegelbedachung aus, während die Ungarn sich mit leichtem Holzbau begnügen und die Walachen meist in Lehmhütten hausen. Auf dem Repser Marktplatz mit der evangelischen Kirche, dem Rathaus, der Schule und Pfarrwohnung und den stattlichsten Wohngebäuden fühlt man sich wie mitten in Deutschland, nicht wie wenige Meilen von der ehemaligen türkischen Grenze, entfernt. Dass der Ort sich eines Schwefelbades und einer Salzquelle erfreut, sei nur nebenbei bemerkt.
 
Richten wir den Blick in die Ferne, so eröffnet sich nach Osten das Alttal bis zu den spitzen Felsenkegeln der Kalkgebirge von Rákos und Uermös, im fernen Süden grüßen die Gebirge des Burzenlandes und der Zeidner Berg herüber, und nach Westen ragt über das wellige Hügelland mit seinen Auen und Wäldern und Dörfern mit hellleuchtenden Kirchen und Türmen empor das Fogarascher Hochgebirg mit dem ewigen Schnee seiner Häupter. Während wir über von dem hohen Standpunkt durch das Trümmerwerk zurück vor das Burgtor wandeln, mag sich wohl unserem Herzen ein Vergleich aufdrängen, der uns das Auge trübt. Unwillkürlich denkt man an Albert’s Lied von der Repser Burg. („Gartenlaube“, Jg. 1869, Nr. 30, S. 333 ff)
 
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Die Volkslegende beschreibt die Ansiedlung der Siebenbürger als Folge von Hungersnöten in der deutschen Urheimat. Sieben deutsche Ritter hätten die Neusiedler ins Karpatenbecken geführt. Am ersten Rastplatz in Siebenbürgen hätten sie beratschlagt, dort wo Hermannstadt liegt. Zum Zeichen der Inbesitznahme des Landes sollen die beiden Anführer Hermann und Wolf zwei große Schwerter gekreuzt in den Boden gestoßen haben. Diese gekreuzten Schwerter bildeten seit der Zeit das Wappen der Siedlung Hermannsdorf/Hermannstadt. Die Deutschen hätten sich dann getrennt und wären nach Norden und Osten vorgestoßen. Jede Gruppe behielt ein Schwert und ein Kettenhemd die sie sorgsam behüten mochten, denn der Verlust würde den Verlust des Landes bedeuten. Die einen kamen bis Broos, die anderen bis Draas. Dabei hätten sie eine Vielzahl Ortschaften gegründet und das Land gerodet. Der ersten Gruppe kamen ihre Symbole abhanden, worauf ihr Land von den Türken verwüstet wurde. Das spielt auf die Wegführung und Versklavung der Bevölkerung des Brooser Stuhls durch die Türken um 1420 an. In diesem schlimmen Jahr überschwemmten die Türken die Walachei, drangen in Siebenbürgen ein und verwüsteten einen großen Teil des Landes. Sie schlugen auch ein in Eile aufgestellten Korps der Sachsen, nahmen den Magistrat von Kronstadt gefangen und machten Anstalten, sich des ganzen Gebietes zu bemächtigen. Die zweite Gruppe der Siebenbürger bewahrte ihre Freiheitszeichen besser und behielt daher ihr Siebenbürger-Land in Besitz.
 
Die Siebenbürger Sachsen sind seit dem 12. Jahrhundert im Landesteil Siebenbürgen beheimatet. Ihr Siedlungsgebiet stand im Laufe der Zeiten unter ungarischer, türkischer und habsburgischer Oberhoheit. Während 1930 etwa 300.000 Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen lebten, waren es im Jahr 2007 nur noch knapp 15.000. Die große Mehrheit wanderte seit den 1970er Jahren in einigen großen Schüben ab, vor allem in die BRD, Österreich, Kanada und USA. Der Historiker Pierre Geneé: „Die Siebenbürger Sachsen kamen in drei Gruppen in den Westen, 30.000 Personen kamen aus Nordsiebenbürgen, das während des Krieges zu Ungarn gehört hatte, 15.000 Personen waren Mitglieder der Waffen-SS und durften nach dem Krieg nicht mehr nach Rumänien zurück, weitere Siebenbürger kamen nach Entlassung aus der Deportation in die Sowjetunion nach Deutschland, vor allem in die DDR....Obwohl das Schicksal mit den Siebenbürger Sachsen sehr hart umgegangen war und viele Opfer zu beklagen waren, unterblieb eine kollektive Vertreibung,... Eine Theorie sagt aus, die Sowjet-Union hätte die Arbeitskräfte zu Zwangsarbeiten in der UdSSR benötigt…“
 
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Volkstod der Siebenbürger Sachsen - Ein gesundes Volk wurde ausgelöscht - (Bericht von einem der Letzten)
 
Josef II., röm. -dt. Kaiser Wien 1741-1790 erließ ein Gesetz, dass alle Ortschaften allen Staatsbürgern die Tore öffnen müssen ,[also das wozu Frau A. Merkel seit dem Jahr 2015 das gesamte Restdeutschland zwingt !]. Das führte zu einem großen Zuzug an rumänischer Bevölkerung in die Deutschen Ortschaften.

Seit dem Anschluss Siebenbürgens an Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg verloren die Sachsen ihre Vormachtstellung in ihren Ortschaften.

Nach 1945, durch Deportation aller Arbeitsfähigen in die UDSSR, Totalenteignung der Zurückgebliebenen, Verhaftungen und andere Drangsale, wurde auch die 850jährige Geschichte der deutschen Siedler unter den Teppich gekehrt.

In der Rosenauer Burg stand 1980 geschrieben: niste colonisti au construit aceasta cetate. Irgendwelche Kolonisten haben diese Burg erbaut.

In einem Fernsehfilm über Kronstadt bekam man zu hören:“ Cetateni din vale au ridicat aceste ziduri. Die Bürger aus dem Tal haben diese Mauern errichtet.

In der Schwarzen Kirche in Kronstadt, dem größten gotischen Hallenbau zwischen Wien und Istanbul, wurde eine Schulklasse von ihrer Lehrerin belehrt: dass diese Kirche vom Moldauischem Fürsten Stefan cel Mare erbaut und den Sachsen geschenkt wurde.

Das Sachsen die Gründer, Erbauer und Verteidiger waren wurde verschwiegen.

Alle archäologischen Funde werden den Dakern und den Römern zugeordnet (Römer waren nur ca. 150 Jahre in Siebenbürgen). Alles war und ist rumänisch, lautete die unwahre Devise 1980.

Die Repser Sachsen hatten seit dem 19.Jh. das Grigorifest welches in der Kriegszeit verboten wurde. In den 50er Jahren wieder genehmigt, musste es nun gemeinsam mit den Rumänen gefeiert werden.

Beim Aufmarsch in den Grigoriwald spielte die Sächsische Blasmusik.

Die Rumänen kamen mit der Musik des Gasthauses gespielt von Zigeunern mit Trommel, Violinen, Klarinette und Hackbrett. Sie wurden von den Sachsen belächelt. Die sächsische Blasmusik übertönt sie und so lagerten sie etwas abseits.

Ihre Volksmusik war nicht die Unsere. Unsere nicht die Ihrige.