LUDWIG FAHRENKROG

 
LUDWIG FAHRENKROG
 
Das Heidentum hat viele Ahnen,
vergöttlicht grüßen Asen - Wanen
und ebenso die hohen, frohen
weisen Väter und Heroen.
 
Schauen wir in Walhalls Räume,
seh‘n wir nicht nur Mythen-Schäume,
vielmehr prächtige Gestalten,
die dem Od die Treue halten.
 
Ehrenhafte, lichte Größen,
ohne Makel, ohne Blößen,
steh‘n im Kreis der hohen Rater,
rings um ihren Helden-Vater.
 
Ludwig Fahrenkrog war einer,
ein schier unermesslich Reiner,
ein Dichter, Maler und ein Sucher,
nie ein niederer Verflucher.
 
Ein wunderbarer Vorbildgeber,
weiser, edler Himmelsstreber,
der uns überreich beschenkte,
deutschen Sinn ins Gute lenkte.
 
Selbstbestimmung ist vonnöten,
lasst Euch nicht die Seele töten,
Gott wirbt in Eurer Kreatur -,
helft dem wahren Edlen nur !
 
Weihewarte muss es geben,
weisen sie doch rechtes Streben.
Männer, Frauen, gleich Propheten,
lehrten uns ein bess‘res Beten.
 
Fahrenkrog gehört uns allen,
die wir nie zum Kreuze wallen;
deutschen Heiden war er Lehrer,
treulich bleiben wir Verehrer !
 
 
„Heiliges Feuer“
 
 
Ludwig Fahrenkrog (1867-1952) war ein heidnischer deutscher Dichter, Schriftsteller, Maler und Kunstprofessor. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler besuchte er zunächst die Kunstgewerbeschule Altona und studierte ab 1887 an der „Akademie der Künste“ in Berlin, wo er Schüler von Woldemar Friedrich, Hugo Vogel und Meisterschüler von Anton von Werner war. 1898 wurde er als Lehrer für figürliches Malen und Komposition an Barmer Kunstgewerbeschule berufen und 1913 zum Professor ernannt. Schließlich wurde er 1925 von der „University of Dakota“ in den USA zum „External Professor of Art“ gekürt. Sein Werk entsprang der Lebensreformbewegung und dem Jugendstil. Bekannt wurde er zunächst durch sakrale, christliche Kunst, insbesondere Jesusbilder, bis er seine innere Klärung und eigengestzliche Ausrichtung fand. 1893 für das Gemälde „Kreuzigung Christi“ mit dem Großen Staatspreis ausgezeichnet, war er nach einem Stipendienjahr in Rom nicht mit altbackenen historischen Kopien alter Meister und antiker Formen nach Deutschland zurückgekehrt, sondern mit in freier Landschaft gemalten Bildern stärkster Ausdruckskraft.
 
Mit tiefer Skepsis widmete er sich fortan der fremdländischen christlichen Überlieferung. 1901 erschreckte er angeblich die Öffentlichkeit bei einer großen Ausstellung in der Barmer Kunsthalle - drei Jahre nach der Berufung an die Barmer Kunstgewerbeschule - mit der Darstellung eines bartlosen Jesus von Nazareth. Was sollte daran erschreckend gewesen sein ?! Er war ein Neuerer der Kunst und lehnte aber die pseudomoderne Richtunge der naturzerstörenden Bildwiedergaben entschieden ab und blieb seinem gegenständlich-symbolistischen Stil verpflichtet, der das Publikum mitnimmt und nicht verwirrt und ratlos alleine lässt. Seine Bildinhalte kreisen um Natur, germanische Mythologie und innerseelische Konflikte. 1913 erschien Fahrenkrogs Bildband „Lucifer“, 1922 folgte der Bildband „Ludwig Fahrenkrog. Seine Schöpfungen und ihre Bedeutung für unser Volkstum“.
 
1900 trat Fahrenkrog aus der Kirche aus und rief 1907 zur Gründung einer germanischen Religionsgemeinschaft auf. 1913 wurde die Germanische-Glaubens-Gemeinschaft gegründet, deren Hochwart Fahrenkrog von 1914 bis 1952 war. 1912 wurde sein Drama „Baldur“, 1913 „Wölsund“, 1920 „Nornegast“ und 1921 „Die Godentochter“ im Harzburger Bergtheater aufgeführt. Ab 1922 gab er gemeinsam mit Holger Dom die Zeitschrift „Der Weihwart“ heraus. 1931 trat er aus dem Schuldienst aus und zog nach Biberach an der Riß. Fahrenkrog sah das Christentum, welches sich aus einer orientalischen bzw. rechtsradialen jüdischen Sekte (makkabäisch geprägtes Essenertum) entwickelt hatte, ganz selbstverständlich den Germanen und ihren deutschen Nachfahren als wesensfremd an. Das NS-System hielt Distanz zu dem „religiösen Schwärmer, nach Adolf Hitlers verächtlicher Weisung, die „Germanenschwärmer“ nicht in die Partei aufzunehmen. Fahrenkrog schuf weder partei- noch kriegsverherrlichende Gemälde. Sein schriftlicher Nachlass liegt im „Deutschen Kunstarchiv“ im „Germanischen Nationalmuseum“.
 
Graphik der GGG mit Sonnenradkreuz (kein NS-Zeichen) und Thorshammer
 
Die nur mangelhaft gelungene Übersetzung einer italienischen Würdigung des L. Fahrenkrog aus dem Weltnetz von Harm Wulf: Die Themen seiner sich entwickelnden religiösen und philosophischen Ideen hat er in „Die Geschichte Meines Glaubens“ und in den sieben Bänden des kolossalen Werkes „Gott im Wandel der Zeiten“ veranschaulicht. Während zweier Jahre gegründet Fahrenkrog den Bund für Persönlichkeitskultur „Vereinigung für die Kultur der Persönlichkeit“, zur Konsolidierung seiner religiösen Vision, auf Grundlage heidnischer Verehrung der Vorfahren, begründete sich sein Ziel, die Kräfte der Natur und die Persönlichkeit zu vereinen. In den folgenden Jahren wurde die Schaffung einer religiösen Organisation des germanischen heidnischen Charakters vollendet. Er bricht endgültig mit dem Christentum. 1912 gründet sich die „Deutsche-religiöse Glaubensgemeinschaft“ von Wilhelm Schwaner (1863-1944). Am 3. August 1913 wurde in Thale/Harz die Errichtung der „Germanischen Glaubens-Gemeinschaft“ (GGG) vollzogen, die unter dem Motto steht: „Mit Gott in uns zur Selbsterlösung”. Die Organisation wurde von Holger Dom und Arthur Auerbach geführt. 1913 erhielt Fahrenkrog den Professor-Titel. Er veröffentlichte zahlreiche Essays, illustrierte Bücher und Theaterstücke. 1915 erscheint die Zeitschrift „Bühne und Welt“. „Wölund“ war ein Drama um das Artbewusstsein eines Volkes und dessen Weigerung sich von der Fremdheit vernichten zu lassen. Die Reaktion auf das Konzept der Überfremdung, die Zerstörung der ethnischen Deutschen, war ein ständiges Thema seiner philosophischen und künstlerischen Arbeit. Unrichtig ist es, anzunehmen, dass seine Arbeiten eine theoretische Grundlage der nationalsozialistischen Bewegung hätten sein können, die Bewegung der „Germanische Glaubens-Gemeinschaft“ (GGG) wurde vom Regime verfolgt und 1936 erfolgte das offizielle Verbot von Zusammenkünften. In einer der Sitzungen des Allthings der „GGG“ im Jahre 1923 hat der Künstler Fahrenkrog seine Positionen geklärt: „Wir wollen bauen ! Die Ruinen sind überall um uns herum und in unserem Herzen, aber wir haben auch den Glauben an die Wiedergeburt. Unser Ziel: aus einem kleinen Samenkorn, ein Wald von Blut und Geist erzeugen. Untergang des Abends ? Aber wir sind am Leben ! Für keinen Nutzen und keinen Schaden, wollen wir nur uns selbst sein. Dies ist der Grund, warum wir nicht zu den antisemitischen Verbänden gehören, die den Grund für ihre Existenz in der Verachtung des Juden sehen. Wir sind wichtig und notwendig genug, um für unsere eigene Sache zu existieren. Und dafür sind wir ein Verein, der weder antisemitische oder eine andere fremde Ideologien unterstützt ... Nein, wir sind die GGG des deutschen Volkes und nur des deutschen Volkes .... Dies ist der Grund, warum wir keine Partei sind, wir sehen in den Parteien einen Weg, den Wunsch nach Vereinigung der germanischen Völker zu vereiteln. Wir wissen nur, dass wir die Selbstbestimmung wollen, die von innen kommt, in einer ruhigen Art und Weise, wie im organischen Wachstum und der Entwicklung ähnlich der deutschen Eichen.“ [recht unvollkommene Übersetzung !] Fahrenkrogs Zeitschrift „Der Weihwart“ erhielt sich bis 1921. Ein weiteres Objekt war „Der Deutsche Dom - Blätter für Nordische Art und Deutschen Glauben“. Der Malers Fidus (Hugo Reinhold Karl Johannes Höppener, 1868-1948) unterstützte die Bewegung mit seinen Bildwerken. In diesen Jahren der intensiven philosophischen Themen sind Fahrenkrogs Bilder von seiner zunehmenden Reifung geprägt. 1918 realisiert er die Oper „Die heilige Stunde“, die Fidus zum berühmten „Lichtgebet“ inspiriert. Ein Mann betet, in der Art der altheidnischen indoeuropäischen Weise, stehend, die Arme zum üppigen Reiz des aufgehenden Lichtes erhoben. 1920 realisiert der Künstler das prächtige Ölgemälde „Der Väter Land“, in dem der Maler seinem kleinen Sohn die Schönheit des Heimatlandes der Väter zeigt. Die Themen der nordischen Mythologie werden häufig in Dramen und Gemälde bearbeitet. Geradezu Feiern der Schönheit sind in dieser Hinsicht die Gemälde „Edda“ von 1910, „Baldur“, von 1908, „Der Tempel des Schweigens“ und 1920 „Das heilige Feuer“.
 
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Die 1991 von Herrn Géza von Neményi als Verein in Berlin eingetragene Germanische Glaubens-Gemeinschaft betrachtet sich als Rechtsnachfolger der Germanischen Glaubens-Gemeinschaft Ludwig Fahrenkrogs.
 

 

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