DER LETZTE ZEUGE

 

Keiner kann sich vor der Geschichte seines Volkes verbergen,
wir müssen lernen, ihr ins Auge zu sehen,
um ihre Wahrheiten und ihre Fehlgänge zu ergründen.
 
 
 
DER LETZTE ZEUGE
 
Starke Männer war’n verschworen,
trotzdem ging das Reich verloren -,
tausend Jahre Blut und Schweiß
verschlang des Abgrunds Opfer-Preis.
 
Große Männer - Satans-Braten,
Hunde die den Herrn verraten -;
das ändert auch kein Meister-Schmied,
es reißt das schwächste Kettenglied.
 
Am Ende aller guten Schienen,
das Deutsche Reich lag in Ruinen,
im Chaos unerschütterlich,
der letzte Funker: Rochus Misch.
 
Granaten heulten, Bauten barsten,
wessen Geist blieb da am klarsten ?
Zur Außenwelt hielt Misch Kontakt,
dann schritten sie zum letzten Akt.
 
Der Männer-Kreis im Führer-Bunker,
vom Kanzler bis zum Staffeljunker,
und Frau‘n ganz ohne Klage-Klang,
bis zu des Reiches Untergang.
 
Es schwand danieder alles Hoffen,
dem Todes-Schuss erlag getroffen,
des Führers aufgezehrter Leib
und brannte ohne Rest-Verbleib.
 
Das Ende deutscher Höhenflüge,
kein Ende von Betrug und Lüge -,
auch das Morden nahm kein End‘,
wenn Rachegeist in Seelen brennt.
 
Man hat erschossen und gefangen,
geraubt, gefoltert und gehangen.
Das Unrecht ändert nur die Form,
es bleibt der „Welt-Beglücker“ Norm.
 
Eines Tags war er der „Letzte Zeuge“
des Deutschen Reiches Todes-Beuge,
der Rochus Misch, der Telefonist,
vom Führungs-Kreis verblieben ist.
 

 

 
Rochus Misch (29.1917-05.11.2013), der Oberschlesier aus Alt Schalkowitz, starb im Alter von 96 Jahren. Auszeichnungen: Eisernes Kreuz Klasse II. und Verwundetenabzeichen in Schwarz. Er war nie Mitglied der NSDAP. Am 30. April 2005 war der einstige Telefonist Rochus Misch der einzige noch lebende Zeitzeuge aus dem engeren Umfeld Adolf Hitlers und dem Führerbunker der Reichskanzlei in Berlin. Sein letzter Dienstgrad  war SS-Oberscharführer. Mischs Vater wurde als Soldat im Weltkrieg I. durch einen Lungenschuss schwer verwundet, starb kurz vor seiner Geburt. 1920 starb die Mutter an einer Lungenentzündung.
 
Rochus Misch hoffte vier Jahre in einer „Verfügungstruppe“ zu dienen, um danach automatisch in den Staatsdienst übernommen zu werden. „Ich dachte, so käme ich zur Bahn.“ Rochus erhielt als Angehöriger der SS-Verfügungstruppe während des Polenfeldzuges bei den Kämpfen um die Festung Modlin einen Lungendurchschuss. Von 1940 bis 1945 war er als Angehöriger des Führerbegleitkommandos im Führerhauptquartier tätig als Kurier, Leibwächter und Telefonist. Nach dem Tod Hitlers ging Misch von der Vorderfront der Alten Reichskanzlei durch die U-Bahn-Tunnel in Richtung seiner Familienwohnung, wurde aber schon bald von Russen gefangen genommen. Die Gefängniszelle teilte er sich mit Hitlers Chefpiloten Hans Baur. Die Gespräche zwischen Baur und Misch wurden vom sowjetischen Geheimdienst abgehört. Schließlich brachte man ihn ins Moskauer Militärgefängnis Butyrka, wo ihn die Verhörspezialisten mehrfach verprügelten und folterten. Misch wurde zum Tode verurteilt, aus „Gnade“ wurden daraus 25 Jahre Zwangsarbeit wegen „Unterstützung des Naziregimes“. Erst 1953 wurde Misch aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Nach seiner Heimkehr kaufte sich Misch ein Geschäft für Maler- und Raumausstattungsbedarf in Berlin-Schöneberg. Seinen Betrieb führte er bis zu seinem achtundsechzigsten Lebensjahr. Mischs Frau, eine ehemalige SPD-Abgeordnete, die an Alzheimer erkrankte, pflegte er fünf Jahre lang bis zu ihrem Tod.
 
In seinem Buch „Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter sprach Misch von einer falschen Darstellung seiner Person in dem Film „Der Bunker“. Bruno Ganz habe die Wutausbrüche seines Chefs ganz übertrieben dargestellt habe: „So habe ich den nie erlebt.“ Die „Wutausbrüche“ Hitlers haben nie stattgefunden, sie gehören in das Reich der Nachkriegs-Fabeln, so lautet ebenfalls der Bericht für Stalin der sowjetischen Untersuchungskommission („Buch Hitler“, 537). Rochus Misch hat es nie für nötig empfunden, sich für irgendeinen Augenblick seiner Biographie zu entschuldigen. Warum auch ?! Nicht einmal die Massenmordbomber und Atombomber-Piloten der Alliierten sahen sich dazu aus Gewissengründen genötigt. Es gab Leute, die Mischs Bezeichnung von Graf Stauffenberg als „Kameradenmörder“ anprangerten. In einem Interview mit der Zeitschrift „P.M. wurde Misch diesbezüglich gefragt: „Sie haben das Stauffenberg-Attentat einmal als ‚Kameradenmord‘ bezeichnet. Stehen Sie noch zu diesem Vorwurf ?“, woraufhin er antwortete: „Ja, weil vier Kameraden starben.“ Es war aus seinem Munde zu hören, dass man ihn mit den Foltermethoden der sowjetischen Geheimpolizei nicht dazu gebracht habe, die Unwahrheit zu sagen und das werde man heute erst recht nicht erreichen. Die Hitler geltende Bombe hatte vier Personen getötet und verletzte neun weitere schwer. Hitlers Trommelfelle waren geplatzt, über hundert Holzsplitter des geborstenen Eichentisches ließ er sich ohne Betäubung von einem Arzt aus dem Körper ziehen. Der Anschlag auf A.H. ist deshalb als feige Tat zu bezeichnen, weil der Attentäter, Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg (15.111.1907-21.07.1944), anstatt einer abgestellten Bomben-Aktentasche, das Staatsoberhaupt mit seiner Pistole hätte unmittelbar erschießen können - oder so wie es heute zahllose islamische Selbstmordattentäter tun - mit seiner Bombe sich und Hitler in die Luft jagen können.  
 
Interview der sueddeutsche.de - 29. April 2005:
 
Sie verbrachten fünf Jahre bei Hitler. Am Ende soll er einem Wrack geglichen hatten. Haben Sie etwas von seinem körperlichen Verfall bemerkt ?
 
Rochus Misch: Ja, das hat man beobachten können. Ein bisschen zusammengefallen war er am Ende schon. Wobei: Ein Fremder hat das besser bemerkt als wir, die mit ihm ständig zusammen waren. (Pause) Arme Kreatur, mein Gott, was hatte der Mensch vom Leben ? Überhaupt nichts.
 
sueddeutsche.de: Vergangenes Jahr lief mit großem Erfolg „Der Untergang“ in den Kinos, auch Rochus Misch tauchte als Figur auf. Sie haben den Film auch gesehen. Fanden Sie, dass das Ende authentisch dargestellt war ?
 
Misch: Das ist ja ein Spielfilm und keine Doku. Das ist alles übertrieben. So aufregend und spannend war es nicht. Jeder flüsterte nur noch. Ich war der einzige, der noch laut geredet hat am Telefon, weil die Stimmung wie in einer Totenkammer war. Hitler hat auch nicht so laut gesprochen. Jetzt will mich jemand besuchen, der will nur die letzte Stunde Hitlers wissen. Dabei geht Hitlers letzte Stunde vom 22. April bis zum Tod. Das ist die letzte Stunde. Denn am 22. April hat er alle entlassen. Alle weg. Er sagte: „Bis auf die, die blieben müssen, weil es nun mal nicht anders geht.“ Mein Kommandochef sagte zu mir: „Herr Misch, ich habe für Ihre Frau im letzten Flugzeug einen Platz reservieren können. Holen Sie jetzt Ihre Frau.“ Ich bin nach Hause, aber meine Frau sagte, sie wollte die Eltern nicht alleine lassen. Dann bin ich zurück (zur Reichskanzlei) und fragte den Funker: „Gibt es was für den Chef, ich gehe jetzt runter.“ Er sagte: Nein, es liegt nichts vor. Nach einer Stunde kam er ganz aufgeregt zu (Heinz) Lorenz. Er hatte einen alliierten Funkspruch abgefangen. Die Deutschen haben die Möglichkeit, Berlin 14 Tage bis drei Wochen zu verteidigen, hieß es. Ich fragte Lorenz, wie der Chef reagiert hätte. Lorenz erzählte, Hitler hätte gesagt: „Der Krieg ist doch verloren. Wir waren nur noch zwei, die immer da (im Führerbunker) waren. Das waren der (Johannes) Hentschel und ich. Er sorgte für Licht und Wasser, und ich für das Telefon und Fernschreiber, Kontakt nach außen. Das musste ja funktionieren. Die anderen kamen nur zur Besprechung und gingen dann wieder weg. Der Bunker war ja viel zu klein. Ich habe auch unten geschlafen, hinter meinem Arbeitsplatz hatte ich eine Matte.
 
sueddeutsche.de: Was sind ihre letzten Erinnerungen an den lebenden Hitler ?
 
Misch: Als ich ihn das letzte Mal lebend gesehen habe, stand er im Gang und sprach mit Bormann, Goebbels, (Adjutant) Otto Günsche und (Kammerdiener Heinz) Linge, vielleicht auch (Hitler-Jugend-Führer Artur) Axmann. Was er alles gesagt hat, weiß ich nicht, nur: Dass er verbrannt werden muss und der Günsche dafür die Verantwortung übernimmt. Dann ging er in seine Zelle.
 
sueddeutsche.de: Haben Sie Hitler nach seinem Selbstmord gesehen ?
 
Misch: Ich wartete zusammen mit dem Hannes (Hentschel). Plötzlich rief einer vom Gang her - aber ich weiß nicht, wer es war: „Linge, Linge, ich glaube, es ist soweit.“ Derjenige muss den Schuss gehört haben. Das Telefon ging, ich habe wieder gearbeitet. Dann wurde es spannend. Die erste Tür ging auf und die zweite auch. Durch die beiden geöffneten Türen sah ich Eva (Braun) mit angezogenen Knien. Den Anblick werde ich nie vergessen. Dann wollte ich unserem Kommandochef Meldung machen. Auf dem Weg habe ich, aufgeregt, wie ich war, im Verbindungs-Tunnel kehrt gemacht und bin zurück. Da lag Hitler schon auf dem Boden. Sie hatten ihn eingepackt in graue Pferdedecken. Nur seine schwarzen Halbschuhe guckten noch raus. Das Ganze ging ganz leise und schnell vor sich, ganz schnell. Die Tür ging auf und wieder zu. Der Bormann war auch da, der Axmann, der Kraftfahrer (Erich) Kempka kam dazu und einer vom Reichssicherheitsdienst, den ich nicht kannte. Die haben den eingewickelten Hitler dann an mir vorbei getragen und sind rauf. Ich bin zum Kommandanten hin und habe gemeldet: „Der Führer ist tot.“ Mein Kamerad Retzbach sagte mir dann: „Jetzt wird der Chef verbrannt, jetzt geh mal schnell rauf.“ Ich wollte nicht. Wir blieben dann beide unten.
 
 
Am Ende seines Lebens resümierte Rochus Misch: „Ich wünsche mir, dass meine Enkel, der junge Rochus und sein Bruder und ihre Generation, erkennen, was für eine ungemein schätzenswerte Herausforderung sie in der Demokratie haben - ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Zu meiner Zeit reichte meine Energie nur für ein Soldatenschicksal.“
 
 
Rochus Misch über Adolf Hitler:
 

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Garten der Reichskanzlei, 1947
 
Rochus Misch war mithin auch der letzte Zeuge der beim Tod Adolf Hitlers (20.04.1889-30.04.1945), Reichskanzler und Führer des Deutschen Reiches, anwesend war. Zu der kleinen Gruppe des inneren Führungskreises im Bunker der Reichskanzlei gehörten Sturmbannführer Otto Günsche (24.11.1917-02.10.2003), der Kampfkommandant der Reichskanzlei und Otto Linge (23.03.1913-09.03.1980) der Leibdiener Hitlers und Hitlers Fahrer Erich Kempka (16.09.1910-24.01.1975). Sie verbrannten befehlsgemäß das durch Suizid aus dem Leben geschiedene Ehepaar Hitler im Garten der Neuen Reichskanzlei. Nach Zusammenschau der beteiligten Zeugen ergibt sich folgendes Bild. Hitler diktierte seiner Sekretärin Traudl Junge-Humps sein politisches und privates Testament. Darin heißt es: „Ich selbst und meine Gattin wählen, um der Schande des Absetzens oder der Kapitulation zu entgehen, den Tod.“ Zu Adjutant Otto Günsche soll er gesagt haben: „Ich möchte nicht, dass meine Leiche von den Russen in einem Panoptikum ausgestellt wird.“ Auch Sekretärin Gerda Christian-Daranowski, Hitlers Diätköchin Constanze Manziarly, Bormanns Sekretärin Else Krüger und Eva BraunMartin Bormann (17.07.1900-02.05.1945) und die Familie Paul Joseph Goebbels (29.10.1897-01.05.1945) und Magda G. mit den Kindern blieben auf eigenen Wunsch im Bunker. Rochus Misch beschrieb die Szene: „Es war tief in der Nacht. Da saß er, das Kinn in den Händen vergraben, regungslos, und starrte bei flackerndem Kerzenlicht auf das Ölbild Friedrichs des Großen, das Hitler stets auf Reisen mit sich führte. Der König schien ihn anzustarren.“ Mittags dann hörte Misch den Schuss und sah, wie Hitlers Leichnam hinausgetragen wurde. Um 15.30 Uhr des 30. April 1945 hatte sich A.H. in die rechte Schläfe geschossen. Günsche: „Der Kopf hing über die rechte Schulter, die ebenfalls über die Lehne hing, die Hand schlaff herunterhängend. An der rechten Seite eine Einschussstelle.“ Linge und Günsche nahmen die Leichen, trugen sie durch den Gartenausgang aus dem Führerbunker und legten sie in eine Grube - entweder in einen Granattrichter oder einen nicht mehr geschlossenen Kanalgraben. Die mageren Leichen von Eva und Adolf Hitler brannten von ca. 16.00 bis 18.30 Uhr mit ca. 200 Litern Brennstoff so gut wie restlos. Ein SS-Wachmann stand dabei, ging in den Bunker hinab und rief seinem Kameraden Rochus Misch, dem Telefonisten des Führerbegleitkommandos, zu: „Der Chef brennt !“ Der undefinierbare Aschenrest wurde verscharrt und verstampft und konnte als solcher nie erkannt, geschweige denn gerichtsmedizinisch untersucht werden. Die von russischer Seite der Weltöffentlichkeit vorgestellten Überreste sind wider besseres Wissen aus propagandistischen Gründen publiziert worden.
 
Um die damalige Seelenverfassung der im Dritten Reich engagierten Menschen im Moment seines Unterganges zu verstehen, die uns heutigen weitgehend unverständlich sein muss, sei der Abschiedsbrief Magda Goebbels hier kommentarlos angehängt. Sie schrieb ihn am 28.04.1945 an ihren Sohn Harald Quandt, damals 23 Jahre alt, der sich in einem kanadischen Kriegsgefangenenlager befand: „Mein geliebter Sohn ! Nun sind wir schon 6 Tage hier im Führerbunker, Pappa, deine sechs kleinen Geschwister und ich, um unseren nationalsozialistischen Leben den einzigmöglichen ehrenvollen Abschluss zu geben … Ob Du diesen Brief erhältst weiss ich nicht, vielleicht gibt es doch eine menschliche Seele, die es mir ermöglicht letzte Grüße zu senden. Du solltest wissen, dass ich gegen den Willen Pappa’s bei ihm geblieben bin, dass noch vorigen Sonntag der Führer mir helfen wollte hier herauszukommen. Du kennst deine Mutter, wir haben dasselbe Blut, es gab für mich keine Überlegung. Unsere herrliche Idee geht zu Grunde, und mit ihr alles was ich Schönes, Bewundernswertes, Edles und Gutes in meinem Leben gekannt habe. Die Welt, die nach dem Führer und dem Nationalsozialismus kommt ist nicht mehr wert darin zu leben und deshalb habe ich auch die Kinder hierher mitgenommen. Sie sind zu schade für das nach uns kommende Leben und ein Gnädiger Gott wird mich verstehen, wenn ich selbst ihnen die Erlösung geben werde […] Die Kinder sind wunderbar …, niemals ein Wort der Klage oder ein Weinen. Die Einschläge erschüttern den Bunker. Die Größeren beschützen die noch Kleineren, und ihre Anwesenheit ist schon dadurch ein Segen, dass sie dem Führer ab und an ein Lächeln abgewinnen. Gott gebe, dass mir die Kraft bleibt, um das Letzte und Schwerste zu schaffen. Wir haben nur noch ein Ziel: Treue bis in den Tod dem Führer. Harald, lieber Junge - ich gebe dir noch das mit, was mich das Leben gelehrt hat: Sei treu! Treu dir selbst, treu den Menschen und treu deinem Land gegenüber … Sei stolz auf uns, und versuche uns in freudiger Erinnerung zu behalten …“

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Adjutant Otto Günsche
(24.11.1917-02.10.2003)
 
 

In Jena geborener Thüringer mit Körpergröße von 2,10 Meter. Nach Oberrealschule als 16-Jähriger Eintritt in die „Leibstandarte SS Adolf Hitler“, Berufung zum Führerbegleitkommando, kam 1936 erstmals in die unmittelbare Nähe Adolf Hitlers. Es folgten die Ausbildung in SS-Junkerschule und Fronteinsatz in der Waffen-SS. Im Januar 1943 wurde Günsche zunächst vertretungsweise persönlicher Adjutant Hitlers. Nach weiterem halben Jahr an der Front stieg Günsche am 6. Februar 1944 zum offiziellen persönlichen SS-Adjutanten auf. Am 20. Juli wurde er als SS-Hauptsturmführer bei der Lagebesprechung - zusammen mit Hitler - in der Wolfsschanze verletzt. Mitte Januar 1945 begleitete er Adolf Hitler in den Berliner Führerbunker und war bei Hitlers letztem Frontbesuch Anfang März 1945 an der Oder dabei. Von Anfang März bis zum 22. April 1945 war Günsche Kampfkommandant der Reichskanzlei. Nach dem Tod des Ehepaares Hitler durch Suizid im Bunker der Reichskanzlei verbrannte Otto Günsche, gemeinsam mit Leibdiener Heinz Linge, befehlsgemäß die Leichen im Garten der Neuen Reichskanzlei und vergrub die sterblichen Überreste. Auch die Knochen waren im Dauerbrand vergangen. Der damals 27-jährige Günsche verließ den Führerbunker am Abend des 30. April. Bald darauf geriet er in 10-jährige sowjet-bolschewistische Gefangenschaft, in der er qualvollen Torturen ausgesetzt war. 1955 wurde er an die DDR überstellt. Nachdem er im Mai 1956 aus dem Sowjetzonen-Zuchthaus Bautzen entlassen worden war, floh er im selben Monat in die BRD. Der unbeirrbar überzeugte Nationalsozialist blieb den Mainstream-Journalisten gegenüber verschlossen. Er starb in seinem Haus in Lohmar bei Bonn. Es erfolgte wunschgemäß eine Seebestattung.

        Auszeichnungen:

  • Eisernes Kreuz (1939), 2. und 1. Klasse
  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
  • Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
  • Goldenes HJ-Ehrenzeichen
  • Verwundeten-Abzeichen „20. Juli 1944“ in Schwarz
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), II. Klasse mit Schwertern
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