DIE EHRE DER KOSAKEN

„Bleiburg Massaker“ von unbekanntem Künstler
 
DIE EHRE DER KOSAKEN
 
Das Bild vom freien, russischen Mann,
ein Kosake bestens verkörpern kann,
erwachsen aus russischem Bauerntum,
gediehen Kosaken zu Russlands Ruhm.
 
Sie brachen den mongolischen Wahn,
verjagten den Chan aus seinem Kasan.
Sie haben Tataren zurückgedrängt,
und die Heere der Türken zersprengt.
 
Mütterchen Russland standen sie bei,
waren dem Zar bis zum Ende treu -,
bekämpften tapfer die Rote-Armee,
bezahlten ihr Opfer mit grausamem Weh.
 
Die Roten wurden zu blutigen Herrn,
den Weltbrand plante die „Komintern“.
Deutschland galt als Etappenziel,
Bolschewiki begannen ihr Trauerspiel.
 
Stalin erschien es die günstigste Zeit,
um 30.000 Panzer standen bereit.
Hitler kam ihm nur knapp zuvor,
Guderian pochte an Moskaus Tor.
  
Die Welt hielt mit dem Atmen still,
Propaganda-Zentralen tönten schrill.
Vermag die Wehrmacht zu besteh’n,
welche Bedrohung wird untergeh’n ?
 
Zerfleischt sich die Erde in Revolution,
gerät auch Europa in Moskaus Fron ?
Oder wird die grause Gefahr gebannt,
für alle Menschen in jedem Land ?
 
Die freien Kosaken entschieden sich,
als Anti-Bolschewiki und kämpferisch,
mit Ostfront-Landsern im Kriegerbund,
mannhaft ringend zu mancher Stund‘.
 
Als dann der Weltkrieg verloren war,
wich auch zurück die Kosaken-Schar,
Schulter an Schulter, in gleicher Not,
ereilte sie mit den Deutschen der Tod.
 
Ich sing‘ für sie heute ein Heldenlied,
will hoffen, dass es nimmer geschieht,
dass wir uns schlagen nach falschem Rat,
und ehr‘ aller Russen hilfreiche Tat !
 
 
Im von den Bolschewiken erzwungenen „Russischen Bürgerkrieg“ beteiligte sich ein übergroßer Anteil der Kosaken auf der Seite der „Weißen“, den Truppen der traditionellen Ordnung und des Zaren. Deswegen wurden sie unter Lenin und Stalin als „Anti-Bolschewiki“ verfolgt und im Gulag drangsaliert und umgebracht. Zwar gab es Kosaken-Einheiten auf beiden Seiten, ebenso wie während des heraufbeschworen Weltkrieges, doch ein überwiegender Teil trug Sympathien zum nationalsozialistischen Deutschland, von dem es die Befreiung vom bolschewistischen Joch erhoffte. Allein in der Person A. Hitlers sahen sie das kraftvolle Bollwerk gegen Stalin und seine mörderische Innenpolitik. Im Vorrücken der deutschen Wehrmacht glaubten sie, dass es möglich würde, wieder ihre alten Rechte und Privilegien zurückzuerhalten und auch wieder die von den Bolschewiki bekämpfte orthodoxe Religion zelebrieren zu können. So boten zehntausende Kosaken den Deutschen ihre Dienste an. Die ersten Sicherungs- und Kavallerieformationen der Kosaken, die von der Wehrmacht eingesetzt wurden, entstanden schon im Herbst 1941 und dienten zunächst der Partisanenbekämpfung. Ab Sommer 1942 kamen Kosakenverbände regulär an der Ostfront zum Kampfeinsatz. Die berittenen Kosakenverbände bewährten sich ebenso im Kampf gegen die kommunistischen Partisanen auf dem Balkan.
 
Im Zuge der Rückzüge im Osten ab 1943 mussten viele Kosakenfamilien ihre russische Heimat verlassen. Den Kosaken-Stans wurden neue Siedlungsgebiete in der oberitalienischen Provinz Friaul, in der Gegend von Tolmezzo in Karnien, als ein neues „Kosakia“, von der deutschen Reichsregierung zugewiesen. Unter ihren waren auch die aus der Zarenzeit berühmten Anführer, wie den Atamanen und Generalen Krasnow, Kulakoff, Schkuro, dem Sultan Klytsch, Vasilieff und Domanow. Unter dem Druck italienischer Partisanenbewegungen und um sich mit den nach Österreich ausweichenden Kosakeneinheiten des Kosaken-Kavallerie-Korps zu vereinigen, zogen die Kosaken-Stans in riesigen Trecks mit Pferd und Wagen nach Norden in das Gebiet von Oberkärnten und Osttirol. Um ebenso nicht in die mörderische Gefangenschaft der Roten-Armee und der Tito-Armee zu fallen, bewegten sich andere Kosaken-Stans Anfang Mai 1945 unter dem Kommando von General Domanow über den Plöckenpass, von wo sie durch nach Reichs-Beauftragte nach Kötschach-Mauthen geleitet wurden. Auch wurden im Sommer 1944 in 50 Eisenbahnzügen etwa 35.000 Kosaken aus dem Osten evakuiert und in dieser Gegend angesiedelt. In Tolmezzo befand sich ein Stab von 2.800 Offizieren und 20.000 Soldaten, die zur Partisanenbekämpfung eingesetzt wurden. Auf einem in Virovitica (Kroatien) zusammengerufenen Allkosakenkongress wurde unter dem Vorsitz des Obersten Iwan Kononow am 29. März 1945 dort General Helmuth von Pannwitz, Kommandeur des XV. Kosaken-Kavallerie-Korps, zum Obersten Feldataman aller Kosakenheere gewählt und ihm die Funktion übertragen, die seinerzeit nur dem Zarewitsch vorbehalten war. Der Zusammenbruch des Deutschen Reichs vereitelte alle Ansiedelungspläne. Die Kosaken hatten gegenüber Britischen Truppen kapituliert. Diese erzwangen - aufgrund von Verträgen mit dem Massenmörder Stalin - die Auslieferung der Kosaken an die Sowjetunion, wo sie zum Tod und zur Zwangsarbeit verurteilt wurden. Auch General Helmuth von Pannwitz wurde in der Sowjetunion zum Tode verurteilt und ermordet. In Lienz wurde das Kosaken-Hauptquartier aufgeschlagen und in den Wiesen und Wäldern rund um die Dolomitenstadt lagerten ca. 25.000 Männer, Frauen und Kinder, der Großteil von ihnen bestand aus Angehörigen der Kampfeinheiten. Dazu kamen noch mehr als 5.000 Pferde.
 
Die Engländer logen den Kosaken-Offizieren vor, man wolle sie nicht an die Sowjets ausliefern, fingiertem eine Scheinkonferenz in Spittal an der Drau, wo man die sie gefangen nahm, um die Mannschaften führerlos zu machen. Dann begannen die Engländer die Kosaken und Kaukasier unter Prügeln und Morden auf LKW und Eisenbahnwaggons zu verladen und nach Russland abzuschieben. In den Lagern um Lienz und Oberdrauburg spielten sich im Zuge der gewaltsamen Auslieferung erschütternde Szenen ab. Mütter sprangen mit ihren Kindern in selbstmörderischer Absicht in die hochwasserführende und eiskalte Drau, Männer erschossen oder erhängten sich. Die Schande Englands ging als „Tragödie an der Drau“ in die Geschichte ein. Der Großteil der Zwangsausgelieferten wurde in Judenburg den sowjetischen Truppen übergeben. Die meisten überlebten den Sommer 1945 nicht. Sie nahmen sich aus Furcht vor der gnadenlosen Verfolgung durch die sowjetischen Organe das Leben bzw. töteten ihre Kinder und Verwandten oder überlebten die Transporte in die Gefangenenlager nicht. Offiziere wurden in der Regel nach kurzen Scheinprozessen umgebracht. In Lienz erinnern heute der Kosakenfriedhof in der Peggetz und ein Gedenkstein für den General Helmuth von Pannwitz und das XV. Kosakenkavallerie-Korps in Tristach an das grauenvolle Geschehen. Das gleiche dramatische Geschehen spielte sich auch für zehntausende von jugoslawischen Bürgern und Soldaten ab, die auf deutscher Seite im großen Krieg mitgefochten hatten. Sie wurden beim „Massaker von Bleiburg“ umgebracht.
 
Zu Bleiburg in Kärnten hatten die Führungen der mit Deutschland gegen den bolschewistisch-stalinistischen Sowjetstaat verbündeten Truppenverbände des „Unabhängigen Kroatien“ und Truppen der „Slowenischen Landwehr“ vor britischen Armeeeinheiten kapituliert und wurden von diesen an die kommunistisch-jugoslawische Volksarmee zu ihrer Vernichtung ausgeliefert. Nach ihrer Kapitulation und Entwaffnung wurden sie durch Massenerschießungen direkt umgebracht, auf Todesmärschen, unter Schlägen, ohne Nahrung und Wasser liquidiert, oder zu mörderischen Zwangsarbeiten verurteilt. In gleicher Weise wurden Zivilisten und Tausende deutscher Kriegsgefangene vernichtet. In Slowenien werden diese Ereignisse als „Tragödie von Viktring“, in Kroatien als „Tragödie von Bleiburg“ bezeichnet.
 
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