SAVITRI DEVI

 
 
 
SAVITRI DEVI
 
Wer die Dinge bis an ihr Ende denkt,
sein Gehör den leisen Stimmen schenkt,
die dröhnenden Trommeln des Tages flieht,
und spähend hinter Kulissen sieht,
 
der wird anders als es die Masse ist,
bald spürt er der Weltherren arge List,
der wird sie erleiden, die Macht der Großen,
den wird die Herde mit Hörnern stoßen.
 
All‘ diese Starken bringen ein Licht,
vor ihrer Gottheiten Angesicht.
Und jeder einzelne ist überzeugt,
dass er die Wahrheit nimmer beugt.
 
Doch keiner weiß mit letztem Recht,
ist seine Auffassung wahrlich echt -;
die irdische Sicht reicht zum Firmament,
die kosmische aber kein Irdischer kennt.
 
Die Savitri Devi, die Hohe Frau,
bot Weltverständnis und Gottesschau.
Den Führer der völkischen Revolution
hob sie auf Wishnus Avatar-Thron.
 
Für die einen klingt es verstiegen, wirr,
den anderen gelten die Nüchternen irr.
Und beide Standorte, Berg oder Tal,
sehn sich als Fechter für ihre Moral.
 
Und jeder schimpft den andern dumm,
und jeder nimmt die Schimpfe krumm,
doch was der Weltgeist wirklich plant,
kein Meinungsmoden-Macher ahnt.
 
Schwer war Savitri Devis Weg,
sie schrieb es auf, gab den Beleg,
sie fühlte sich ins Deutschtum ein,
fand Gottes Wort am Externstein.
 
Kosmopolitisch war ihr Geist,
und wer sie zu den Hexen weist,
hat sie damit nicht widerlegt,
 nur seinen Standpunkt angeregt.

 

Savitri Devi, Geburtsname Maximine Portaz (1905-1982) war gebürtige Engländerin aus nord- und südeuropäischer Abstammung. Sie war Philosophin, Chemikerin, Schriftstellerin, Gegnerin der menschlichen Gleichmacherei und jeglicher Varianten des Bibel- oder Koran-Glaubens, Kämpferin für Tierrechte, Vegetarierin; sie beherrschte sieben Sprachen. S.D. empfand sich im globalen Sinne als Indogermanin bzw. Arierin, also keiner politischen Nationalität angehörend, vielmehr einer rein geistigen Verpflichtung unterworfen. In Indien begann sie den Hinduismus zu studieren und sich mit ihm zu identifizieren. Man hat ihr vorgeworfen, damit auch das Kastensystem zu akzeptieren, wie es auch Mahatma Gandhi getan hat. Zweifellos handelt es sich - nach europäischer Sicht - beim Kasten-Glauben um einen heiklen Aspekt im Hinduismus, andererseits besitzt derselbe die friedlichste Glaubensdoktrin überhaupt. Die menschenverachtende Auffassung von der Auserwähltheit einer fest umrissenen Menschengruppe und dem damit einhergehenden Dünkel der mosaischen, christlichen und islamischen Gläubigen ist dem weltoffenen, integrationsfähigen Hinduismus völlig fremd. S.D. lernte die indischen Sprachen Hindi und Bengali und fand zu ihrer Überzeugung, nur die Hindugötter könnten sich der von ihr als schädlich erkannten judäochristlichen Kultur erfolgreich entgegenstellen. Damit näherte sich ihr Denken sowohl der Fundamentalkritik am Christianismus des Philosophen Friedrich Nietzsche, wie auch dem Weg von Hermann Hesse, der ebenso dem starren unbedingten pietistischen Geist seines überfrommem christlichen Elternhauses zu entrinnen gedachte. Doch während Hesse eine Art Synthese der ihm brauchbaren Elemente der Religionen anstrebte, brach S.D. ganz mit den traditionellen morgenländisch-abendländischen Formen und begann, auf ihrer Suche nach einer alternativen Überhöhung, im mythisch verstandenen internationalen Nationalsozialismus Adolf Hitlers die ihr gemäße Glaubensbotschaft zu verinnerlichen. Die Reife und Höhe religiöser Betrachtungen ist jeweils abhängig von der Reife der Person des Gläubigen. H. Hesse schrieb überdenkenswert: „Ich glaube, eine Religion ist so gut wie die andre. Es gibt keine, in der man nicht ein Weiser werden könnte, und keine, die man nicht auch als dümmsten Götzendienst betreiben könnte.“
 
 
S.D. sah in der historischen Erscheinung Adolf Hitlers den Avatar, also eine Verkörperung des vedischen Gottes Wishnu. Ursprünglich galt der Gott als eine Macht der Sonne, des Lichtes und der Fruchtbarkeit, eine  hervorbringende Kraft von Raum und Zeit. Im Hinduismus übernahm Wishnu auch die Rolle des altarischen Kämpfergottes Indra (germ. Donar-Thor), der die Dämonen vertilgt, damit die Welt der Gottesordnung erhalten bleibt. Ist es aus hinduistischer Sicht völlig normal, eine geschichtliche Person als einen Avatar zu verstehen, so musste diese Ausdeutungsthese in der angloamerikanischen politischen Kaste die größte Empörung hervorrufen, schon deshalb, weil man dort das Ausmaß des über den menschlichen Begriffen von „gut“ und „böse“ stehenden kosmogonischen Wishnu nicht begriff oder sich nicht die Mühe machen will, ihn hinduistisch zu bereifen. Es ist unserer Epoche des rein irdisch-äußerlichen Humanitätsgedankens auch kaum abzuverlangen, einer solchen hinduistischen Sicht zu folgen, welche einen völlig anders gearteten Humanitätsgedanken kennt, nämlich jenen der, die Leiblichkeit verachtend, die darüber stehende Unzerstörbarkeit der Menschenseelen predigt und zudem an der Meinung festhält, dass jede Todesform eines Menschen aus seinem eigenen Karma die gerechte Bestimmung fände. Der transzendente Humanismus aus kosmischem Bewusstsein muss immer mit dem grobstrukturellen weltlichen Humanismus aneinander geraten. Die gegensätzlichen Standpunkte sind kaum zu überbrücken. So ist die Diskriminierung bzw. Verteufelung der S.D. in heutiger offizieller Medienwelt nur zu verständlich.
 
 
Mitte der 30er Jahre stellte sich S.D. angesichts der mörderischen Gewaltmission der Moslems in den Dienst der Hindu-Mission in Kalkutta und warnte vor der islamischen Überflutung des Landes (ihr Buch: „Warning to the Hindus“). Im von England unterdrückten und ausgebeuteten Indien war es nicht schwer, zu einem antiangloamerikanischen politischen Standort zu gelangen. S.D. hoffte in Weltkrieg II. inständig auf einen Sieg der Achsenmächte und war dementsprechend erschüttert über dessen Ausgang. Ihre Ausreise nach Deutschland wurde von der britischen Kolonialmacht verhindert. Sie flehte 1945 die Göttin Kali an - die Macht der Vernichtung - sie möge den Untergang bzw. die Vernichtung des „Dritten Reiches“ rächen und die falschen Richter des Nürnberger Schauprozesses töten. Bis zum eigenen Tod verkündete S.D. in Schriften und Vorträgen auf der ganzen Welt, das Kali-Yuga-Zeitalter der Lüge und Vernichtung nähere sich seinem Ende und der Gesellschaftsreformator A. Hitler habe mit seinen Predigten und Taten das neue Satya-Yuga-Zeitalter der Wahrheit eingeläutet. So musste es kommen, dass S.D. wegen „Verbreitens nationalsozialistischer Propaganda“ von der „Alliierten Kontrollkommission“ inhaftiert wurde und lediglich für etliche Monate ins Gefängnis kam, weil man keine englische NS-Märtyrerin schaffen wollte. S.D. blieb eine flammende Nationalsozialistin, war es ihr auch nie vergönnt, das von ihr als „Heiliges Land der Arier“ gepriesene „Dritte Reich“ Adolf Hitlers in den glücklichen Jahren zu erleben, sondern nur noch im niedergebombten, ruinierten Zustand ab Kriegsende. In ihrem Buch „Gold im Schmelztiegel” legte sie ein ebenso bewegendes wie kraftvolles Zeugnis über ihre lebensgefährliche Missions-Tätigkeit im Untergrund des besetzten Deutschlands ab. Sie besuchte die ihr heiligen Stätten der deutschen Revolution. Sie erzählte von einer Nacht in der Grotte vom urgläubigen Externstein-Heiligtum im Teutoburger Wald, wo sie ihre arioindischen und germanisch-neuheidnischen Heilbringer angerufen sowie Tod und Wiedergeburt erlebt habe. Für S.D. waren A. Hitler und alle wahren Nationalsozialisten „Menschen-gegen-die-Zeit”. Diese, so ihre Lehre, kämpfen gegen die Degeneration und sind bestrebt, das visionäre „Goldene Zeitalter“ herbeizuführen. Sie betrachtete die NS-Thesen nicht nur als politisches Programm, sondern als die ewige Wahrheit von Religion und Kultur des arischen Menschen. Diese Urreligion des Lichtes  sah sie auch im monotheistischen Aton-Kult (Sonnenscheibe) des Ketzer-Pharao Echnaton (Amenophis IV.) realisiert, dessen Hauptgemahlin Nofretete war. S.D. meinte, die Gottheiten haben die Rangordnungen der Rassen geschaffen und verlangen den Schutz ihrer Schöpfung. Die Altarier Indiens bewerkstelligten diese Aufgabe, indem sie das ordnungsstabilisierende Kastensystem schufen. Die oberste Kaste bestünde aus den seit 6.000 Jahren fast unvermischten Ariern. Die Urreligion der göttlichen Schöpfungserhaltung soll, wie es die heiligen Text der „Bhagavad-Gita“ prophezeiten, durch einen Götterboten auch in Europa erneut entstehen, weshalb die obersten indischen Kastenangehörige in Adolf Hitler den Sendboten Gott Wischnus erkannt hätten --, so S.D. Angesichts der unlösbaren Verwobenheit von visionär-religiösen und politisch-zeitgeschichtlichen Aspekten ist es mir unmöglich zu dem o.a. Themenkreis eine eigene Bewertung abzugeben. Bereits der Avatar-Glaube ist wissenschaftlisch nicht zu besprechen, es handelt sich um Bereiche des persönlichen Glaubens. Zudem müsste man sich im Westen, aufgrund unserer traditionellen abendländischen Erziehung, auch spontan an der Vorstellung stoßen, in A. Hitler - und auch jeder anderen politischen Größe - Götterinkarnationen sehen zu wollen.
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