HEINRICH HARRER

Eiger-Nordwand-Mannschaft, 1938 - H. Harrer ganz links
 
 
HEINRICH HARRER
 
Männer gibt’s, wie blankes Eisen,
die sich uns als Vorbild weisen.
Männer-Taten sind Fanale,
wunderbare Helden-Male.
 
Heinrich Harrer wurd‘ Legende,
erkletterte die Alpen-Wände,
Mancher Sieg ist ihm gelungen,
hat den Eiger-Nord bezwungen.
 
Bergsteiger sind harte Hunde,
unermüdlich Stund‘ um Stunde,
unter festem Willenszwange,
keuchen sie im Gipfelgange.
 
Herzen, Adern, Lungen pochen,
kein unnützes Wort gesprochen,
Sehnen, Muskeln, die nie reißen
und die Fäuste wie aus Eisen.
 
Solche deutsche Berggesellen
mochten sich zusammenstellen,
den Nanga-Parbat zu besteigen,
in Himalayas Gipfelreigen.
 
Die Briten nahmen sie gefangen,
packten sie mit ihren Zangen,
doch die Deutschen waren härter,
foppten Englands Lager-Wärter.
 
Eisige Wüsten, Schneefall, Nässe,
sie überstiegen fünfzig Pässe,
zu Fuß so um zweitausend Meilen,
um dann in Tibet zu verweilen.
 
Umringt von stolzer Gipfelkette,
träumt‘ der Berg der Götterstätte;
Lhasa lag geheimnisschwanger,
über weitem, sumpfigen Anger.
 
Nur der Wagende hat Glück,
Heinrich Harrer griff sein Stück,
fand Eingang zur Verbotenen Stadt
und wurde ihrer Weisheit satt.
 
Vielfach von Tabus umzäunt,
wurd‘ er doch der Mönche Freund,
Vertrauter auch des Dalai Lama -;
ruhmreich wuchs die Harrer-Fama.
 
 
Heinrich Harrer in Tibet, 1950
 
 
Heinrich Harrer (1912-2006) war ein Deutsch-Kärntner der durch sein Buch „Sieben Jahre in Tibet“ und dessen Verfilmung 1997, bekannt wurde. Harrers spannender Bericht über seine tibetische Odyssee wurde in 48 Sprachen übersetzt. Er wird eröffnet mit den Worten: „Alle Träume des Lebens beginnen in der Jugend“. Harrers Träume bewegten sich um die Faszination der Bergwelt, um die Geheimisse des verschlossenen Tibet und um seine gefährdete deutsch-österreichische Heimat, die im Abwehrkampf gegen das Nachkriegschaos rang. So trat er, im Verband der deutschnationalen Grazer Studentenschaft geschlossen in die SA („Sturmabteilungen“) des jungen parteilichen Hoffnungsträgers ein. Diese jungen Menschen engagierten sich entschieden gegen den klerikal dominierten sog. „Austrofaschismus“ des Antidemokraten und „Bundeskanzler und Frontführers“ Engelbert Dollfuß (1892-1934) und dem Justizminister, dem späteren diktatorisch regierenden Bundeskanzler Kurt Alois Josef Johann Schuschnigg (1897-1977). Am 24.08.1938 glückte es Heinrich Harrer und drei weiteren Alpinisten als erste die Nordwand des Eiger zu bezwingen. Es waren neben ihm Anderl Heckmair, Ludwig Vörg und Fritz Kaspareck. Im März 1938 wurde dem Wunsch der deutschen Ostmark „Österreich“ Genüge getan, dessen Volksvertreter nach Weltkrieg I. einstimmig, wie auch das Volk mit überwältigender Mehrheit für den Wiederanschluss ans deutsche Heimatreich votiert hatten. 1939 schloss sich der begeisterte Bergsteiger Harrer der Forschungsexpedition der „Himalaya-Stiftung“ an, mit der er zum Nanga Parbat (8.125 m -„Schicksalsberg der Deutschen“) nach Indien reiste. Nach dem von England betriebenen Kriegsausbruch gegen Deutschland wurden die Teilnehmer der Expedition von den Engländern im durch Britannien annektierten „Britisch-Indien“ bzw. im Hafen vom Karatschi verhaftet und im nordindischen Gefangenenlager Deolali festgehalten. Nach fünf Jahren gelang H. Harrer beim fünften Versuch die Flucht aus der Gefangenschaft. Zum Teil mit Begleitern schlug er sich in den kommenden 21 Monaten über 2.100 Kilometer und 50 Bergpässe (keiner unter 5.000 m) bis nach Tibet durch. Am 15.01.1946 erreichte er mit Kamerad Peter Aufschnaiter die „verbotene Stadt“ Lhasa, die Hauptstadt und den „Göttersitz“ bzw. „Ort der Könige“ der Tibeter. P. Aufschnaiter wurde dort Berater der tibetischen Regierung in landwirtschaftlichen und städtebaulichen Fragen, während H. Harrer als Übersetzer, Fotograf und Lehrer für die tibetische Regierung tätig wurde. Schließlich wurde er ein enger Vertrauter des 14-jähigen Lama, der als Dalai Lama Oberhaupt der tibetischen Religionsgemeinschaft wurde. Wegen der chinesischen Okkupation Tibets 1950/51 floh Harrer 1951 nach Indien, zunächst den Dalai Lama bis an die Landesgrenze begleitend. Im folgenden Jahr gelangte er in die Heimat zurück. Über seine Erlebnisse begann er bereits in Indien das Buch „Sieben Jahre in Tibet“ zu schreiben, das ein Bestseller wurde. H. Harrer unternahm weitere Expeditionen und schrieb darüber, er drehte 40 Dokumentarfilme und baute eine umfangreiche „Asiatica“-Sammlung auf.
 
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