KATYN - NEMMERSDORF - DEMMIN

 
 
KATYN - NEMMERSDORF - DEMMIN
 
„Asien“ speit seine Dämonen aus,
es spült seine Massen wie Wogenlauf.
Der ungefüge, gestaltlose Raum
träumt seinen uralten Mongolentraum:
 
„Nach Westen, nach Westen steht unser Sinn,
die Hufe und Räder sie tragen uns hin,
im Westen lockt der gedeckte Tisch,
wie ein goldenes Füllhorn, verschwenderisch.
 
Da breiten sich Dörfer und Städte, satt,
wo ein Räubervolk gutes Schmausen hat.
Und Weiber hat’s dort, so hell und fein,
wie aus fernen Höhen der Sonnenschein !“
 
Und wieder tobte des Ostens Wut,
des Bolschewismus blutige Brut.
Nach Westen - Europa lockte der Lohn,
zum Auftakt der blutigen Weltrevolution.
 
Die Wehrmacht stieß in den Aufmarsch rein,
sie sammelte glorreiche Siege ein.
Es stand gegen „Asien“ ein stählerner Damm,
dort fochten Soldaten aus jedem Stamm.
 
Von Nord und Süd aus Europas Land,
wurden zur Ostfront die Kämpfer gesandt.
Doch andere übten verblendet Verrat,
da brachen die Dämme, zu aller Schad’.
 
Und es fing ein Metzeln und Morden an,
wie es seit Dschingis-Khan keiner getan.
Ganze Landstriche wurden der Leute leer -,
Tartaren im Trümmer- und Tränenmeer.
 
Zum Fleischwolf die „Rote Armee“ gedieh,
ohne Moral sinkt der Mensch zum Vieh.
Wie Freiwild werden die Frauen gehetzt,
nach Lustgewinn ihre Leiber zerfetzt.
 
Die Furien feixen im Folter-Spaß,
ganze Städte werden der Wölfe Fraß.
Und wer überlebte, trotz Mord-Konzept,
wird nach Sibirien als Sklave verschleppt.
 
Der Schändungsorgien Art und Beginn,
erfuhren die Menschen auch in Demmin.
Es rollen heran, Angst, Grauen und Not,
1.000 Menschen geben sich selbst den Tod.
 
Das wurden die Marken von „Asiens“ Spur,
ich nenne Katyn und Nemmersdorf nur.
Dass „Asien“ allein bis zur Elbe drang,
dankt Europa dem deutschen Opfergang !
 
Warum ist es wichtig, dass keines vergisst,
was Teil der Menschheitsgeschichte ist ?
Der mahnenden Warnung ist nie zu viel,
zur höheren Art, sei das ewige Ziel !
 
 

Hier liegt keine umfassende Betrachtung über den Krieg im Osten vor, damit wäre ich überfordert, weite Bereiche der Historie bleiben unbesprochen, besonders jene über die die heutigen Medien ausführlichst unterrichten. Ich gebrauche in vorliegenden Versen den Begriff „Asien“ nur in Anführungszeichen, weil „Asien“ nicht im streng geographischen Sinn, sondern als Metapher dafür stehen soll, was sich im Westen Europas seit Jahrtausenden durch leidvolle Erfahrungen eingeprägt hat, nämlich die Invasionsgefahr aus den asiatischen Steppengebieten. In dieser Tradition stand die Weltkrieg I. auslösende zaristische panslawistische Aggression in Richtung Westen, wie auch der zum Weltkrieg II. führende Versuch des bolschewistischen Russland - unter dem gepredigten Vorwand der Weltrevolution - Europa zu unterjochen, wie es Lenin geplant und Stalin unternommen hat. Unbestreitbar hat der Nationalsozialismus, der als parteiliche Volksbewegung aus dem Impuls der Kommunismusabwehr erstarkte, zunächst Deutschland, und dann durch den militärischen Schachzug gegen Sowjetrussland, Europa - vielleicht die Welt - vor der Bolschewisierung gerettet. Die sachlichen Informationen darüber sind heute jedem zeitgeschichtlich Interessierten zugänglich. Viktor Suworow, der ehemals hochrangige Offizier des sowjetischen militärischen Geheimdienstes „GRU“, informierte in seinem Werk „Der Eisbrecher - Hitler in Stalins Kalkül“, über die Kriegspläne Stalins gegen das Deutsche Reich. Stalin ging davon aus, dass Hitler, durch die Angriffe der Westmächte, zu Kriegshandlungen gezwungen sein würde, die sowohl ihn, wie auch die Angreifer selbst, derart schwächen würden, dass Russland das Deutsche Reich einfach überrollen und Europa für die Ausgangsstellug zur Proletarischen Weltrevolution in Besitz nehmen könnte. Hitler war dabei die Rolle als „Eisbrecher der Revolution“ zugedacht. Ebenso beschreibt der polnische Autor Prof. Bogdan Musial in „Kampfplatz Deutschland - Stalins Kriegspläne gegen den Westen“ die politischen Entwicklung bis zum Weltkrieg II.. In sei­ner Rede vom 19.08.1939 (Moskauer Sonderarchiv, Dok. Nr. F.7/op.1/d.1223) argu­mentierte Stalin für einen Angriffskrieg mit dem Zweck der Bolschewisierung Deutschlands und Westeuropas. Die konkreten Einsatzpläne gegen Deutschland unterzeichnete Stalin am 28.01.1940 und Churchill in der ersten Februarwoche. Nach einem von Marschall Tuchatschewski vorgelegten Plan, sollten von 50.000 Panzern und 40.000 Flugzeugen, unter Mitwirkung chemischer Kampfmittel in gewaltigen Mengen, der Weg durch Deutschland freigeschlagen werden. Am 13.06.1941 traten die Vorbereitungen der Roten Armee für die Operation „Gewitter“ in ihre letzte Phase ein. Annähernd 4,7 Mio. Soldaten, zu­sammengefasst in 13 Heeresgruppen mit ca. 21.000 Panzern (andere Quellen gehen von 30.000 aus), setzten zum Sprung an, ihr Marschziel sollte der Atlantik sein; Angriffstermin war der 06.07.1941. Der Historiker Musial spricht von der „größten Invasionsarmee aller Zeiten“, welche entlang der russisch-deutschen Grenze aufgebaut worden war. Die deutsche Wehrmacht hieb ab dem 22.06.1941 ihren Präventivschlag gegen diesen roten Koloss, welcher sich anschickte, Europa unter sich zu zermalmen.

 

Der deutsche Abwehrschlag wurde in eine aufmarschierte Rote Armee getan, die im Begriff stand, Europa bis zum Ärmelkanal aufzurollen. Die Wehrmacht kam dem sowjetischen Angriffstermin um etwa 14 Tage zuvor. Bekanntlich kämpften, Seite an Seite mit den Kameraden der deutschen Wehrmacht, Freiwilligenverbände aus allen Teilen Europas gegen den russischen Bolschewismus, im Abwehrwillen, angeregt von der Angst vor der propagierten kommunistischen Weltrevolution mit ihren unmenschlichen Begleiterscheinungen. Die „Kommunistische Internationale“ (Komintern) war ein internationaler Zusammenschluss der kommunistischen Parteien zu einer weltweiten Organisation, deren Ziel die proletarische Weltrevolution war. Sie wurde erst 1943 von Stalin aufgelöst, um für die USA und Großbritannien verhandlungsfähig zu werden. Die von der sowjetischen Führung angeordneten massenmörderischen Untaten, zusammen mit einer zur Zucht- und Zügellosigkeit angeregten russischen Soldateska, brachten über ganz Osteuropa namenloses Leid und Verwüstungen im erschreckenden Ausmaß bzw. weite buchstäblich ausgemordete uralte Kulturgebiete. Einer unmenschlichen Kriegsführung bediente sich die sowjetische Armee vom ersten Tage des Krieges an, mit den z.B. bestialischen Folterungen bzw. Verstümmelungen von Gefangenen. Diese grausamen Methoden, die im russischen Bürgerkrieg zwischen den „Weißen“ und „Roten“ gang und gäbe waren, wurden ebenso gegen äußere Gegner geübt, wie beim Überfall auf die Balischen Länder und beim Angriff auf Polen, wo während der Massaker von Katyn, zwischen dem 3.04.-19.05. 1940 etwa 4.400 polnische Offiziere und ca. 25.000 Berufs- oder Reserveoffizieren, Polizisten und anderen Staatsbürger durch Genickschüsse umgebracht worden sind. Was dann beim Einmarsch der Russen in Ostdeutschland geschah übertraf alles bis dato Denkbare.

 

Die russischen „Soldaten“ erhielten Raub-, Frauenschändungs- und Ermordungsfreiheit -, alle Deutschen wurden zum Freiwild erklärt. Der christlich eingestellte Chirurg Hans Graf v. Lehndorff (1930-1987) erlebte das Grauen in Königsberg und Ostpreußen hautnah, weil er von den Russen als Arzt gebraucht wurde. Er schrieb die fürchterlichen Erlebnisaufzeichnungen: „Ostpreußisches Tagebuch - Aufzeichnungen eines Arztes aus den Jahren 1945-1947“. Er schrieb an einer Stelle: „Das hat nichts mit Rußland zu tun, nichts mit einem bestimmten Volk oder einer Rasse - das ist der Mensch ohne Gott, die Fratze des Menschen.“ Ich stimme v. Lehndorff zu, wenn ich auch eine etwas andere Vorstellung von Gott und Religion habe. Über 20 Millionen Deutsche wurden in Europa und aller Welt aus ihren angestammten Heimatorten verjagt, davon über eine Million in Arbeitslager verschleppt, Hunderttausende in der ganzen Welt interniert. Was den osteuropäischen Frauen und insbesondere den deutschen angetan wurde, zeigte Literaturnobelpreisträgers Alexander Solschenizyn im „Archipel Gulag“ (Kap. 1) mit dem Satz auf: „Ja ! Nach drei Wochen Krieg in Deutschland wussten wir Bescheid: Wären die Mädchen Deutsche gewesen - jeder hätte sie vergewaltigen, danach erschießen dürfen, und es hätte als kriegerische Tat gegolten ….“ Der sowjetische Propagandist Ilja Ehrenburg hatte die vorrückenden Rotarmisten zur systematischen Vergewaltigung deutscher Frauen aufgerufen: „Brecht mit Gewalt den Rassenhochmut der germanischen Frauen ! Nehmt sie als rechtmäßige Beute !“ Realistische Schätzungen gehen von bis zu zwei Millionen Vergewaltigungsopfern aus, mindestens 240.000 von ihnen überlebten das Verbrechen nicht. Gesichert ist, dass Rotarmisten auf dem Vormarsch von der Ukraine nach Berlin unzählige Frauen missbrauchten, nicht nur Deutsche, sondern auch Polinnen, Ungarinnen und Slowakinnen. „Vergewaltigungen traten überall auf, wo die Rote Armee über Feinde herfiel“, führt die englische Historikerin Catherine Merridale in ihrem Buch „Iwans Krieg“ aus. Die Sowjettruppen führten sich in den Ländern, die sie von den Nazis „befreiten“, ebenfalls wie Barbaren auf, sie mordeten, plünderten und schändeten im Baltikum genauso wie auf dem Balkan, und als sich der jugoslawische Kommunist Milovan Djilas bei Stalin beschwerte, fragte der, was denn schon dabei sei, wenn sich ein Soldat „mit einer Frau amüsiert …“ Nach der Einnahme Budapests im Februar 1945 wurden ungarische Mädchen massenhaft in sowjetische Quartiere verschleppt, mehrfach vergewaltigt und einige auch getötet. Marodierende Rotarmisten überfielen das Gebäude der schwedischen Gesandtschaft und vergingen sich an den Frauen darin, ungeachtet ihrer Nationalität. „Von Budapest bis Pilsen eine breite Spur von Vergewaltigung und Mord“, schreibt der Historiker und Stanford-Professor Norman M. Naimark. Die Frauen der polnischen Verbündeten blieben nicht verschont. „Viel schockierender für Russen aber ist, dass Offiziere und Soldaten der Roten Armee sich auch an ukrainischen, russischen und weißrussischen Frauen und Mädchen vergriffen, die aus deutscher Zwangsarbeit befreit wurden“, notiert der englische Historiker Antony Beevor in seinem Buch „Berlin1945: Das Ende“. Bei der Entschuldigungsbehauptung, die Deutschen Frauen wären für die unterstellten Taten ihrer Männer bestraft worden, handelt es sich um eine später erfundene Lüge der Umerzieher in Ost und West. Von den vertierten Horden wurden nämlich unterschiedslos Kommunistinnen und von Deutschen versteckte Jüdinnen in Berlin genau so geschändet wie deutsche Frauen und Mädchen. Der Rachegedanke mag bestenfalls die bestialische Triebhaftigkeit enthemmter Männerhaufen noch sanktioniert haben.

 

Der Name des Ostpreußischen Dorfes Nemmersdorf steht als grauenhaftes Beispiel für sowjetische Kriegsverbrechen. In dem von Russen überrannten und wiedererorberten Nemmersdorf und anderen Ortschaften Ostpreußens häuften sich die schrecklichen Beweise für eine völkerrechtswidrige Kriegführung der Sowjets gegen die Zivilbevölkerung. Die Wehrmachtsoldaten, die Nemmersdorf nach kurzer russischer Besetzung erneut betraten, fanden in einem behelfsmäßigen Unterstand etwa zehn tote Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder. Weitere Tote wurden in den Häusern entdeckt. Die Zahlen in den ersten Berichten schwanken um 25 Tote. Einige Gesichter von Ermordeten waren geradezu zu Brei geschlagen. Auf dem schrecklichsten Foto ist eine lange Reihe von toten Frauen und Kindern zu sehen. Bei allen Frauen waren die Röcke hochgeschoben, teilweise die Unterwäsche heruntergerissen. Als im Oktober 1944 die ersten Verbände der Roten Armee deutsches Reichsgebiet betraten, „hub ein Rauben, Morden, Schänden und Metzeln an, das auch neutralen Betrachtern die Vorstellung der altmongolischen Horde einflößte“, schreibt der Berliner Historiker Jörg Friedrich.

 

Der höchst unverdächtige Zeitzeuge Heinrich Graf von Einsiedel, der mit anderen vom „Nationalkomitees Freies Deutschland“, zu Anfang 1945 als Frontpropagandist die in Ostpreußen einfallende Rote Armee begleitete, sah wie sowjetische Soldateska Städte und Dörfer niederbrannte, „Gefangene und Zivilisten erschießen, Frauen vergewaltigen und Lazarette mit dem Kolben in ein Totenhaus verwandeln…. eine Vernichtungsorgie erlebt, wie sie noch kein zivilisierter Landstrich über sich hat ergehen lassen müssen. Nur wenige können die Tränen zurückhalten, wenn sie hiervon erzählen. Ich habe immer Angst vor dem Tage gehabt, an dem die Rote Armee kämpfend deutschen Boden betreten würde. Aber was sich hier abgespielt hat, übersteigt alles, was ich in meinen pessimistischen Stunden für möglich gehalten habe.“ Das Bundesarchiv, so referiert Manfred Zeidler in seiner Monographie über „Das Kriegsende im Osten“, schätzt die Zahl der unmittelbar beim Einmarsch Ermordeten auf mindestens 90.000 bis 100.000 Tote. Basis dafür bilden die hochgerechneten Daten aus 455 ostpreußischen und 432 pommerschen Landgemeinden.

 

In den letzten Kriegsmonaten und unmittelbar danach lief eine Selbstmordwelle durch Deutschland. Nicht allein Funktionsträger des Staates und natürlich die Elite suchte zum Kriegsende den Tod, vielmehr wurde der Selbstmord zu einem deutschen Massenphänomen, weil zahllosen Menschen eine Nachkriegsexistenz als versklavtes Volk unerträglich erschien. Dies gilt vor allem in den Gebieten östlich der Elbe. Entlang der östlichen Frontlinie und überall dort, wo die Rote Armee anrückte, nahmen sich Zehntausende Deutsche das Leben. Die erlebten Brutalitäten der Roten Armee in Gestalt von Plünderungen, Vergewaltigungen und willkürlichen Erschießungen waren kaum zu ertragen. „Für die Russen waren wir jetzt Freiwild“, erinnerte sich Beispielsweise die Berlinerin Eva Schliep an die ersten Tage nach der Besetzung Berlins, „der grenzenlose Hass auf die Deutschen …machten uns das Leben zur Hölle.“ Im April 1945 gab es in Berlin fünfmal mehr Suizide als in den Jahren davor. Laut manchen Schätzungen vergewaltigten sowjetische Soldaten jede zehnte Berlinerin, nach dem Eindruck einer sehr rationalen Augenzeugin dagegen fast jede zweite. Besonders war die Vorpommersche Kleinstadt Demmin von der Selbstmordbereitschaft betroffen. Der Historiker Florian Huber versuchte sich darüber ein Bild zu machen. Sein Buch „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ schildert wie Großmütter und Mütter aus Angst vor den marodierenden Rotarmisten ihre Kinder und Enkelkinder töteten; ganze Familien und Hausgemeinschaften gingen in den Tod. Es war der größte Massenselbstmord der Geschichte. Innerhalb von drei Tagen töteten sich Tausende selbst: Einheimische und Flüchtlinge, Männer und Frauen, Alte und Junge. Die Menschen gingen ins Wasser, erhängten sich am Dachbalken oder griffen zur Pistole. Diese Massenselbstmorde geschahen nicht aus einem angeblichen Schuldbewusstsein der Deutschen, wegen der heute jedermann bekannt gemachten „Nazi-Untaten“, davon kann keine Rede sein, denn davon war den Menschen nichts bewusst. Auch der an der Ostfront eingesetze junge Leutnant Helmut Schmidt war völlig ahnungslos. In einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erinnerte sich Altkanzler an das Kriegsende 1945. Als Deutscher mit einem halbjüdischen Vater sei er schon während des Krieges kritischer eingestellt gewesen als die Mehrheit. Dass die Nazis die Juden als Gegner sahen, war ihm daher schon bewusst gewesen, aber von der „Vernichtung der Juden während des Krieges“ habe er nichts gewusst. Davon habe er erst „in der Kriegsgefangenschaft ein bisschen und im Wesentlichen danach, in den folgenden Jahren“ erfahren. (Focus online vom 29.04.2015) Die These, die Rotarmisten hätten ihre Untaten quasi aus dem berechtigten Gefühl der Rache an Deutschland begangen, ist nicht haltbar. Vergewaltigt und ermordet wurde beim Rotarmistenvormarsch wahllos. Mongolische und sibirjakische Einheiten, welche nie einen Schaden durch Deutsche erlebt hatten, führten sich nicht anders auf als wie echte Russen. So arg kann eine Vergeltungssucht auch nicht geherrscht haben, traten doch Hunderttausende freiwillig in deutsche Dienste. In zahllosen Berichten von Wehrmachtsangehörigen werden die sogenannten russischen „Hilfswilligen“ bzw. „HiWis“ beschrieben, die sich zum Großteil aus antikommunistischen Überläufern rekrutierten. Ohne ihren opferwilligen Einsatz wäre der Krieg in Osten, wegen der katastrophalen Ausfälle an Mannschaft und Gerät, seit etwa 1943 gar nicht mehr möglich gewesen. Diese russischen Kameraden werden als tüchtige Helfer beschrieben und gelobt; ihre Zahl belief sich schätzungsweise von mehreren Hunderttausenden bis zu einer Million. Auch ein „XV. Kosaken-Kavallerie-Korps“, sowie die sog. „Russische Befreiungsarmee“, unter dem Oberbefehl von Generalleutnant Andrei Andrejewitsch Wlassow, waren bereit, gegen das Sowjetregime und den Stalinismus zu kämpfen.

 

Miriam Gebhardt verfasste das Buch „Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs“ In ihrer Studie untersucht sie die sexuelle Gewalt am Ende des Zweiten Weltkriegs. Gebhardt spricht von Vergewaltigungen deutscher Frauen 1944/45, und zwar für alle Besatzungszonen. Interessant ist die These der Autorin: Fast ein Viertel der von ihr angenommenen 860.000 sexuell motivierten Verbrechen, mindestens 190.000, seien von amerikanischen Soldaten begangen worden. Also von jenen Männern, die in den Lizenzmedien seit Kriegsende als „Befreier“ gepriesen werden, die Kindern Schokolade schenkten und trotz Fraternisierungsverbot bald von hungrigen deutschen „Frolleins“ angebettelt wurden. Dieser Aspekt wurde bislang systematisch verschwiegen. Quellenfündig wurde die Autorin unter anderem in den Berichten oberbayerischer Priester über den Einmarsch von US-Truppen, die sogar publiziert sind. Stadtpfarrer Alois Schiml berichtete von der Kleinstadt Moosburg in Bayern wie GIs mit vorgehaltenen Waffen in Häuser eindrangen, die Männer zwangen zu gehen, um dann über die Frauen herzufallen. Manche Mädchen sprangen vor Panik aus oberen Stockwerken auf die Straße und verletzten sich. In der Kirche wurde eine Zufluchtsstätte für verzweifelte Frauen eingerichtet. Der amerikanische Ortskommandant von Moosburg ordnete an, dass an die Tür jedes Hauses eine Liste der Einwohner mit Alter angehängt werden musste. „Wie diese Verfügung sich auswirkte, lässt sich leicht denken“, schrieb der Pfarrer weiter: „Siebzehn Mädchen und Frauen, von Negern einmal oder mehrmals missbraucht, werden ins Krankenhaus eingeliefert.“ Der US-Kriminologe J. Robert Lilly kam aufgrund einer sehr geschönten Hochrechnung zugunsten der Alliierten auf 11.000 Fälle derartiger Gewalttaten, die beim Einmarsch der westlichen Truppen in Deutschland geschehen sind. Auch die US-Truppen benahmen sich nicht nur im unterworfenen Deutschland derartig. Im August 1945 verfasste der Bürgermeister von Le Havre einen Brandbrief an die amerikanischen Kommandeure in der Hafenstadt, durch die Zehntausende GIs in Richtung Heimat verschifft wurden. Es müsse sofort außerhalb der Stadt ein Bordell eingerichtet werden, schrieb der wütende Mann, da sich Tag und Nacht und vor den Augen von Kindern Szenen abspielten, „die gegen jeden Anstand verstoßen“. Sexuelle Akte, öffentliche Trunkenheit, Unfälle mit Jeeps, so hatte ein Bürger in seiner Beschwerde geschrieben, errichteten ein „Terrorregime von Banditen in Uniform“. (Mary Louise Roberts: „What Soldiers Do - Sex and the American GI in World War II France”)

 

Auch die Begegnungen mit den französischen Besatzern verliefen grauenvoll. Sie verbreiteten in den ersten Tagen und Wochen vor allem mit ihren Kolonialtruppen Furcht und Schrecken: Vergewaltigungen von Frauen, Wegnahme von Lebensmitteln, Abtransport von Maschinen und Kahlschläge in den Wäldern. Die Zeitzeugen berichten von Plünderungen, Verwüstungen und Vergewaltigungen. So auch in Karlsruhe und Umgebung. In Neuburgweier wurde das ganze Dorf gezwungen, die Häuser zu verlassen und am Ortseingang mit erhobenen Händen zu warten. Vor der Einwohnerschaft knieten französische Besatzungssoldaten, die Maschinengewehre auf die verängstigten Frauen, Kinder, Alten und Schwerkranken gerichtet. „Schlechte Erinnerung an die [...] Besatzungsmacht, da französische Soldaten immer wieder in Häuser eingedrungen sind, um die eh schon knappen Lebensmittel zu plündern. Dem Vater wurde angedroht, er werde auf der Stelle erschossen; der Mann wollte die Nachbarin vor der Vergewaltigung durch französische Soldaten schützen. Er war zu diesem Zeitpunkt 72 Jahre alt.“ In Weingarten/Baden wurde wahllos in die Keller geschossen, weil sich dort die Menschen versteckt hielten. Eine junge Frau aus Pforzheim: „Verbrachte die meiste Zeit im Keller, da keine Frau vor den Marokkanern sicher war.“ Bericht einer Frau aus Karlsruhe / Bismarckstraße: „Am Abend des 4. April kamen Marokkaner in unsere Häuser und vergewaltigten die Frauen. Wir waren wehrlos gegen sie. Große Angst vor diesen. Die Marokkaner schossen in der Stadt herum und machten sich so die Frauen gefügig. Die Marokkaner haben von den Franzosen versprochen bekommen, dass sie sich dann deutsche Mädchen nehmen könnten. Man hörte aus den Fenstern die Frauen schreien, doch man konnte sich nicht wehren. Erst nach drei, vier Wochen wurde dies unterbunden.“ In den Erinnerungen von Zeitzeugen wurde immer wieder erzählt, dass den französischen Mannschaften, die überwiegend aus Nordafrikanern bestanden, für 48 Stunden zum Schänden freigegeben worden war. Dass die Franzosen auch in Ottenheim furchtbar gehaust und es zu Vergewaltigungen kam, ist unbestritten und wird in einem Bericht des späteren Ottenheimer Bürgermeisters Alfred Fertig an den Lahrer Landrat Wimmer bestätigt: „Unsere Frauen hatten durch marokkanischen Angehörige der französischen Besatzung viel zu leiden. Vielfach wurden sie Opfer von Vergewaltigungen durch farbige französische Soldaten.“ Bei der französischen Einnahme von Stuttgart und Pforzheim kam es zu Massenvergewaltigungen. Im württembergischen Freudenstadt missbrauchten französisch-marokkanische Besatzungssoldaten Bewohnerinnen des Ortes tagelang. - So wird erkennbar, dass die Massenschändungen der Roten Armee nicht ganz so einzigartig dastehen, auch seitens der westlichen Kriegsgegner gab es Verbrechen, die in solchen Größenordnungen im deutschen Heere völlig undenkbar waren. Männer, die sich dergestalt vergingen, landeten, wie mir Zeitzeugen berichtet haben, in Straf- bzw. Bewährungsbataillonen. Wie Landser mitteilten, fuhren den in Städte einrückenden deutschen Truppen Kradmelder voraus, welche Schilder mit folgender Beschriftung anbrachten: „Wer plündert wird erschossen !“

Pin It