CASPAR DAVID FRIEDRICH

 
 
CASPAR DAVID FRIEDRICH
 
Marder fauchen, Hunde bellen,
Heuchler falsche Fragen stellen,
 „Was sei deutsch“ wird da geraunt,
eine Frage die erstaunt.
 
Deutsche Männer, deutsche Frauen,
deutscher Geist in deutschen Gauen
haben oft sich offenbart,
kein Bekenntnis aufgespart.
 
Denker, Dichter, Maler, Meister,
jeder Werdegang der Geister,
war ein Ruf aus deutscher Regung,
ein Bekenntnis eigener Prägung.
 
Wer will deutsche Art beschauen,
darf den deutschen Malern trauen:
Naturverbunden, ernst und friedlich,
wie der Caspar David Friedrich.
 
Wie sich Deutschlands Seele regte,
auch des Malers Kunst bewegte.
Wer begreift von den Begaffern
Friedrichs Bilder als Metaphern ?
 
Aus der Knechtschaft die Befreiung,
gegen Sklaven-Sinn die Feiung.
Deutsche Einigkeits-Gewinnung,
war des Maler-Fürst’s Gesinnung.
 
Er durchschritt der Heimat Lande,
Fels und Wald und Ostseestrande.
Er begriff echt-deutsches Fühlen,
fern der Städte Todes-Mühlen.
 
Damals welkten deutsche Rosen,
drüber trampelten Franzosen,
raubten deutsches Land und Gut,
und verspritzten deutsches Blut.
 
Wem die tiefsten Fragen reifen,
deutsche Sehnsucht zu begreifen,
hört aus jeder deutschen Innung
diesen Ruf nach Selbstbestimmung.
 

 

Caspar David Friedrich (1774-1840) war ein Maler, Grafiker und Zeichner aus Greifswald in dem damals noch schwedisch annektierten Deutsch-Pommern. Er gilt als der bedeutendste Künstler der deutschen Romantik. In seinen besten Werken werden in revolutionärer Weise die Traditionen der Landschaftsmalerei von Barock und Klassizismus überwunden. Die Motive dieser Bilder vereinigen die ausgewählte Landschaft mit einem tiefempfundenen Gefühl für das Heilige in seiner weiten Erlebnisbreite. Sein Kunststudium an der Kunstakademie in Kopenhagen bei den Lehrern Andreas Weidenhaupt und Johannes Wiedewelt. Im Sommer 1800 erwanderte sich der Naturenthusiast das Elbsandsteingebirge, unternahm ausgedehnte Reisen zu Fuß nach Neubrandenburg, Breesen, Greifswald und der Insel Rügen. Schon 1805 erfuhr er öffentliche Anerkennung, indem ihm ein Preis der Weimarer Kunstfreunde zugesprochen wurde. Nach Überfall und Sieg Napoleons gegen Preußen 1806, lebte Friedrich in Sachsen, in einem mit Frankreich kollaborierenden deutschen Land. Dresden war mehrfach Schauplatz kriegerischer Ereignisse durch die Franzosen und der sich erwehrenden Preußen. Friedrich wurde Anhänger der nationalen Befreiungsbewegung und gelangte, durch das allgemein schlimme Auftreten des französischen Militärs, zu einem fundamentalen Franzosenhass. Seine nationale freiheitliche Gesinnung teilte er in Dresden mit befreundeten Patrioten wie Heinrich von Kleist Ernst Moritz Arndt und Theodor Körner. Friedrich, selbst zu alt für den aktiven Widerstand gegen den Diktator Napoleon, beteiligte sich 1813 an der Kriegsausrüstung seines Freundes, des Malers Georg Friedrich Kersting für den Dienst bei den „Lützowschen Jägern“, womit er sich in seinem vaterländischen Eifer finanziell verschuldete. 1824 wurde der Maler zum außerordentlichen Professor an der Dresdner Akademie ernannt. Die politischen Enttäuschungen dieser Zeit der Restauration - die mit heutigen Zuständen gut vergleichbar sind - mit Pressezensur, Gesinnungsterror, Bespitzelungen, Intrigen an der Akademie verbitterten Friedrich. Seine Kunst blieb der einzige Freiraum in dem er seine vaterländische Haltung zum Ausdruck bringen konnte. Das Gemälde  „Huttens Grab“  ist solch ein Bekenntnisbild. Die Heldennamen die er auf den Sarkophag schrieb, weisen seine lauteren Ideale aus: Jahn, Stein, Arndt, Görres. Friedrich starb schon mit 65 Jahren in der Kunststadt Dresden.

Bild: Vom Maler Gerhard von Kügelgen (1772-1820)

 

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