TURBOJÄGER

 
 
 
TURBOJÄGER
 

Im Turbo-Jäger von Messerschmitt,
erlebt’ der Pilot seinen Himmelsritt -;
Träume vom Fliegen wurden geliebt,
es war so als ob die Walküre schiebt.

Ein Flieger mit dem Strahltriebschub,
vollbringt den tollen, rasenden Hub,
auf Pfeilflügeln gleitet er steil hinauf,
wie ein himmlischer Geparden-Lauf.

Es drohte des Feindes Bomber-Macht
da hat W. Voigt den Vogel erdacht’,
F. Wendel flog ihn in Leipheim ein,
das sollte die erste Erprobung sein.

Es folge der Bau von einigen Hundert,
feindliche Bomber waren verwundert.
Die Me-262 war ein Wunder-Gigant,
man hat sie auch Wunderwaffe genannt.

Der Walter Nowotny, ein Jagdpilot,
fand als Fliegerass seinen Heldentod;
er war als „Tiger vom Wolchowstroj“,
dem Fahneneid bis zum Ende treu.

Als erster Kommodore der Düsen-Jagd
sein Tatenruhm unvergänglich ragt -;
mehr als 258 Feindflieger schoss er ab,
dann stürzte er in sein Soldaten-Grab.

Der Krieg ist aus, doch rühmlich bleibt,
wer heldenhafte Geschichte schreibt.
Armselig der Wicht der die Ehre raubt
und Lorbeer von der Gefallenen Haupt.

 

Die „Messerschmitt Me 262“, war eine Entwicklung der „Messerschmitt AG“ in Augsburg. Es handelt sich um das erste in Serie gebaute Flugzeug mit Turbo-Antrieb bzw. Strahltriebwerken. Das Entwicklungsprojekt des ersten strahlgetriebenen Flugzeuges erhielt die Bezeichnung „P 1065“, Projektleiter war Ingenieur Woldemar Voigt. Am 18.07.1942 gelang Messerschmitt-Chefpilot Fritz Wendel vom Fliegerhorst Leipheim aus mit der „Me 262 V3“ der erste Flug ausschließlich mit Strahltriebwerken. Von 1943 bis Kriegsende wurden 1.433 Exemplare der zweistrahligen Maschinen gebaut, von denen ca. 800 bei der Luftwaffe zum Einsatz kamen. Die „Me 262“ mit ihren Pfeilflügeln, der quasi Überschallgeschwindigkeit, Maschinenkanonen „MK 108“, den 24 ungelenkten „R4M-Raketen“, 73-mm-„Föhn-Raketen“, drahtgesteuerten  „X-4-Raketen“, selbstabdichtenden Kraftstofftanks, nachtjagdtauglicher (radioaktiver) Leuchtfarbe der Skalen und Zeiger, war seinerzeit das modernste Flugzeit weltweit. Am 26. Juli 1944, wurde die „Me 262“ im Kampf benutzt, als es ein britisches Moskito-Aufklärungsflugzeug hoch über München abschoss. Es war die „Me 262 A-1a Weiße 4“ mit der Werknr. 130017 und wurde von Lt. „Bubi“ Alfred Schreiber geflogen. Major Walter Nowotny erhielt einige diese Jagdflugzeuge für ein Spezialkommando, mit dem er vom Fliegerhorst Achmer bei Osnabrück Einsätze gegen die alliierten Bomberströme flog (gefallen am 08.11.1944). Von Fliegern der sowjetischen Armee hatte der den Beinamen „Tiger vom Wolchowstroj“ erhalten. Trotz der wenigen eingesetzten „Me 262“ stiegen die alliierten Bomberverluste so enorm an, dass am 01.09.1944 General Spaatz, der Oberkommandierende der strategischen Luftstreitkräfte der USA in Europa, nach Washington telegraphierte, dass die tödlichen deutschen Düsenjäger die alliierten Verluste bei ihren Bombenangriffen in unmittelbarer Zukunft untragbar machen könnten. Als auf Führerbefehl der Expertenverband (alle Ritterkreuzträger) „Jagdverband JV 44“ (in 11 Wochen 24 Siege bei 3 Verlusten) unter der Führung von Adolf Galland und das „JG 7“ unter Johannes Steinhoff aufgestellt wurden. Eine korrekt geflogene „Me-262“ war praktisch durch ihren Geschwindigkeitsvorteil allein durch Zufallstreffer oder während der langsamen Start- u. Landephase abzuschießen. - Im Februar 1944 wurde Walter Nowotny zum Kommodore des „JG 101“ ernannt. Er war weltweit der einzige Jagdflieger der 258 bestätigte Luftsiege errang (in 421 Einsätzen) und wurde Träger des „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten“. In den Jahren 2003 und 2011 wurde W. Nowotnys Grab von unbekannt gebliebenen Tätern geschändet.

Bilder: Me-262 im Einstz gegen US-Langstreckenbomber - zerstörte Innenstadt von Köln

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