MONGOLEN

 

MONGOLEN

Männer zu Pferde, wir sind Mongolen,
wollen uns Schätze und Weiber holen !
Reiten -, reiten -, in alle Weiten -,
die Welt ist ein gedeckter Tisch,
wir schmausen dran, unweigerlich !
 
Männer der Horde, wir Drachenkrieger,
Schlachtgesänge sind unsere Lieder.
Narben -, Narben -, schmutziggelbe Farben,
Augenschlitze in platten Teufelsfratzen -;
unsere Fäuste gleichen Tigertatzen !
 
Männer und Säbel glauben ein Glück,
den Gegner zerschlagen, Stück um Stück !
Jagen -, jagen -, zu allen Tagen,
über die Steppen und fruchtbares Land,
werfen wir Feinde in den Sand !
 
Männer beherrschen Bogen und Pfeile,
Geschosse erwirken das Töten in Eile.
Fliegen -, fliegen-, Pfeilwolken siegen -,
Hornbögen in Mongolenfaust -,
ein Anblick, dass es Herzen graust !
 
Männer im Rauben -, wölfische Rotten,
Dämonen entstiegen höllischen Grotten.
Morden -, morden -, in allen Akkorden -,
fröhlich macht rinnendes Feindesblut,
nichts übersteigt die mongolische Wut !
 
Männer, der Dschingis ist unser Khan,
wies uns das Lebens als Krieger an.
Fechten -, fechten -, wir, die Gerechten -;
wer siegt gilt als von Göttern gelenkt,
der Himmel hat uns die Erde geschenkt !
 
Männer -, Temudschin gab dieses Wort,
die größte Lust ist Krieg und Mord !
Treiben -, treiben -, niemals verbleiben -,
fremde Frauen zur Wollust zwingen,
reiten, rauben, saufen und singen !
 
Männer -, Mongolen sind höheren Blutes,
ernten die Früchte männlichen Mutes !
Nur töten -, töten -, das ist vonnöten;
schindet die Leute, schleift ihre Mauern,
lasst nur keine Rächer überdauern !
 
Männer brauchen Wälder und Weiden,
sich Speere und Pfeile zuzuschneiden.
Rüsten -, rüsten -, frönt den Gelüsten -;
verwüstet die Weiler damit dort werde,
das nötige Grasland für unsere Pferde.
 
Männer -, des Reiches Groß-Khan ist tot,
drum bringt allen Wesen die Todesnot !
Schweigen -, schweigen -, im blutigen Reigen -;
alles soll sterben zur Trauer-Reise -,
das ist mongolische Andachtsweise !
 
Männer von heute, ihr möget spotten,
es heerten bis Liegnitz Mongolenrotten.
Schlafen -, schlafen -, Dummheit von Schafen !
Im Osten droht ewig die Steppenmacht,
seid wahrhaft ihr wach und auf der Wacht ?

 

 

Dschingis Khan (1162-1227), war er einer der grausamsten und mächtigsten Herrscher der Geschichte. Seine Kämpfer nannten sich Mongolen, d.h. „Drachenkrieger“. Dschingis Khan: „Glück bedeutet, seine Feinde zu vernichten, sie vor sich herzutreiben, sie ihres Reichtums zu berauben, ihre Verwandte in Tränen aufgelöst zu sehen, ihre Pferde zu reiten und auf den weißen Bäuchen ihrer Frauen und Töchter zu schlafen.“

 

Nach dem Tod des Khans i.J. 1227 war die prunkvolle Leichen-Karawane wochenlang unterwegs und hinterließ überall Spuren des Todes. Ausnahmslos alle Lebewesen die ihr zufällig begegneten, jeder Jäger, Viehhirte, Frau und jedes Kind wurden getötet. Marco Polo, der als erster Westeuropäer das Herrschaftsgebiet der Mongolen bereiste, schrieb als Erklärung dazu: „Es ist üblich, dass diejenigen, welche den Leichnam ihres Khans durch das Land geleiten, alle Personen, die ihnen unterwegs begegnen, erschlagen, indem sie zu diesen sagen: ,Geht hinüber in die andere Welt und dient dort eurem verstorbenen Herrn.’ Denn sie glauben, dass alle, die auf diese Weise getötet werden, wirklich seine Diener im Jenseits werden. Ähnlich verfahren sie mit den Reitpferden des Khans.“

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