25.11.2021
 
ROSENKNOSPENKNÖPFE
 
Wir Männer alle sind derart fixiert,
dass jeder nach den Damen stiert,
bei ihnen wird der Mann zum Stier,
sie gelten ihm als Haupt-Pläsier.
 
Verfallen ist er den Geschöpfen
mit den drei Rosenknospenknöpfen,
mit ihren sahneweichen Häuten
und jenem Blick von Engelsbräuten.
 
Wer je das Rüschenhemdchen hob,
verzückt sich am Kaleidoskop,
das still so wie ein Waldquell‘ ruht,
beim Anblick gleich zum Laben lud.
 
Da nässen Augen sich und Zungen,
manche Herzen sind zersprungen.
Dies‘ Bild vermittelt jedem Mann:
„Jetzt kam ich im Nirwana an !“
 
Verzückt zupft er an Tüllgardienen,
rund um ihn summen Honigbienen.
Der Göttin Süße darf er schauen,
seiner Aphrodite gespaltene Auen.
 
Und wer das Kaleidoskop erblickt,
den Blick in Zauberwelten schickt,
dem tanzen Farben-Formen schier,
er fühlt der Gottheit Schöpfer-Gier.
 
Das ist ein Blick zum Schoß der Welt,
aus dem sich alles Glück erhält.
Drei Rosenknospenknöpfe glüh‘n,
das Weib liebt Ritter, seid nur kühn !
 
Drei Dinge brauchen Mann wie Weib,
außer der ird‘schen Freud‘ am Leib:
Die Liebe, Treue, die Glaubenskraft
und feurigen Blutes lebendiger Saft.
 
„Die gespaltenen Auen der Aphrodite“ (griech. Liebesgöttin) war ein antiker halbscherzhafter Sinnspruch für die Umschreibung der Vulva.