LÜGEN-LIEBE

 

 

LÜGEN-LIEBE

Die Lüge ist hässlich, das Weib ist schön,
wie
nur kann beides zusammengeh’n ?
Und doch und doch, das Weib kann lügen,
wie jedweder Strolch kann es betrügen.

Unsere Liebe war groß und echt und rein,
Du sagtest, Du liebst -, und ich war Dein.
Ich gab mich Dir hin mit Haut und Haar,
nie im Leben war meine Liebe so wahr !

Doch Du hast gelogen von Anfang an,
Du täuschtest, wie’s eine Frau nur kann -,
mit Deinen Augen, so klar und so schön,
hast Du betörend mich angeseh’n.

Deinen roten Lippen hab’ ich vertraut,
ich glaubte der Worte zärtlichen Laut -;
wie kann nur ein Wesen so zart und fein,
voll falscher Gedanken und Gesten sein ?!

Das ist es was Männer erschrocken macht,
die Frau ist ein Engel zur Liebesnacht,
doch des Tages kann sie ein Teufel sein,
und meisten ist sie wohl keines allein.

Zwei Wesen durchwalten des Weibes Brust,
das eine sucht den Geliebten zur Lust,
das andere ist selbstsüchtig durchtrieben,
das kann im Spiegel sich selbst nur lieben.

Und es spiegelt im Manne sich das Weib,
über ihn nur erfährt sie von ihrem Leib,
wie begehrenswert, voller Zauber er sei,
das macht eine Frau von Verzagtheit frei.

Mit Deiner Anmut hast Du’s vermocht,
meine Hingabe hattest Du unterjocht,
und es war nur ein Spiel Deiner Eitelkeit,
nie dachtest Du jemals an Männerleid !

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