DIE ZWILLINGE

 

DIE ZWILLINGE

Im Urlaub war’s, vor einigen Jahren,
konnt’ ich ein tolles Glück erfahren;
nicht weit von einem Fischerhafen,
war ich am Sandstrand eingeschlafen.
 
Die letzte Nacht war liebenswert,
doch war ich gänzlich ausgezehrt,
ich hatt’ zu viel gezecht -, getanzt,
die Kraft schien ziemlich ausgefranst.
 
So lag ich da, im tiefsten Schlummer,
träumte genüsslich: Sekt mit Hummer,
auf einem reichen Frühstückstisch -;
anschließend machte ich mich frisch.
 
Dann bummelt’ ich auf nackten Sohlen,
gemächlich rüber zu den Molen -;
das Licht vom nahen Weinlokal,
beleuchtete das Strandstück, schal.
 
Auf einmal stand ich wie gebannt,
als wie von einem fremden Land,
schritten zwei Mädchen auf mich zu -,
die Müdigkeit verflog im Nu.
 
Im Antlitz war’n fast beide gleich -;
die Körper lockten -, fest und weich,
die eine zart -, samtweich von Haut,
die andere wie aus Stahl gebaut.
 
„Buenos días niñas !“, war mein Gruß,
ich hob zum Gehen meinen Fuß -,
da packte schon die Starke mich,
warf mich zu Boden wie ein' Fisch.
 
Sie rissen mir den Stoff vom Leib -,
ich fühlte nur noch Weib und Weib,
kein Stückchen blieb von mir verschont -;
am Himmel grinste frech der Mond.
 
Das war ein glühend heißes Toben -;
wie Eisen hin- und hergeschoben,
im Hammerschlag der Schmiede-Esse,
und unter einer Walzen-Presse.
 
Ein Mädchen saß auf meiner Stirn,
mir kochte längst der Saft im Hirn -;
das andere wand sich um die Rippen -,
ich spürt’ am ganzen Körper Lippen.
 
Bald, unter krampfhaft irren Schreien,
kam es zum Höhepunkt den Zweien -;
sie trollten lachend sich von dannen,
auch ich begann, mich zu entspannen.
 
Ich wachte auf und sah mich um,
still lag der Küstenstreifen, stumm -;
kein einziges Mädchen weit und breit,
nur ich mit meiner Müdigkeit.
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