IRIS, ILGE UND ISIS

 

IRIS, ILGE UND ISIS

Drei Zeichen die Welt-Krone zieren,
über göttlichen Werken und Weisen -
die schönen, schimmernden, schieren -
wer könnte mit Worten sie preisen ?!

Aus Schleiern des Lichtes gewoben,
von farbigen Schemen durchwaltet,
in von Strahlen durchflossenen Roben,
so sind die drei Schönsten gestaltet.

Aus Geschautem und alten Gesängen
mischt sich die Sehnsucht zum Reinsten,
selbst in den Seelen der Strengen,
der Klobigsten wie auch der Kleinsten.

Von der Iris erzählten die Mythen,
aus den Himmeln käm’ sie gezogen,
ihre Botschaft der Götter zu hüten,
im Flug auf dem Irmin-Bogen.

Ihr Symbol ist die glänzende Brücke,
von himmlischer Höh’ zu den Auen,
auf dass sie die Menschen berücke,
den Schwüren der Götter zu trauen.

Jenes Bildnis der Iris als Blume,
die als Ilge und Lilie wir kennen,
mag das Streben aus erdbrauner Krume
im erhebenden Gleichnis benennen.

Der Lilien durchschimmerte Kelche,
die hin zu den Strahlen sich strecken,
sind der weiblichen Formen jedwelche,
die Gebete zur Isis erwecken.

Gar dunkel ist menschliches Leiden,
draus können nur Wesen uns retten,
die im Hellen und Heilen sich kleiden,
aus den mythisch, göttlichen Stätten.

Weißhäutige Maiden, sie wallen,
im Gebot aus der Göttin der Liebe,
gleich, welche Namen erschallen,
in gespendeten Glückes Getriebe.

So schließt sich zum Bunde die Reihe,
Iris, Ilge und Isis sind Dreie !



PS: Schwertlilien - auch Ilgen genannt - sind Lichtflanzen der blonden griechischen Götterbotin Iris, die die Seelen der Verstorbenen entlang einem Regenbogen in das Reich des ewigen Friedens zu führen hatte. Noch heute schmückt man in einigen Kulturregionen mit weißen oder blauen Schwertlilien die Gräber der geliebten Verstorbenen. In der antiken Symbolik galt die Blume Iris zur Überbringerin göttlicher Botschaften und der Regenbogen - der Irminbogen oder die Irminbrücke - als Zeichen der Verbundenheit zwischen dem himmlisch Göttlichen und dem irdisch Menschlichen.

 

Bild: Ausschnitt aus dem Gemälde „Morpheus und Iris“ von Pierre Narcisse Guerin, 1811

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