WIR BRENNEN

 
 
WIR BRENNEN
 
Sie sandte mir ein Stück von sich,
ein Tüchlein das sie trug am Herz –
ich küsst’ es heiß, als sei’s ihr Mund,
das ist kein Spiel, kein Kinderscherz.
 
Sie schenkte mir von ihrem Haar -
ein Löckchen nur beseligt mich.
Ich streich’s mit Fingerspitzen sanft
und flüstere: „Ich liebe Dich !“
 
Sie schrieb mir Worte fraulich schön,
wie Schwanenflug im Himmelsblau,
so rauschten sie mir durch den Sinn
und löschten jedes Alltagsgrau.
 
Sie ließ mich ihre Seele schau’n,
dass ich ihr Innerstes erführe -
sie ist so frei, so froh, so stark,
Heilrätin ist sie und Walküre.
 
Sie gab mir ihre schmale Hand,
ich hielt sie fest, als sei’s mein Leben;
sie führt mich fort, hinauf ins Glück -
ich hab’ mich willenlos ergeben.
 
Sie leitet mich ins heil’ge Licht,
wo Gottes Gluten flammen -;
ich bin wie sie ein Feuermal,
und brenn’ mit ihr zusammen.
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