NUR DU !

 
NUR DU !

Ich weiß recht gut warum ich lieb’,
wer dich mir in die Seele schrieb,
mein altes Grimm’schen Märchenbuch,
das ward mir zum geliebten Fluch.
 
Denn all’ die Elfen war’n wie du,
und die Prinzessinnen dazu -;
ihr Bild war edel, schmal und blond,
das wurd’ mein Frauen-Horizont.
 
Ich seh’ des Blondhaars schlichten Strich,
ich bin verrückt, ich lieb’ nur dich -,
du bist so hell, so zart, so schmal,
bist meiner Sehnsucht ganze Qual.

Du schaust mich an wie ein Insekt,
in dem bereits die Nadel steckt -;
spießt mich für deine Sammlung auf,
ich bin gebannt, vergess’ den Lauf.

Ich such' in deiner Augen Rund,
Hohn und Verachtung wird mir kund;
es geh’n die Blicke durch mich durch;
doch liebe ich -, und sei’s als Lurch.

Dein Mund verfolgt mich bis in Träume,
ich weiß so heiß was ich versäume;
ich hungere nach deinen Lippen -;
streckst mir die Füße hin zum Nippen.

Bist viel zu mager -, seltsam’ Weib,
ich brenn’ nach deinem Feen-Leib;
so weiß wie Schnee ist deine Haut,
hast nie den Sonnenschein geschaut.

Du sorgst dich ja um deine Blässe,
wer kommt dir gleich an Raffinesse;
du bist wie Milch mit wenig Blut -;
ich schwör' dir zu, ich bin dir gut.

Nie bist du wahrhaft nett und satt,
im Bette schläfrig, leidend, matt;
du hungerst dich so schlank und fein,
wer könnt’ dabei zufrieden sein ?!

Gleich einer Spinne lauerst du,
verlor’n ist meiner Seel’ die Ruh’;
ich streich’ im Geiste immer wieder,
die Glätte deiner schlanken Glieder.

Du bist mein Trost, mein eigner Halt,
ich lüg’ mich an, denn du bist kalt;
du gibst dich blutleer wie ein Fisch,
nach dir, nach dir verzehr’ ich mich !

Bist nur bei mir, da du mich brauchst;
auch wenn du wie die Katze fauchst,
nie sperre ich dich aus dem Haus;
du spielst mit mir, mit deiner Maus.

Von dir bekomm’ ich nie genug,
du bist mein Segen, bist mein Fluch;
du hältst mich hin, du hältst mich fest,
ich frag’, wann gibst du mir den Rest ?
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