DER WAHRE ALTAR

 
 
DER WAHRE ALTAR
 
Wo erleben wir die Gottheit, wo sind wir den Göttern nah,
wenn wir in die Sterne schauen, in den Himmel hoch und klar ?

Doch der Himmel ist uns ferne, kaum erreichbar vom Verstand,
wir begreifen und wir reifen im Bereich der Menschenhand !

Dieser Erde holdes Werde schuf sich himmlisch den Altar,
hier im fassbar, sinnlich Wahren bietet er sich köstlich dar.

Weib, Dich preise ich als hohes, als der Schöpfung feinstes Ding,
wer Dich segnet, wer Dich küret, trägt der Gottheit Zauberring.

Jede Frau ist wie ein Tröpfchen -, Wogenschlag im Werdeleib,
wie ein Blutstrom in die Zukunft als der Gottheit Todvertreib.

Jede Frau ist wie ein Steinchen -, Stücklein vom gewalt’gen Bau,
das im ewigen Dom des Lebens eingefügt ist passgenau.

Keine Kirche und Kapelle führt zu Gott Dich näher hin,
als die reine, keusche Jungfrau und der Mutter treuer Sinn.

Schaut das Bild der Religionen, schaut nach Riten und Symbol,
wie sie mit Begriffen werben, urverfälscht und wahrlich hohl !

Echter Sinn ist längst vergessen, ausgelöscht der einst’ge Kern,
denn dem Urgrund allen Heiles steht das Weib mehr nah als fern.

Einstmals stand die Große Mutter über Menschensinn und -sucht,
nur aus ihr, aus ihrem Segen zog man Lebenskraft wie -zucht.

Jeder Kirchbau, jede Krypta zeigt im Sinnbild den Bezug,
harret doch am End’ des Ganges, der Altar nach Recht und Fug.

Nur der Priester bringt das Opfer -, nur der Same dringt zum Ei -;
wird das heilige Blut vergossen, bringt es Göttinnen-Gedeih.

Tief im Berge, tief in Grüften liegt der Mütter heiliger Hort,
aus den Höhlen, aus den Grotten pflanzt sich Leben auf und fort.

Drum auch betten wir die Toten unter Hügeln in die Erde,
dass aus schwangergleichen Bäuchen wieder junges Kommen werde.

Weib, Du bist Altar und Kirche, Du, der Erde Lebensbaum,
bist die Priesterin der Liebe, webst der Gottheit schönsten Traum.
 
 
PS: (Leider gibt es dumme Weiber, sie vertreten nicht „das Weib“, tragen sinnlos Weiberleiber nur zum törichten Verbleib.)
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