BIRGIT

 
BIRGIT
 
Birgitchen, ich denk‘ der Stunden,
als mein Sehnen nach dir suchte,
dass ich jede der Sekunden
glücklich als Gewinn verbuchte.
 
Als ich erstmals dich umfangen,
schlug mein Herz hinauf zum Halse,
fiebernd glühten meine Wangen,
es war Liebe - kein Gebalze.
 
Weißt du noch wie lang‘ wir standen,
eng umschlungen - ohne Ende,
in der Nacht da wir uns fanden;
in den Adern brannten Brände.
 
Auf dem Marktplatz, nur wir beide,
rundum keine Menschen-Seele,
Schneefall sank wie weiße Seide,
weithin schwieg ein jede Kehle.
 
Reglos standen wir im Schneien,
pressten Herzen aufeinander,
diese Nacht war nur uns Zweien;
weiß bestäubt auf Palisander.
 
Und wir wussten keine Wege,
kannten keiner Zuflucht Heime,
Hoffnung nur war unsere Hege,
dass die Zukunft doch sich reime.
 
Hat das Schicksal uns betrogen,
mocht‘ das Ringlein uns nicht binden ?
Unser Glück war bald verflogen,
ließ sich auch nicht wiederfinden.
 
Nein, wir konnten uns nicht irren,
denn wer liebt geht gute Bahnen,
auch wenn Zeiten uns verwirren,
bleibt die Lieb‘ das beste Ahnen.

 

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