SCHNUCKELSCHNECKCHEN

 
SCHNUCKELSCHNECKCHEN
- Geständnis an eine Geliebte -
 
Allerliebstes Schnuckelschneckchen,
öffne mir die süßen Falten,
deiner rosaroten Bäckchen -,
lass‘ den Liebeswahnsinn walten !
 
Sinke tief in meine Augen,
sollst in meiner Sucht ertrinken,
will dich tief und tiefer saugen,
bis die „Guten Geister“ hinken.
 
Treibe meinen Ritt der Lüste,
fache meine Feuer-Wogen
an den Strand der Zauber-Küste,
in den Hag der Rosen-Bogen.
 
Lass‘ uns dort die Welt vergessen,
du allein bist Berg und Aue,
hab‘ an dir genug besessen,
bist mein Kosmos, meine Fraue.
 
Lass‘ die Rosenknospen brechen,
öffne deine zagen Schlünde,
mir ist‘s gleich, ob Dornen stechen,
ich bin süchtig deiner Gründe.
 
Forschen in begehrten Sphären,
fragen nicht, ob wir das dürfen,
deine Feuchte mag ich schlürfen,
deine Feuer will ich mehren.
 
Ach, du bist mir zum Entzücken,
deine Spalten, deine Hügel,
weisen mir des Rausches Brücken,
losgelöst von jedem Zügel.
 
 
Bild: Liebesgöttin Aphrodite / Venus / Freia - von unbekannter engl. Künstlerin
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