WARUM WIR LIEBEN


 
WARUM WIR LIEBEN

Einst, in mythisch gold‘nen Zeiten,
war der Urmensch solch ein Wesen,
aus dem Gottes-Od geronnen,
weiblich - männlich, auserlesen.

Androgyn, von edler Mischung,
in vollendet reifer Schönung,
wurd‘ der Mensch hochmütig eitel,
neigte rundum zur Verhöhnung.

All‘ die Wesen, im Vergleichen,
schienen ihm nur schlecht gelungen,
dass er sich in seinem Hochmut,
gar zur Gottheit aufgeschwungen.

Da geschah des Himmels Strafe,
durchgeteilt, wie mit dem Beile,
fiel des Menschen Organismus,
aus der Ur-Welt Glück und Heile.

Seither suchen Mann und Männin,
Menschen-Männer, wie die Frauen,
voll der Sehnsucht, die Ergänzung,
um erneut sich anzutrauen.

Krank die Leiber, wie die Seelen,
leiden Menschen an der Spaltung,
ihrer unglücksel‘gen Artung,
wegen Gottes Strafe-Waltung.

Aus den Nöten dieser Trennung,
wuchs uns die Gewalt der Triebe,
die uns aufeinander treiben -,
denn uns heilen kann nur Liebe !
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