BETTI UND HELGOLAND

Betti am roten Felsen, 2003
 
BETTI UND HELGOLAND
 
Du warst mir gut, mein Herz war dein,
vor deinen Fenstern floss der Rhein.
Zur Nordsee geh‘n die Wellen hin,
die stand als Traum in deinem Sinn.
 
Den Wunsch hab‘ ich dir gern erfüllt,
„Jawohl, mein Schatz, die Wette gilt,
gib mir vertrauensvoll die Hand,
wir fahren hin nach Helgoland !“
 
Gesagt, getan -, der Urlaub kam,
wir war’n des grauen Alltags gram
und flogen wie ein Schwalbenpaar,
so machten wir die Träume wahr.
 
Nur eine Woche galt die Zeit,
doch wurd‘ sie wie ein Wunder breit,
endlos, gleich einem Freudenkranz,
schien jeder Tag im Sommerglanz.
 
Wir wanderten am Wogenrand,
wir trauten uns im weißen Sand,
die Sinne war’n von Liebe warm,
wir schliefen nächtens Arm in Arm.
 
Wir wurden wie die Kinder sind,
zum Sammeln lockt‘ der rote Flint.
Und jeder schöne Stein am Meer,
kam uns wie ein Rubin daher.
 
Zur „Düne“ ging’s im Börte-Boot,
still lag das Meer im Morgenrot.
Ein jeder Tropfen Nordsee-Gischt
war wie ein Streicheln im Gesicht.
 
Auch wie ein kleiner Liebesschwur,
von wilder Lust und Freiheit, pur.
Die Zeit verflog als Märchen-Fest,
Adé -, du Nordsee-Felsennest !
 
Doch Betti du, du bliebst mir treu,
in Kameradschaft, ohne Reu‘;
was unsre Lieb‘ an Schönem lud,
das bleibt uns als Erinnerungsgut.
 
 
 
Mit Betti aus Lorch am Rhein beim Externstein
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