TÄUBCHEN-TEUFELCHEN

 
TÄUBCHEN-TEUFELCHEN

Mein Täubchen ist ein Teufelchen,
mit glattem, weißem Leibchen -,
  gab sich als armes Häufelchen,
ist durch und durch ein Weibchen.

Ihr Leben ist ein Bühnenstück,
in schillernd bunten Roben -,
Theater-Spiel ist Weiber-Glück,
mal tingeln und mal toben.
 
Ein Weiber-Herz ist raffiniert,
will wirken und will herrschen,
der Klügste noch wird angeschmiert,
von süßen Apfel-Ärschen.
 
Da eine Sie sich schwächlich gibt,
dann ist’s nur ein Manierchen,
gar rasch ist ein Gefühl zerstiebt,
schon lockt ein neu’ Pläsierchen.

Was bleibt als echt von einer Frau -,
es kullern bittere Tränchen,
mag sie erblonden, bleibt sie grau ?
Es sind nur Seelen-Strähnchen !

Warum gilt Frau als schlangengleich,
mit windungsglattem Biegen ?
Ihr Bühnenstück ist einfallsreich,
wer spräch’ dabei vom Lügen ?!

Es steckt halt alles drin in ihr,
ein bisschen Höll’ und Himmel,
ein Täubchen und ein Höllentier,
und noch viel seichter Fimmel.

Gilt Männer-Lieb’ für eine Frau,
nur als Glasperlen-Spielchen ?
Und keiner wird vom andern schlau:
Kasperl und Krokodilchen.


PS: Reflexion zu einer verflossenen Geliebten
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