(M)EIN PELIKAN

Mein Urlaubsflirt
 

(M)EIN PELIKAN

Stets war ich Tieren zugetan,
dabei war auch ein Pelikan.
Ich frönte dem Schlaraffentum,
da latschte er im Garten rum.

Auf Malta war’s, in einer Bar,
wo ich zum Abendessen zwar,
den Becher hob, so durstig froh,
mit rotem Syrah und Merlot.

Damals mit der flotten Lotta,
bei Cartoccio und Aljotta -,
ich tafelte und hielt auch frei,
als ob ich Krösus selber sei.

Palmen-Blätter bog der Wind,
neben mir mein blondes Kind,
Zikaden-Summen in der Luft -,
und eine Prise Thymian-Duft.

Was knabberte am linken Knie ?
Lottchen saß nicht vis-à-vis -;
das hätte sie auch nie gemacht,
anderes hat’ ihr Spaß gebracht.

Was war das, war es ein Schwan ?
Doch nein, da stand ein Pelikan,
der höflich um Almosen bat,
ich hatt’ sogleich etwas parat.

Genügsam war er im Geschmack,
gar bodenlos sein Schnabelsack.
Er zeigte traulich sein Begehr,
lief schnorrend im Lokal umher.

Ich habe ihn spontan gemocht,
hätte sein Leibgericht gekocht,
hätt’ gar von Lotte mich getrennt,
und nur mit Pelikan gepennt.

Das Lottchen fühlte Eifersucht,
hat meinen Pelikan verflucht,
hab’ gerne seine Brust gekrault,
die Freundin hat dabei gemault.

Wenn abends zum Lokal ich ging
der Pelikan mich froh empfing,
sogleich hat er mich gut erkannt
und ist zur Mauer hin gerannt.

Dann haben wir uns so geküsst,
wie’s unter Freuden üblich ist.

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