FRAUEN-SCHLANGE

 

FRAUEN-SCHLANGE

Ich erzittere -, mir wird bange;
seh’ ich eine Frauenschlange -,
wenn sie mich mit Perlenaugen,
mustert wie ein Beutetierchen,
oder nur als Scherz-Pläsierchen.

Diese Frauenschlangen schauen -
bewegungslos die hohen Brauen -
Poker-Münder ohne Zucken,
Schläfen wie aus Porzellan --;
verborgen liegt das Gift im Zahn.

Wenn sich Schlangenbeine winden,
mich die Rankenarme binden,
Finger ineinander knoten -,
Knie wie ein Pendel schwingen -,
hör’ ich das Hypnose-Singen.

Und ich tauche in die Augen,
die mich eiskalt tiefer saugen,
die mir meine Seelen stehlen,
bis ich mich in Willens-Kühle,
rettungslos ertrunken fühle.

Frauen gleichen Schlangenwesen,
glatt und schmiegsam, auserlesen;
wie sie still dem Ziele nahen,
dann mit Körperharmonien,
ihre festen Schlingen ziehen.

Lähmend ist der Zahn der Natter,
Widerstände werden matter;
Nervengifte können töten -;
hält die Schlange ihre Schlingen,
wird ihr auch der Biss gelingen.

Lieg’ ich in den Würgearmen,
wissen Weiber kein Erbarmen,
feiern sie die Opferschmäuse -;
Schlagen kennen kein Gewissen,
zärtlich werd’ ich tot gebissen.

Und die Viper eilt von hinnen,
frische Beute zu gewinnen,
streift ihr altes Kleid vom Leib -;
bleiben nur, wenn Schlangen weichen,
alte Häute -, neue Leichen.

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