HERZENS-RÄUBERINNEN

 
HERZENS-RÄUBERINNEN

Frauen fehlt des Herzens Hitze,
und sie spüren diesen Mangel,
Firnschnee liegt im Herzenssitze
und ein bisschen Tingeltangel.

Weil den Frauen Herzen fehlen,
leiden sie an ihren Schwächen,
suchen Herzen sich zu stehlen,
fremde Herzen zu erstechen.

Und je schöner Frauen sind,
desto schärfer ihre Messer,
niemals sind sie wohlgesinnt -,
oftmals wahre Menschenfresser.

Kommt ein Mann in ihre Nähe,
bietet sich die Gunst der Stunde,
dass ein Zugriff rasch geschähe,
tönt gar bald die Schreckenskunde:

„Wieder ward ein Herz verloren,
wieder steht ein Mann beraubt -,
Eine hat sein Herz erkoren -,
keiner hat den Schnitt erlaubt !“


Mit den flink geübten Fingern,
zücken sie die spitzen Klingen,
tun Gewalt den zarten Dingern,
um der Männer Sinn zu zwingen.

Halten dann die heißen Klumpen,
gleich Trophäen in den Händen,
da sie noch verzweifelt pumpen,
bis sie bebend bald verenden.

Hilflos irren Männer-Seelen,
durch den Dämmer ihrer Tage,
dass die eigenen Herzen fehlen,
lautet vieler Männer Klage.

Weiber haben sie genommen,
bergen sie in ihren Grüften,
sind mit ihren Raub entkommen,
lachend unter fernen Lüften.
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