NIXE SCHUPPENSCHÖN

 

 

 

NIXE SCHUPPENSCHÖN

Ich bin die Nixe Schuppenschön,
halt’ gern ein Schwätzchen, einen Klön,
schwimm’ öfters hin zum Klippenstrand,
wo ich manch’ jungen Fischer fand.

Die seh’n mich an und lieben mich,
halb heißes Weib, halb kalter Fisch,
das ist so fremd und doch vertraut -,
ist so nicht jede Frau gebaut ?!

Ich mag die Burschen wie das Meer,
mein Spieltrieb zieht mich hin und her,
zum Lande hin und dann zur See,
und immer ist um’s Herz mir weh.

So wie die grünen Wellen geh’n,
wie sie sich heben und vergeh’n,
gerade so schwankt mein Gemüt,
mir friert und brodelt das Geblüt.

Ich mag es, wenn die Fischer starr’n,
mein Anblick wandelt sie zu Narr’n -,
mein Leib lockt ihre Lüsternheit,
dass sie verlier’n die Wirklichkeit.

Als Weib ist mir die Macht geschenkt,
die jedes Mannes Sehnsucht lenkt -;
dem Fischschwanz sind sie überlegen,
der macht als Fischer sie verwegen.

So zwiefach wird ihr Hirn gespeist,
halb sind sie demutsvoll, halb dreist -;
doch hört’ ich, wie in meinem Fall,
wär’n weltweit Burschen überall.

Wenn ich mich wirklich einem geb’,
ich weiß nicht, ob ich’s je erleb’,
dann müsste er beim Meere schwören,
nur mir, sein Lebtag, zu gehören.

Und wenn er diesen Schwur vergisst,
soll enden seines Daseins Frist -;
dann lösch' die Flut sein falsches Leben -;
mir ist des Meeres Kraft gegeben !

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