MONIKA GRUBER - Ein bayerisches Phänomen

 
 
 
 
MONIKA GRUBER
 
Sie ist ein Weib, sie passt in die Welt,
schön und gescheit, wie es gefällt.
Eine bewundernswerte Quasselstrippe,
aus echter bayerischer Bauernsippe.
 
Wahrheiten verpackt sie in Humor,
unvergleichlich, wie kaum je zuvor,
in urig-bayerischem herzigen Platt,
das so viel Kraft und Mutterwitz hat.
 
Monika Gruber, ist ein echtes Genie,
woher nimmt die Frau ihre Energie,
dies‘ Phänomen aus Bayerns Stamm,
für ihr sehenswertes Spaß-Programm ?
 
Aus Tittenkofen, im Erdinger Land,
stammt unser Comedy-Diamant,
eine Frau, vom Mainstream unbeleckt,
die vor Delikatem nicht erschreckt.
 
Gesundes Empfinden, spaßig verbrämt,
mit Zeitkritik, ganz unverschämt,
so wie es sein soll, im frohen Ton,
so lautet Monikas Information.
 
Monika Gruber, 2013 - „Wenn ned jetzt, wann dann ?“
 
 
 
Monika Gruber (1971-), Fremdsprachensekretärin, Kabarettistin, Schauspielerin, wuchs auf dem elterlichen Bauernhof im oberbayerischen Tittenkofen, Kreis Erding bei München, mit zwei jüngeren Brüdern auf. - Ein Kommentar aus dem Netz zum Auftritt in Lichtenfels: „Früher haben wir Angst vor dem Russen gehabt, heute vor Weißmehl“ - kaum ein Satz der sich belustigt in Rage redenden Monika Gruber dürfte am präziser auf den Punkt gebracht haben, wie erdrutschartig die Wandel in Welt und Gesellschaft von ihr empfunden werden. Zwei Stunden lang brachte es die Frau aus dem oberbayerischen Tittenkofen fertig, genüsslich einen Rundumschlag gegen Vegetarier, Lustfeindliche, Willkommenskulturversteher, Political Correctnässer, Politiker, Emanzen und was und wen sonst noch alles zu zelebrieren. Nach mancher Leute Maßstab gewiss sexistisch, unkorrekt und gnadenlos. Vor allem aber auch ohne ein Verhaspeln, ohne Anzeichen einer Programmabnutzung bzw. müder Routine. Zudem nahezu immer am gleichen Fleck auf der Bühne und in der Nähe einer Art Haus-Bar stehend, gestikulierend und Entrüstung oder Belustigung spielend. Oder empfindend. Kindheit und Heimat waren ihr dabei die Orte bzw. sicheren Häfen, aus denen sie heraus den Kopf schüttelte über Moden und Trends. „Wenn ich Eisenmangel hab', esse ich halt einen Spinat“, kommentierte sie Piercings im Allgemeinen und für die bei manchen Menschen angesagten enormen Löcher in den Ohrläppchen, hatte sie auch einen Satz übrig: „Seid's ihr bei BMW aufs Fertigungsband geraten ?“ Wortwitz und Bildhaftigkeit in ihrer Sprache sind enorm und sie braucht nicht lange, um von nachdenklichen Momenten wieder ins Echauffieren zu gelangen. Dass statt des Weihnachtsmannes in Deutschland bzw. Bayern beispielsweise mehr und mehr vom amerikanischen Santa Claus mit seinem „Ho-ho-ho“ die Rede ist, stieß ihr so auf: „Wenn ich Ho-ho-ho hören will, dann fahre ich in die Oberpfalz.“ Nichts übrig hatte sie auch für die „überhitzten Diskussionen um sexuelle Belästigung“, auch wenn sie in fünf Jahren Tätigkeit bei der Gastronomie „ausschließlich Männer mit fünf Händen“ kennengelernt habe. Wer ihr zu nahetritt, „der fängt halt a paar“, so das Grubersche Rezept, welches sich irgendwie debattenverkürzend nach gesundem Menschenverstand anhörte. Doch Monika Gruber konnte auch anders als sich comedianhaft über die aus dem Fernsehen von ihr wohlbekannten Themen auslassen. Klar bekamen Eltern ihr Fett weg, die sich über möglichst exklusive Namen für ihre Kinder den Anstrich von Nobilität geben. Aber was viele Besucher nicht erwartet hatten, waren politische Aussagen und somit das, was in Deutschland unter Kabarett verstanden wird. „Wann ist aus konservativ-liberal der rechte Rand geworden ?“, fragte sie und erntete großen Beifall. Das Publikum applaudierte ihr aus dem Herzen, als sie von übertriebener Willkommenskultur und Blauäugigkeit angesichts von Terrorgefahr sprach. Eine „Diktatur der Toleranten“ nannte sie das und teilte auch gegen die Anhänger Erdogans in Deutschland aus. „Wer in Deutschland für Erdogan ist, ist wie ein Freilandhuhn, das nach Käfighaltung ruft.“ Das verwunderte und kam an. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie so politisch ist - ich fand's cool“, so eine Besucherin. Nach zwei Stunden Flanieren durch zumeist unverbrauchte Witze und auch innig-nachdenkliche unpolitische Momente, kehrte Gruber dem „Wahnsinn !“ und den 1700 begeisterten Besuchern den Rücken, sang sich bayerisch von der Bühne und seitab zur Autogrammstunde.
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